CDU stürzt in NRW auf 29 Prozent – AfD erreicht Allzeithoch
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Forsa-Umfrage

CDU stürzt in NRW auf 29 Prozent – AfD erreicht Allzeithoch

Die NRW-CDU fällt im neuen Forsa-NRW-Check erstmals in dieser Legislaturperiode unter 30 Prozent. Kanzler Merz zieht die Partei laut Forsa-Chef Güllner herunter, während Ministerpräsident Wüst beliebt bleibt und die AfD auf 22 Prozent klettert.

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Die NRW-CDU stürzt in der Wählergunst erstmals in dieser Legislaturperiode unter 30 Prozent. Im neuen „NRW-Check“ des Instituts Forsa kommt sie nur noch auf 29 Prozent – drei Punkte weniger als in der vorigen Erhebung vom 22. April.

Veröffentlicht wurde die repräsentative Umfrage am 23. September vom „Kölner Stadt-Anzeiger“, der sie gemeinsam mit weiteren nordrhein-westfälischen Tageszeitungen in Auftrag gegeben hat. Forsa befragte zwischen dem 7. und 18. September 1030 Wahlberechtigte; die Fehlertoleranz liegt bei rund 2,5 Prozentpunkten.

Verantwortlich dafür ist nach Lesart des Instituts nicht das Personal in Düsseldorf. In NRW, dem Heimatland von CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz, sind nur 11 Prozent mit dessen Arbeit zufrieden, 87 Prozent sind unzufrieden. Selbst in der CDU-Anhängerschaft sind 64 Prozent unzufrieden, nur 36 Prozent zufrieden.

AfD erreicht 22 Prozent – ein Allzeithoch

Die AfD legt um zwei Punkte auf 22 Prozent zu und ist damit klar zweitstärkste Kraft. Die „Junge Freiheit“ wertet das als absolutes Allzeithoch in einer Umfrage zur NRW-Landtagswahl. Gegenüber ihrem Landtagswahlergebnis von 2022 (5,4 Prozent) bedeutet der Wert eine Vervierfachung.

Der Abstand zur CDU ist binnen weniger Monate von zwölf auf sieben Punkte geschrumpft. Auf die Grünen entfallen 18 Prozent (+1), die SPD bleibt bei 14 Prozent, die Linke steigt auf 8 Prozent (+2). Die FDP verharrt bei 3 Prozent, die sonstigen Parteien kommen auf 6 Prozent (−2).

Forsa-NRW-Check: Sonntagsfrage zur Landtagswahl im Vergleich

Wahlabsicht in Prozent, April 2026 gegen September 2026

Quelle: Forsa, 22.04.2026 und 23.09.2026

Für die Linke wäre es der erste Einzug in den Düsseldorfer Landtag seit 2010. Die FDP, die dem Parlament 21 Jahre ununterbrochen angehörte, wäre nicht mehr vertreten. Die SPD liegt in ihrem früheren Stammland auf einem Allzeittief von 14 Prozent und nur noch auf Platz vier.

Bei der Bundestagswahl liegt die AfD in NRW vorn

Im selben NRW-Check ließ Forsa auch die Wahlabsicht für den Bundestag abfragen. Hier kommt die AfD auf 24 Prozent (+2) und zieht an der CDU mit 22 Prozent (−4) vorbei. Laut WELT ist es der erste Fall, in dem die AfD in diesem Bundesland stärkste Kraft wird – und der tiefste Forsa-Wert, den die CDU dort je erreicht hat.

Der bisherige Tiefstwert der CDU in NRW lag bei 23 Prozent im Dezember 2021. Bei der Bundestagsfrage bleiben die Grünen bei 18 Prozent, die SPD legt um einen Punkt auf 14 Prozent zu, die Linke gewinnt drei Punkte und steht bei 12 Prozent.

Die Landtags-Sonntagsfrage sieht die CDU dagegen weiter auf Platz eins. Das Bundestagsergebnis wurde zum Aufhänger mehrerer Schlagzeilen – AfD laut Forsa erstmals Platz eins in NRW.

Güllner macht Merz für den Absturz verantwortlich

Forsa-Gründer Manfred Güllner sieht die CDU in NRW weiterhin im Besitz eines deutlichen Landesbonus zugunsten von Ministerpräsident Hendrik Wüst; gegenüber dem April-Check sei er sogar um einen Punkt gestärkt worden. Ausgleichen könne er den Schaden aus Berlin aber nicht.

