Rathaus von Limoges brennt nieder – 1.200 Festnahmen in Frankreich
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Ausschreitungen

Rathaus von Limoges brennt nieder – 1.200 Festnahmen in Frankreich

Vermummte zünden das Rathaus von Limoges an, der 43 Meter hohe Campanile stürzt ein. Landesweit nimmt die Polizei rund 1200 Menschen fest – Ministerium und Organisatoren streiten schon über die Zahl der Demonstranten.

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Landesweit rund 1200 Festnahmen, 150 verletzte Polizisten und Gendarmen – und ein Rathaus, das „zum großen Teil verloren“ ist. Am Abend des 17. Oktober 2026 zünden Vermummte das Rathaus von Limoges an. Der 43 Meter hohe Campanile stürzt kurz vor 21 Uhr ein.

Auslöser ist ein landesweiter Protesttag gegen die hohen Lebenshaltungskosten. In Limoges demonstrieren mehrere hundert Menschen; am Rand der Kundgebung zerstören Vermummte die Fenster des Rathauses, dringen ein und legen im Erdgeschoss Feuer, zuvor brennen Polizeifahrzeuge vor dem Gebäude. Der Standard berichtet von rund 1200 Festnahmen.

Feuer im Erdgeschoss, Dachstuhl in Flammen

Kurz nach 18 Uhr trifft die Feuerwehr ein, gegen 19 Uhr hat das Feuer den Dachstuhl erreicht. Präfekt Maurice Barate erklärt am Abend, das Dach sei auf die darunterliegenden Stockwerke gestürzt – mit Ausnahme des Westflügels. Zwei Drittel der Fassade seien verschwunden.

Das Rathaus wurde 1883 eingeweiht und ist seit 1975 als Monument historique klassifiziert. Für die Restaurierung waren zuletzt rund 4 Millionen Euro netto veranschlagt.

550.000 laut Innenministerium, 800.000 laut Organisatoren

Wie viele Menschen tatsächlich auf der Straße waren, ist strittig: Das Innenministerium beziffert die Teilnehmerzahl auf 550.000, die Organisatoren auf 800.000. In Paris demonstrieren laut Ministerium 110.000 Menschen. 272 Festnahmen beim Protesttag gegen Teuerung hatte die Polizei bereits am Nachmittag gemeldet.

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Bürgermeister kündigt Strafanzeige an

Bürgermeister Guillaume Guérin (LR) spricht von „methodischen, sehr organisierten Randalierern“ und kündigt eine Strafanzeige an. Die Stadtverwaltung sagt zu, den Dienstbetrieb ab dem 18. Oktober aufrechtzuerhalten. Guérin macht klar, was aus seiner Sicht auf dem Spiel steht:

„Sie haben ein Gebäude zerstört, das den Einwohnern von Limoges am Herzen liegt, aber sie haben den öffentlichen Dienst nicht zerstört.“
Guillaume Guérin, Bürgermeister von Limoges (LR)

19 Personen in Polizeigewahrsam

Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung eröffnet und zunächst 19 Personen in Polizeigewahrsam genommen. In Paris werden 855 Menschen festgenommen, 517 von ihnen in Gewahrsam.

Premierminister Sébastien Lecornu sagt, die Machtzentren in Paris seien ins Visier genommen worden: der Élysée-Palast, der Regierungssitz, die Nationalversammlung. Präsident Emmanuel Macron kündigt an, die Täter zu verfolgen und zu bestrafen:

„Diejenigen, die zerstört, Präfekturen und Geschäfte angegriffen und sogar unsere Rathäuser geplündert haben, werden verfolgt und bestraft.“
Emmanuel Macron, Präsident Frankreichs

Marsch der Gemeindevertreter am Sonntag

Für den 18. Oktober, 17 Uhr, ist eine „Marche des élus de la République“ der Gemeinden der Métropole Limoges zum Place de la République angekündigt. Am Morgen ist der Brand eingedämmt.

Ob die Marche der Gemeindevertreter friedlich bleibt, ist offen. Ungeklärt ist auch, wer die veranschlagten vier Millionen Euro für die Restaurierung des zerstörten Rathauses trägt.