Trump fordert Umbenennung von New Mexico in „New America“
Bild: KI-generiert
US-Wahlkampf

Trump fordert Umbenennung von New Mexico in „New America“

Donald Trump verlangt, New Mexico solle sich sofort in „New America“ umbenennen – wenige Wochen vor den Midterms. Der Bundesstaat kann das nicht einfach tun, und selbst Republikaner stellen sich gegen den Präsidenten.

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Donald Trump will New Mexico den Namen nehmen. Am Montag, 19. Oktober 2026, forderte der US-Präsident auf Truth Social, der Bundesstaat solle sich „sofort“ in „New America“ umbenennen. Der Vorstoß fällt in den Endspurt vor den Midterms – in New Mexico sind im November mehrere Rennen hart umkämpft.

Der neue Name würde dem Staat „großen Wert und Prestige“ bringen, Immobilienwerte und Einkommen steigen lassen, behauptete Trump in demselben Beitrag. Zudem schrieb er, „vielleicht würden sogar die korrupten Wahlen“, für die New Mexico bekannt sei, „wieder ehrlich“. Belege für beides legte der Präsident nicht vor.

Automatische Übersetzung · Englisch

Der Name New Mexicos reicht Hunderte von Jahren zurück, lange bevor die Vereinigten Staaten überhaupt existierten. Er trägt Generationen von Geschichte, Kultur und reichen Traditionen in sich, die weiterhin prägen, wer wir sind. Wir sind New Mexicans. Wir sind stolz auf unseren Namen, stolz auf unsere Heimat, und wir behalten beides. Lange nachdem Donald Trump aus dem Amt ist, werden wir immer noch New Mexico sein.

X · @SenatorLujan

Ein Präsident kann keinen Bundesstaat umbenennen

„The name of this state is New Mexico“ – so steht es in Artikel I der Verfassung des Bundesstaats. Ändern ließe sich das nur von New Mexico aus: Die State Legislature müsste einen Verfassungszusatz beschließen, die Wähler müssten ihn in einem landesweiten Referendum billigen – warum der Präsident New Mexico nicht umbenennen kann.

Der Wahlanalyst Brian Sanderoff brachte die Grenze auf den Punkt: Die Umbenennung von Bundesterritorien oder geografischen Merkmalen wie Seen sei Sache des Präsidenten – „but renaming states is not“. Der republikanische Kongresskandidat Greg Cunningham hatte schon am 16. Oktober in einer TV-Debatte gesagt, eine Umbenennung sei „not something that's legislatively possible“.

Spott in Santa Fe, Widerspruch aus der eigenen Partei

Gouverneurin Michelle Lujan Grisham (Demokratin) antwortete am Montagabend mit einem knappen Post. New Mexico sei „long before the United States existed“ New Mexico gewesen und werde es „forevermore“ bleiben, schrieb sie. Schon im September hatte sie dem Weißen Haus vorgehalten, es „waste time coloring on maps“, während Nuevo México arbeite – der Name stehe „not up for debate“.

„This tired New America bit again? You have to ask — what policy failure is Trump trying to distract Americans from this time?“
Michelle Lujan Grisham, Gouverneurin von New Mexico

Senator Ben Ray Luján hielt Trump die Namensgeschichte entgegen: Der Name reiche „hundreds of years, long before the United States even existed“ zurück. „We are New Mexicans. We're proud of our name, proud of our home, and we're keeping both“, schrieb er am 19. Oktober. Deb Haaland, frühere Innenministerin und Gouverneurskandidatin, forderte Trump auf, sich um den Krieg, die Zölle und niedrigere Preise zu kümmern.

Widerspruch kam auch aus den eigenen Reihen. Gregg Hull, republikanischer Gouverneurskandidat, sagte, er lebe seit 40 Jahren in New Mexico, seine Kinder und Enkel seien New Mexicans – „New Mexico does not need a new name“, wie KOAT über die Reaktion der Republikaner berichtet. Larry Marker, Herausforderer von Senator Luján, nannte die Idee legislativ undurchführbar und „really isn't even an issue to the voters“.

Zweite Runde einer Kampagne aus dem September

Der Vorstoß vom 19. Oktober ist die zweite Runde. Am 6. September postete Trump erstmals die Forderung nach „New America“, dazu eine Karte mit durchgestrichenem „Mexico“ – Trumps Karte mit Mexiko und Kanada als US-Territorium – und ein KI-Video, in dem er den Namen zur Musik der Village People änderte. Am 9. September warb er auf dem RNC Midterm Convention: „the people love the idea“.

Der Name selbst geht auf das 16. Jahrhundert zurück: Spanische Siedler nannten die Region Nuevo México, lange vor der Gründung der Vereinigten Staaten und vor Mexikos Unabhängigkeit von Spanien. 1912 wurde New Mexico der 47. Bundesstaat; die 1610 gegründete Hauptstadt Santa Fe ist die älteste der USA.

Von Nuevo México zu New America

  1. 16. Jahrhundert
    Spanische Siedler nennen die Region Nuevo México

    Der Name ist älter als die Vereinigten Staaten und älter als Mexikos Unabhängigkeit von Spanien.

  2. 1610
    Santa Fe wird gegründet

    Die Hauptstadt von New Mexico ist heute die älteste Stadt der USA in dieser Funktion.

  3. 1912
    New Mexico wird 47. Bundesstaat

    Zuvor war die Region ein inkorporiertes Territorium der USA.

  4. 2025
    Golf von Mexiko wird „Gulf of America“

    Trump lässt das Seegebiet per Executive Order für Bundeszwecke umbenennen.

  5. 27. August 2026
    Ontariosee heißt „Lake America“

    Trump unterzeichnet eine Anordnung für den neuen Namen des Sees.

  6. 6. September 2026
    Erster Vorstoß für „New America“

    Trump postet die Forderung samt Karte mit durchgestrichenem „Mexico“ und einem KI-Video.

  7. 19. Oktober 2026
    Trump erneuert die Forderung

    Lujan Grisham, Luján, Haaland und der Republikaner Hull widersprechen umgehend.

Der Zeitpunkt ist politisch aufgeladen. New Mexico wählte 2024 mit sechs Punkten Vorsprung demokratisch, im November stehen dort ein offener Gouverneurssitz (Haaland gegen Hull), das Senatsrennen Luján gegen Marker und mehrere umkämpfte Kongressdistrikte an. Demokratische Funktionäre lesen Trumps Vorstoß als Ablenkung von Preisen, Spritkosten und Gesundheitspolitik. Einen Besuch in New Mexico hat der Präsident nicht angekündigt.