Von Merz wissen wir seit 20 Jahren, dass sich seine Sympathiewerte immer am unteren Ende des Politiker-Rankings bewegen.
Manfred Güllner, Gründer des Instituts Forsa

Güllner wirft Merz vor, die Partei programmatisch konsequent nach rechts und aus der Mitte heraus geführt zu haben, in die Angela Merkel sie bewegt hatte. Ankündigungen des Kanzlers, etwa zum Iran, habe er nicht eingelöst. In NRW könne Merz in keiner Weise auf einen Herkunftsbonus bauen – er werde dort sogar kritischer gesehen als im Bundesdurchschnitt.

Schwarz-Grün hält nur knapp

CDU und Grüne kommen zusammen auf 47 Prozent. Nach der Sitzverteilung aus der Forsa-Umfrage vom 23. September hätte das Bündnis mit 51,4 Prozent der Sitze eine hauchdünne Mehrheit; die seit 2022 amtierende schwarz-grüne Koalition unter Wüst könnte damit fortsetzen.

Die NRW-Zeitungen führen das auf ein Zwischenhoch der Grünen zurück, von dem Güllner offenlässt, wie lange es anhält. Wie schnell ein solches Bündnis seine Mehrheit verliert, zeigt der Blick nach Schleswig-Holstein: Schwarz-Grün in Kiel ohne Mehrheit.

Wüst selbst bleibt populär: 46 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden, 37 Prozent unzufrieden (April 2026: 47 zu 39). Güllner sieht ihn dennoch in der Zwickmühle: „Zettelt er jetzt einen Großkonflikt mit Merz an, wird ihm das vermutlich eher schaden. Andererseits muss Wüst versuchen, sich von Merz abzusetzen.“

Den Weg des Berliner CDU-Wahlkämpfers Stefan Evers, den Kanzler aus dem Wahlkampf herauszuhalten, könne Wüst kaum wiederholen – das würde selbst zum Streitthema.

Umfrage
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Der Stimmungstest für den 25. April 2027

Die Erhebung fällt in eine Phase schwerer CDU-Niederlagen im Osten: In Sachsen-Anhalt wurde am 6. September gewählt, in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am 20. September – beide liegen außerhalb des Befragungszeitraums. In Mecklenburg-Vorpommern lag die AfD bei 38 Prozent in der ARD-Vorwahlumfrage, fünf Punkte vor der SPD.

Merz hatte nach den Ost-Wahlen eingeräumt, die Ergebnisse hätten „auch mit meiner Person“ zu tun. Gewählt wird in NRW am 25. April 2027; Wüst tritt erneut als CDU-Spitzenkandidat an und gilt zugleich als möglicher Nachfolger von Merz im Kanzleramt. Ob sein Landesbonus bis dahin trägt, hängt auch davon ab, wie präsent Merz im Wahlkampf bleibt.

Von 41 Prozent auf 29 – die CDU in NRW

  1. 15. Mai 2022
    Landtagswahl in NRW

    CDU 35,7 Prozent, SPD 26,7, Grüne 18,2, FDP 5,9, AfD 5,4, Linke 2,1 – der Ausgangspunkt aller Vergleiche.

  2. 12. Dezember 2024
    CDU erreicht 41 Prozent

    Im Forsa-NRW-Check markiert die CDU den Höchstwert der laufenden Legislaturperiode.

  3. 22. April 2026
    Vorheriger NRW-Check

    CDU 32, AfD 20, Grüne 17, SPD 14, Linke 6, FDP 3, Sonstige 8 Prozent.

  4. 6. September 2026
    Landtagswahl Sachsen-Anhalt

    Starkes AfD-Ergebnis, noch vor Beginn der neuen Feldphase in NRW.

  5. 23. September 2026
    Neuer NRW-Check erscheint

    CDU 29 Prozent, AfD 22 Prozent; bei der Bundestagsfrage liegt die AfD mit 24 Prozent erstmals vorn.

  6. 25. April 2027
    Landtagswahl in NRW

    Wüst tritt erneut als CDU-Spitzenkandidat an.