Caroline Bosbach reicht Programmbeschwerde gegen Böhmermann-Satire ein
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Fernsehrat

Caroline Bosbach reicht Programmbeschwerde gegen Böhmermann-Satire ein

Die CDU-Abgeordnete Caroline Bosbach verlangt vom ZDF eine Stellungnahme zu einer Böhmermann-Szene, in der vor einem Kruzifix von einem „halbnackten POC Otter“ die Rede ist. Sie fragt, ob der Sender den Propheten Mohammed genauso darstellen würde.

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Für einen Satz über einen „halbnackten POC Otter“ soll das ZDF im Fernsehrat Rechenschaft ablegen. Die CDU-Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach hat eine förmliche Programmbeschwerde gegen das „ZDF Magazin Royale“ eingereicht.

Das Schreiben richtet sich an Intendant Norbert Himmler, an Fernsehratsvorsitzende Gerda Hasselfeldt und an die Mitglieder des Fernsehrats. Bosbach verlangt eine konkrete Prüfung der beanstandeten Szene und eine nachvollziehbare Stellungnahme des Senders.

Instagram · @carolinebosbach

Anlass ist die Ausgabe vom 2. Oktober mit dem Titel „Wie die Kirche im Osten die AfD bekämpft“, die Comeback-Folge nach der Sommerpause. Bosbach machte ihre Beschwerde am 19. Oktober öffentlich; die Meldung des PRO-Medienmagazins zur Programmbeschwerde griff sie auf, ebenso weitere christliche Medien.

Die Katholikin wirft dem Sender vor, „einen interreligiösen Kampf“ anzustacheln. Sie ruft Gläubige auf, ebenfalls Beschwerde einzureichen.

Der Satz fällt bei Minute 19:41

In der Ausgabe ist bei Minute 19:41 ein Kruzifix eingeblendet. Jan Böhmermann sagt dazu: „In der Kirche wird auch nicht eine dusselige Deutschlandfahne angebetet, sondern was Anständiges. Ein genderfluider, bineugieriger, halbnackter POC Otter, eine smoking hot skinny legend, an einem auf dem Kopf stehenden Teufelssymbol, check it out.“

Bosbach liest daraus eine gezielte Verhöhnung des christlichen Glaubens. „Das ZDF hat den Bogen hier nicht überspannt, sondern reißen lassen“, schreibt sie. „Für die Verächtlichmachung christlicher Glaubensinhalte im öffentlich-rechtlichen Programm gibt es genug Beispiele. Aber das hier schießt dem Fass den Boden aus.“

Der Beitrag handelt vom Umgang der Kirche im Osten mit der AfD. Bosbach sitzt für die CDU im Bundestag und listet in ihrer Beschwerde auf, welche Vorschriften sie durch die Passage verletzt sieht.

Was der Staatsvertrag verlangt

Bosbach stützt sich auf § 5 Absatz 2 des ZDF-Staatsvertrags. Dort steht: „Die sittlichen und religiösen Überzeugungen der Bevölkerung sind zu achten.“ Zusätzlich beruft sie sich auf Abschnitt VI der ZDF-Programmrichtlinien.

Die Abgeordnete bestreitet, dass Satire als Kunstform außerhalb dieser Regeln steht. Ihre Beschwerde hält fest:

„Satire setzt die gesetzlichen Programmgrundsätze nicht außer Kraft.“
Caroline Bosbach, CDU-Bundestagsabgeordnete

Ob ein Gericht das genauso sieht, ist offen. Im August befasste sich das Landgericht München I mit Ostermanns Klage gegen Böhmermann und das ZDF. Die Richter wiesen Ostermanns gescheiterte Klage gegen Böhmermann ab, weil die Aussagen zulässige Satire seien.

Der Vergleich mit dem Propheten

Bosbach fragt, ob das ZDF bei einem anderen Glauben genauso verfahren würde. In ihrer Beschwerde steht der Satz:

„Im Übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass das ZDF es auch nur ansatzweise in Betracht ziehen würde, den Propheten Mohammed in ähnlicher Weise zu verunglimpfen.“
Caroline Bosbach, CDU-Bundestagsabgeordnete

Der Satz zielt auf die Frage, ob der Sender muslimische Glaubensinhalte anders behandelt als christliche. An anderer Stelle schreibt sie: „Statt Integration wird hier Spaltung verfolgt.“

Bosbach ruft Gläubige auf, ebenfalls Beschwerde einzureichen. Der Streit trifft eine Sendung, die ohnehin vor dem Aus steht: Das „ZDF Magazin Royale“ läuft nach Angaben des Senders nur noch bis zum Jahresende 2026.

Beifall und Widerspruch

Rückendeckung bekommt Bosbach von Thorsten Alsleben, dem Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Er sagt über die Szene:

„Diese billige Häme und Verachtung über die zentrale Figur des christlichen Glaubens ist abstoßend.“
Thorsten Alsleben, Geschäftsführer Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Widerspruch kommt aus katholischen Blogs. Am 20. Oktober erschien auf dem Bergisch Gladbacher Blog Santillán ein Kommentar mit dem Titel „Jesus hält das aus! Caroline Bosbach und die politische Instrumentalisierung christlicher Werte“.

merkur.de hat Details des Schreibens und der Instagram-Kampagne zusammengetragen, darunter Bosbachs Aufruf an Gläubige, selbst Beschwerde einzulegen.

Was der Fernsehrat jetzt prüfen muss

Die Ausgabe vom 2. Oktober hatte schon vor Bosbachs Vorstoß Beschwerden ausgelöst. In einem Cold Opener wird ein Mann auf einem Simson-Moped mehrfach von einem Lkw überrollt, eine Anspielung auf den AfD-Politiker Ulrich Siegmund. Das ZDF verteidigte die Szene als Satire.

Zu diesem Einspieler gingen mehr als 100 Beschwerden nach Böhmermanns Einspieler beim Sender ein. Die neue Beschwerde richtet sich gegen eine andere Szene derselben Sendung.

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Ob der Fernsehrat die Otter-Passage beanstandet oder als zulässige Satire durchgehen lässt, ist offen. Bosbach will eine Antwort, und die Sendung, um die es geht, endet in wenigen Wochen.