St. Petersburg meldet 126 abgeschossene Drohnen und einen Toten
Am Ölterminal im Hafen von St. Petersburg brennt es, ein VK-Rechenzentrum ist getroffen, der Flughafen Pulkowo steht still. Gouverneur Drosdenko meldet 126 abgeschossene Drohnen – und einen Toten.
In der Nacht zum 18. Oktober hat die Ukraine St. Petersburg und das Gebiet Leningrad mit einer massiven Drohnenwelle angegriffen. Am Ölterminal im Hafen brach ein Feuer aus, ein Rechenzentrum der Internetfirma VK wurde getroffen, in vier Stadtbezirken meldeten die Behörden Brände an zivilen Einrichtungen.
Gouverneur Alexander Drosdenko meldete bis 05:52 Uhr 126 abgeschossene Drohnen über der Region Leningrad, das Portal Fontanka nannte später 135. Trümmer beschädigten Wohnhäuser, geparkte Autos und Stromleitungen; zeitweise waren rund 20.000 Menschen ohne Strom. Zunächst hieß es, es gebe keine Opfer.
Am Vormittag meldete Gouverneur Alexander Beglow dann einen Toten und fünf Verletzte. Landesweit sprach das Verteidigungsministerium von 1.015 abgefangenen Drohnen in dieser Nacht, Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin von 195 über der Hauptstadtregion.
Pulkowo stellt den Betrieb um zwei Uhr ein
Der Flughafen Pulkowo stoppte Ankünfte und Abflüge gegen 2 Uhr nachts. Passagiere und Mitarbeiter wurden in geschützte Bereiche gebracht. Die Luftfahrtbehörde Rosawiazija verhängte Betriebseinschränkungen, zahlreiche Flüge fielen aus.
VK bestätigte den Angriff auf sein Rechenzentrum im Dorf Nowosergijewka im Wsewoloschski-Rajon, betonte aber, die Dienste blieben verfügbar. Nutzer meldeten dennoch Störungen bei VKontakte. Ozon bestätigte den Brand in seinem Logistikkzentrum – Angaben zu Treffern auf Ölanlagen und VK-Rechenzentrum führen alle drei Ziele derselben Nacht auf.
Erfolgsmeldungen, während das Terminal brennt
Während im Hafen ein Ölterminal brannte, rückten die Behörden die Abwehr in den Vordergrund. Beglow ließ am Morgen mitteilen:
„Die Luftverteidigungssysteme sind im Einsatz.“
Alexander Beglow, Gouverneur von St. Petersburg
Am Mittag bestätigte der ukrainische Rüstungsbetrieb Fire Point den Einsatz von FP-1-Drohnen gegen das Ölterminal und das VK-Rechenzentrum. Die Anlage im Hafen hat eine Umschlagskapazität von 12,5 Millionen Tonnen pro Jahr und gehört damit zu den größten Ölterminals an der Ostsee.
Ein Terminal, das seit Juni immer wieder brennt
St. Petersburg ist kein Zufallsort. Schon am 3. Juni trafen ukrainische Drohnen das Ölterminal; der SBU meldete den Treffer im Rahmen einer gemeinsamen Operation, zeitgleich wurden Kriegsschiffe in Kronstadt attackiert. Am 4. Juli brannte die Anlage erneut, am 1. September folgte der Hafen Ust-Luga.
Wie groß die Schäden an Terminal und Rechenzentrum sind, bestätigt niemand konkret. Russische Stellen nennen keine Zahlen zu Umschlag oder Fördermengen, VK verweist nur auf verfügbare Dienste. In den kommenden Tagen muss sich zeigen, ob der Hafen seinen Betrieb wieder aufnimmt – und ob die Ukraine ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Stadt weiter verdichtet.