Tabaksteuer steigt bis 2030: Zigarettenpackung soll im Schnitt 11,36 Euro kosten
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Preispolitik

Tabaksteuer steigt bis 2030: Zigarettenpackung soll im Schnitt 11,36 Euro kosten

Der gewichtete Durchschnittspreis einer 20er-Packung soll 2030 bei 11,36 Euro liegen. Für Markenzigaretten sind bis zu 14 Euro möglich.

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Für eine 20er-Packung Zigaretten sind derzeit im Schnitt 8,05 Euro fällig – 2030 soll der gewichtete durchschnittliche Kleinverkaufspreis bei 11,36 Euro liegen, für Markenzigaretten sind sogar bis zu 14 Euro möglich. Der Bundestag beschloss die Tabaksteuererhöhung am späten Abend des 15. Oktober mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD.

Einen Tag später verzichtete der Bundesrat auf den Vermittlungsausschuss und gab grünes Licht. Damit kann die erste Stufe zum Jahreswechsel in Kraft treten. Gefasst wurde der Beschluss in einer Debatte über die Tabaksteuer im Bundestag, die nach rund 20 Minuten beendet war.

In vier Stufen bis 2030

Die Steuer je Zigarette klettert in vier Schritten von 20,30 Cent auf zunächst 22,20 Cent im Jahr 2027 und bis 2030 auf 28,80 Cent. Der gewichtete durchschnittliche Kleinverkaufspreis einer 20er-Packung steigt laut Gesetzentwurf auf 8,77 Euro (2027), 9,56 Euro (2028), 10,42 Euro (2029) und 11,36 Euro (2030).

Durchschnittspreis einer 20er-Packung Zigaretten bis 2030

Gewichteter durchschnittlicher Kleinverkaufspreis laut Gesetzentwurf

Quelle: Gesetzentwurf zur Tabaksteuererhöhung

Teurer werden auch Feinschnitt, Pfeifen- und Wasserpfeifentabak, Zigarren, Zigarillos und erhitzter Tabak. Die Steuer auf Liquids für E-Zigaretten steigt von 32 auf 38 Cent je Milliliter im Jahr 2027 und bis 2030 auf 44 Cent. Für Zigarren, Zigarillos sowie Pfeifen- und Wasserpfeifentabak gelten die neuen Tarife erst ab 1. März 2027, wie aus dem Überblick über die neuen Tabakpreise hervorgeht.

11,7 Milliarden für den Haushalt

Der Finanzausschuss hatte den Entwurf am 14. Oktober in geänderter Fassung gebilligt. Danach bringt die Erhöhung 2027 rund 1,5 Milliarden Euro zusätzlich – 750 Millionen mehr als im Ursprungsentwurf. Für 2030 veranschlagt das Gesetz 4,461 Milliarden Euro, 872 Millionen mehr als zunächst geplant. Von 2027 bis 2030 summieren sich die Mehreinnahmen auf rund 11,7 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: 2025 nahm der Bund 17,6 Milliarden Euro aus der Tabaksteuer ein. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil verweist auf eine Haushaltslücke von 34 Milliarden Euro. Der Grünen-Abgeordnete Johannes Wagner sieht darin das Motiv: „Die Regierung zapft die Tabaksteuer an, um Haushaltslöcher zu stopfen.“ Auch mit der Zuckersteuer ab Juli 2027 will der Bund über den Preis lenken.

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Streit um den Schwarzmarkt

Die Branche hält dagegen. Michael von Foerster vom Verband der deutschen Rauchtabakindustrie erwartet, dass Raucher nicht von legalen Zigaretten auf Feinschnitt, sondern auf illegale Zigaretten ausweichen – und rechnet mit Verlusten für Handel und Fiskus.

„Dadurch werden viele Raucher nicht von legalen Zigaretten auf Feinschnitt umsteigen, sondern von legalen Zigaretten auf illegale Zigaretten. Unsere legalen Firmen verlieren Kunden und der Fiskus Steuereinnahmen, Gewinner ist die organisierte Kriminalität.“
Michael von Foerster, Verband der deutschen Rauchtabakindustrie

Rückenwind aus der Medizin

Rückenwind kommt von außerhalb des Parlaments: AOK-Bundesverband, Deutsches Krebsforschungszentrum und Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt stützen den Kurs. Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) hält die Erhöhung für einen Gewinn für Kinder und Jugendliche.

„Nach Jahren kleiner Schritte wird Rauchen jetzt spürbar teurer. Das ist vor allem ein Gewinn für Kinder und Jugendliche.“
Hendrik Streeck, Bundesdrogenbeauftragter (CDU)

Kritik kommt auch aus der Linken und aus der Union selbst. Die Linken-Abgeordnete Doris Achelwilm sieht „eine weitere Belastung nach unten“, die den Haushalt nicht retten und die gesundheitspolitische Bilanz kaum steigern werde; der Unionsabgeordnete Carsten Brodesser lehnt die Erhöhung ab. Am 1. Januar 2027 greift die erste Stufe, am 1. März folgen Zigarren und Pfeifentabak. Dann zeigt sich, ob der Fiskus mehr einnimmt – oder die Raucher auf den Schwarzmarkt ausweichen.