Alle fünf Männer aus Shani-Louk-Fotos sind getötet oder gefasst
Bild: KI-generiert
Gaza-Krieg

Alle fünf Männer aus Shani-Louk-Fotos sind getötet oder gefasst

Israel hat nach eigenen Angaben den letzten Hamas-Mann getötet, der an der Verschleppung von Shani Louks Leichnam beteiligt war – vier der fünf Männer der Fotos vom 7. Oktober 2023 sind tot, einer sitzt in Haft. Die Armee begründet den Angriff mit einem Verstoß der Hamas gegen die Waffenruhe.

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Der letzte Mann der Hamas-Gruppe, die Shani Louks Leichnam am 7. Oktober 2023 durch Gaza verschleppt hat, ist tot. Tamer Mohammad Ibrahim Al-Zabaq starb am Montag bei einem israelischen Luftangriff in Dschabaliya im Norden des Gazastreifens. Armee und Schin Bet gaben die Tötung am Dienstag bekannt.

Nach israelischer Darstellung gehörte Al-Zabaq der Nukhba-Einheit des militärischen Hamas-Flügels an und drang am 7. Oktober 2023 nach Israel ein. Er soll an der Verschleppung der damals 22-jährigen Shani Louk beteiligt gewesen sein, wie Times of Israel zu Al-Zabaqs Rolle schreibt. Die Vorwürfe stammen von israelischer Seite, ein Urteil gegen ihn gibt es nicht.

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Mit seinem Tod sind nach Angaben des Militärs alle fünf Männer der Gruppe getötet oder gefasst, die auf den weltweit verbreiteten Fotos vom 7. Oktober 2023 zu sehen ist. Vier von ihnen wurden getötet, der fünfte sitzt in israelischer Haft. Israels Armee erklärte die Zelle damit für vollständig zerschlagen, wie n-tv zum letzten Toten im Louk-Fall berichtet.

Vier Tote, ein Gefangener

Den ersten der Männer traf es drei Tage nach dem Überfall: Mustafa Shaheen wurde nach israelischer Darstellung am 10. Oktober 2023 bei einem Luftangriff getötet. Basel Cheleh folgte am 6. Dezember 2023, Attiya Daour am 20. August 2025.

Mustafa Ala Khatib, der fünfte Mann der Gruppe, sitzt seit längerem in israelischer Haft. Nach israelischen Angaben wurden mehrere an den Entführungen vom 7. Oktober beteiligte Hamas-Männer gezielt getötet – Israels Tötung von Noa Argamanis Entführer im September ist ein weiteres Beispiel.

Die Zelle vom 7. Oktober 2023

  1. 7. Oktober 2023
    Überfall auf das Supernova-Festival

    Hamas-Terroristen töten in Israel rund 1.200 Menschen und verschleppen 251 Geiseln. Shani Louk stirbt durch einen Kopfschuss, ihr Körper wird auf einem Pick-up durch Gaza gefahren.

  2. 10. Oktober 2023
    Erster Mann der Gruppe getötet

    Mustafa Shaheen stirbt nach israelischer Darstellung bei einem Luftangriff.

  3. 30. Oktober 2023
    Louks Tod forensisch bestätigt

    Israelische Forensiker weisen ihn anhand eines Schädelfragments nach; ihre Schwester Adi macht es über Instagram öffentlich.

  4. 6. Dezember 2023
    Basel Cheleh getötet

    Er wird nach israelischer Darstellung bei einem weiteren Angriff getötet.

  5. 17. Mai 2024
    Überreste aus Gaza geborgen

    IDF-Soldaten holen Louks sterbliche Überreste aus einem Tunnel und bringen sie nach Israel; die Beisetzung folgt am 19. Mai 2024 in Srigim.

  6. 20. August 2025
    Attiya Daour getötet

    Damit sind vier der fünf Männer der Fotos tot, einer sitzt in Haft.

  7. 19. Oktober 2026
    Tamer Al-Zabaq getötet

    Ein Luftangriff in Dschabaliya trifft den letzten Mann der Gruppe; am 20. Oktober bestätigen IDF und Schin Bet die Tötung.

Der Vorwurf: Verstoß gegen die Waffenruhe

Die Armee begründet den Angriff mit Al-Zabaqs jüngster Aktivität. Er habe Anschläge auf israelische Soldaten und Zivilisten vorangetrieben und die militärischen Fähigkeiten der Hamas wiederhergestellt – nach israelischer Darstellung in systematischer Verletzung der Waffenruhe.

Zum Ablauf verweist das Militär auf Präzisionsmunition und Luftaufklärung, die zivile Opfer begrenzen sollten. Al-Zabaq soll die Hamas-Fähigkeiten während einer geltenden Waffenruhe wieder aufgebaut haben; der Angriff selbst fällt in genau diese Phase.

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Shani Louk starb durch einen Kopfschuss

Shani Nicole Louk wurde am 7. Februar 2001 als Tochter eines israelischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren und lebte später in Tel Aviv. Am 7. Oktober 2023 überrannten Hamas-Terroristen das Supernova-Festival nahe Re'im; Louk starb durch einen Kopfschuss, ihr Körper wurde auf einem Pick-up durch Gaza gefahren.

Bei dem Überfall wurden in Israel rund 1.200 Menschen getötet und 251 als Geiseln verschleppt. Louks Tod bestätigten israelische Forensiker am 30. Oktober 2023 anhand eines Schädelfragments; ihre Schwester Adi machte es über Instagram öffentlich.

Erst am 17. Mai 2024 bargen IDF-Soldaten ihre sterblichen Überreste aus einem Tunnel im Gazastreifen und brachten sie nach Israel. Beigesetzt wurde Louk am 19. Mai 2024 in Srigim.

Ihre Mutter Ricarda Louk, die aus Ravensburg stammt, erinnert an eine weltoffene, früh selbstständige Tochter, die Künstlerin werden wollte. Auf die Reaktion junger Frauen angesprochen, sagt sie:

„Sie schrieben, dass sie sich Shani als Vorbild nehmen, weil sie so eine selbstständige Frau war. Es freut mich, dass sie so viel hinterlassen hat, trotz ihres kurzen Lebens.“
Ricarda Louk, Mutter von Shani Louk

Der Satz ordnet ein, was für die Familie drei Jahre nach dem Überfall zählt: das, was Louk hinterlassen hat. Sie starb mit 22 Jahren, ihre Mutter spricht von einem kurzen Leben und von einem Vorbild für andere.

Was mit dem fünften Mann passiert

Offen ist, was mit Mustafa Ala Khatib geschieht. Er sitzt seit längerem in israelischer Haft. Öffentlich bekannt ist bislang weder ein Prozesstermin noch eine Anklage gegen ihn.

Fest steht bislang nur: Die fünf Männer der Fotos vom 7. Oktober 2023 sind tot oder in Haft. Ob der Angriff von Dschabaliya die Waffenruhe im Gazastreifen weiter aushöhlt, entscheidet sich an der Reaktion der Hamas – und daran, ob weitere Luftschläge folgen.