Ende April wird in NRW gewählt – und die CDU verliert acht Prozentpunkte auf 26 Prozent. Schwarz-Grün hätte keine Mehrheit mehr, die AfD wird zweitstärkste Kraft.
Die CDU in Nordrhein-Westfalen verliert in der INSA-Umfrage für die „Bild“ acht Prozentpunkte und fällt auf 26 Prozent. Die AfD legt vier Punkte zu und kommt auf 21 Prozent – Ende April wird in NRW gewählt, und die AfD ist damit zweitstärkste Kraft im Land.
Erhoben wurde zwischen dem 6. und 13. Oktober, die Zahlen der INSA-Umfrage für Nordrhein-Westfalen wurden am Freitag veröffentlicht. Neben der CDU verliert nur die FDP: Mit 4 Prozent würde sie den Landtag verpassen. Die SPD bleibt bei 18 Prozent, die Grünen legen auf 16 Prozent zu, die Linke auf 10 Prozent.
So würde der Landtag in NRW gewählt
INSA-Umfrage für die „Bild“, Erhebung 6. bis 13. Oktober
Quelle: INSA
Schwarz-Grün hat keine Mehrheit mehr
Die Grünen legen um einen Punkt auf 16 Prozent zu, doch zusammen mit der CDU kommen sie nur auf 42 Prozent. Eine gemeinsame Mehrheit hätte das Bündnis damit nicht mehr.
Rechnerisch trägt nur ein Dreierbündnis aus CDU, SPD und Grünen – zusammen 60 Prozent. Die AfD liegt inzwischen nur noch fünf Punkte hinter der CDU, wie dem Bericht zur NRW-Umfrage bei n-tv zu entnehmen ist.
CDU schließt AfD und Linke aus
Die CDU schließt eine Zusammenarbeit mit AfD und Linken aus. Für die Landespartei heißt das: Nach dieser Umfrage führt der Weg zur Regierung nur über ein Bündnis mit SPD und Grünen zugleich.
Der Chef des Meinungsforschungsinstituts INSA sieht die CDU trotz der Verluste dennoch als unverzichtbar an – und formuliert die Abhängigkeit als Bedingung für jede künftige Koalition.
„An der CDU in NRW kommt niemand vorbei. Ohne und gegen sie wäre derzeit keine Regierung möglich.“
Hermann Binkert, Chef des Instituts INSA
Merz zieht Wüst nach unten
Binkert führt den Absturz auf die Bundespolitik zurück. Der Kanzler stehe in Nordrhein-Westfalen nicht zur Wahl, doch seine Unbeliebtheit wirke bis in die Landesumfrage. Der INSA-Chef sagt: „Der unbeliebte Kanzler Friedrich Merz zieht auch Hendrik Wüst nach unten.“
Damit rückt Wüst in den Mittelpunkt des Wahlkampfs. Sein Ergebnis hängt auch an der Bundespolitik – genauer: an einem Kanzler, den Binkert als unbeliebt bezeichnet.
Die Landtagswahl im April
Die Landtagswahl in NRW steht Ende April an. Bis dahin bleibt der CDU Zeit, den Trend zu drehen. Schon Ende September hatte eine Forsa-Erhebung die NRW-CDU bei 29 Prozent gesehen – die frühere Forsa-Meldung zu 29 Prozent setzt sich nun fort.
Offen ist, ob die CDU bis zum Wahltermin eine Mehrheit ohne dritten Partner zusammenbekommt. Nach dieser Umfrage bräuchte sie dafür SPD und Grüne zugleich – oder sie müsste ihre Absage an AfD und Linke aufgeben.