Karoline Herfurth öffnet nach einem Vertrauensbruch eine Tür nicht mehr
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Vertrauensbruch

Karoline Herfurth öffnet nach einem Vertrauensbruch eine Tür nicht mehr

Zum Kinostart von „Der perfekte Urlaub“ spricht Karoline Herfurth (42) über Vertrauensbrüche, zweite Chancen und die eine Tür, die sie nicht wieder öffnet. Ihre Figur Carlotta sieht das anders.

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Ein einziges Mal reicht: Wer das Vertrauen von Karoline Herfurth (42) ernsthaft bricht, bekommt die Tür nicht wieder auf. Die Schauspielerin hat das zum Kinostart ihres neuen Films so klar formuliert wie selten – und dabei eine Grenze gezogen, die viele Menschen kennen.

Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, bringt Constantin Film „Der perfekte Urlaub“ in die deutschen Kinos – sieben Jahre nach „Das perfekte Geheimnis“, das 2019 mit mehr als 5,3 Millionen Zuschauern der erfolgreichste deutsche Film des Jahres war. Regie führt erneut Bora Dağtekin, der auf die bekannte Besetzung setzt.

Herfurth spielt wieder Carlotta, an ihrer Seite steht Elyas M'Barek (44) als Leo. Zum Start erschien am selben Tag ein Interview der Nachrichtenagentur spot on news, das unter anderem BUNTE, GALA und stern veröffentlichten. Die Kernfrage darin: Kennt sie das, dass der Kopf eine Sache längst abgehakt hat, das Herz aber nicht mitkommt?

Wenn eine Tür zugeht, bleibt sie zu

Herfurth antwortet mit einem Bild, das hängen bleibt. Sie vergesse vieles und sei „eine sehr nachgiebige Person“, sagt sie – „aber wenn einmal ein Vertrauensbruch passiert ist, kommt das nicht so leicht wieder zurück. Ich öffne zwar viele Türen immer wieder, doch wenn eine einmal wirklich zugegangen ist, bleibt sie zu.“

Nachzulesen ist das in dem Interview über die geschlossene Tür. Den Anlass liefert das Drehbuch: Ihre Figur Carlotta hat Ehemann Leo verziehen, wird aber „den Verdacht nicht los, dass Leo seine Sexting-Bekanntschaft doch noch nicht abgeschossen hat“.

Ein zweites, unabhängiges Gespräch mit der Journalistin Andrea Zschocher, ebenfalls am 22. Oktober 2026 veröffentlicht, macht die Härte der Aussage noch deutlicher.

„Wenn das Vertrauen einmal richtig zerbrochen ist, dann ist es auch weg. Dann braucht es sehr viel Arbeit des Gegenübers, bis ich die Tür wieder aufmache. Wenn mein Gegenüber diese Arbeit nicht leisten will, dann bleibe ich auch weg.“
Karoline Herfurth, Schauspielerin

Viele Chancen – bis zur Grenze der Gewalt

Nachtragend will Herfurth nicht sein. Auf die Frage, woran sie merke, dass sie wirklich verziehen habe, sagt sie: „Meistens vergesse ich es einfach.“ Vergeben heißt für sie, anderen und sich selbst Entwicklung zuzugestehen: „Es ist völlig erlaubt, Fehler zu machen, Dinge nicht zu wissen oder gemeinsam daran zu wachsen.“

Zweite Chancen bejaht sie deshalb „absolut, wenn mein Gegenüber wirklich an einer Klärung interessiert ist“; „Selbstbetrug oder Scheinlösungen“ könne sie „überhaupt nichts abgewinnen“. Dann die rote Linie: „Aber natürlich gibt es auch Dinge, die nicht zu verzeihen sind. Wer etwa Grenzen überschreitet - insbesondere Grenzen der Gewalt -, hat nicht immer eine zweite Chance verdient.“

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Im Zschocher-Interview nennt sie eine zweite Bedingung: Beim Gegenüber dürfe „gar kein Interesse an einer wahrhaftigen Aufarbeitung“ bestehen. Ob sie verzeiht, hängt für sie weniger daran, was jemand getan hat, als am Umgang damit.

Gutgläubig – das Gegenteil ihrer Figur

Carlotta sei „zickig, biestig und spitz“, das zu spielen mache „großen Spaß“, sagt Herfurth. Die Figur dürfe „Ecken und Kanten“ haben und „manchmal auch abgründig“ sein.

„Ich selbst bin unglaublich gutgläubig: Ich glaube den Menschen schnell alles und sehe zunächst immer das Beste in meinem Gegenüber. Carlotta ist genau das Gegenteil.“
Karoline Herfurth, Schauspielerin

Im Zschocher-Gespräch führt sie aus, sie brauche lange, „bis ich verstehe, wenn jemand ungute Hintergedanken hat, weil ich mir das gar nicht vorstellen kann“. Sie erwarte, dass alle es gut miteinander meinen – und macht damit klar, wie weit die Rolle von ihr entfernt ist.

Kälte, Bootstage und die überwundene Flugangst

Wild sei der Mallorca-Dreh gewesen, sagt Herfurth – das Gegenteil des kammerspielartigen ersten Teils, in dem das Ensemble „quasi wie kleine Vampire zweieinhalb Monate im Dunkeln“ gesessen habe. Gedreht wurde bis in den Dezember, die letzte Szene bei vier bis fünf Grad Außentemperatur.

Mehrere Tage verbrachte das Team auf dem Wasser. M'Barek nannte „vier oder fünf Tage“ auf dem Boot und war danach „froh“, „als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten“ – so steht es in dem Interview über Kälte und Bootstage.

„Ich wurde so ein bisschen aus meiner Komfortzone herausgeholt – alleine schon, weil ich trotz meiner Flugangst nach Mallorca fliegen musste. Seitdem habe ich keine Flugangst mehr und bin total glücklich.“
Karoline Herfurth, Schauspielerin

Die Angst war zuvor ohne erkennbaren Auslöser gekommen: Früher sei Fliegen für sie „wie Bus- oder Bahnfahren“ gewesen, „dann habe ich plötzlich Panik bekommen und ich weiß nicht, warum“. Danach mied sie Flüge – bis Mallorca. 2026 war sie bereits in Tallinn, Rom und London.

Angesteckt hat sie Jessica Schwarz, die sie „überallhin mitgenommen“ habe, auf einen schönen Markt, in ein Restaurant, zu Klippen. Inzwischen führe sie „eine ganze Liste mit Reisezielen“.

Neue Pläne mit M'Barek

Auf ein weiteres gemeinsames Projekt mit M'Barek angesprochen, wird sie vorsichtig: „Es gibt eine Geschichte, die ich wahnsinnig schön finde und würde sie gerne verfilmen. Er findet sie ebenfalls schön. Aber man weiß nie, ob wir das wirklich umsetzen können.“ Details verrät sie nicht – „leider nicht“.

Ihre erste Zusammenarbeit mit Bora Dağtekin liegt mit „Fack ju Göhte“ 13 Jahre zurück. Seither habe sie sich „unglaublich verändert“, vor allem dadurch, dass sie selbst Regisseurin geworden sei; sie verstehe heute besser, „wie ein Film in all seinen Details entsteht“.

Die ersten Kritiken fielen durchwachsen aus – der NDR sprach von einem „humoristischen Armutszeugnis“. Einen Überblick gibt die Zusammenfassung der Kritiken zum Kinostart.

Was danach kommt, ist offen. Für einen dritten Teil haben Herfurth und M'Barek schon Titel parat: Sie schlägt „Der perfekte Arbeitstag“, „Das perfekte Praktikum“ oder „Die perfekte Scheidung“ vor, er „Das perfekte Altersheim“. Ob es einen dritten Teil geben wird, ist damit noch nicht entschieden.