Rot-Grün-Rot in Berlin lehnen 56 Prozent der Deutschen ab
Bild: KI-generiert
Politbarometer

Rot-Grün-Rot in Berlin lehnen 56 Prozent der Deutschen ab

Eine Mehrheit der Wahlberechtigten in Deutschland hält eine Koalition aus Linke, Grünen und SPD in Berlin für schlecht. SPD und Grüne haben bereits zugestimmt – die Linke entscheidet erst am 31. Oktober.

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56 Prozent der Wahlberechtigten halten eine rot-grün-rote Koalition in Berlin für schlecht, nur 26 Prozent finden sie gut. 16 Prozent ist es egal – das ergab die Umfrage zur rot-grün-roten Koalition in Berlin, für die die Forschungsgruppe Wahlen vom 20. bis 22. Oktober 1.225 Wahlberechtigte telefonisch und online befragte.

Der Fehlerbereich liegt bei rund drei Prozentpunkten. Die Ablehnung trifft ein Bündnis, das rechnerisch längst möglich ist: Linke, Grüne und SPD haben sondiert, zwei der drei Parteien wollen verhandeln. Die dritte hat noch nicht entschieden.

Bewertung einer rot-grün-roten Koalition in Berlin

Anteile der Befragten in Prozent

Quelle: Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer, 20.–22. Oktober 2026 (1.225 Befragte)

SPD und Grüne stimmen zu, die Linke wartet

Am 19. Oktober stimmte der SPD-Landesvorstand mit 26 zu 3 Stimmen für Koalitionsverhandlungen. Am Abend billigte ein kleiner Parteitag der Grünen den Schritt, nur zwei von 45 Delegierten stimmten dagegen.

Die Linke ist bei der Wahl am 20. September mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden, vor CDU (18,8), AfD (16,3), Grünen (14,3) und SPD (12,1 Prozent); die bisherige CDU/SPD-Koalition verlor ihre Mehrheit. Ob die Linke verhandelt, entscheidet ihr Parteitag am 31. Oktober.

Von den Parteiaustritten bis zur Entscheidung

  1. 1. Oktober 2024
    Fünf prominente Linke treten aus

    Ex-Kultursenator Klaus Lederer und Ex-Sozialsenatorin Elke Breitenbach verlassen aus Protest gegen den Umgang mit linkem Antisemitismus die Partei.

  2. 17. Oktober 2026
    Sondierungspapier vorgestellt

    Linke, Grüne und SPD präsentieren gemeinsame Pläne, darunter Vergesellschaftung und 100.000 bezahlbare Wohnungen.

  3. 19. Oktober 2026
    SPD und Grüne stimmen für Verhandlungen

    Der SPD-Landesvorstand votiert mit 26 zu 3 Stimmen dafür, ein kleiner Parteitag der Grünen mit zwei Gegenstimmen von 45 Delegierten.

  4. 31. Oktober 2026
    Parteitag der Linken entscheidet

    Bei Zustimmung könnten die Koalitionsverhandlungen Anfang November beginnen.

Der Streit um Antisemitismus bleibt

Vor den Sondierungen hatten sich Linke, Grüne und SPD auf eine gemeinsame Antisemitismus-Erklärung verständigt. Sie soll in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden – mit Sanktionen bis hin zum Fraktionsausschluss.

Der Streit ist nicht neu: Die Antisemitismus-Debatte in der Berliner Linken hatte die Partei schon vor der Wahl erfasst. Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Berliner Linken, gab nach dem Wahlsieg ein Schutzversprechen für jüdisches Leben ab.

„Ich stehe für den Schutz jüdischen Lebens – genau wie für den Schutz jedes Lebens und gebe ein Schutzversprechen ab, dass die Menschen in unserer Stadt sich wieder sicher fühlen müssen.“
Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Berliner Linken

Verbindlich würde die Erklärung erst mit dem Koalitionsvertrag. Bis dahin bleibt sie ein Versprechen der drei Parteien – und die Linke muss am 31. Oktober entscheiden, ob sie es mitträgt.

Was das Bündnis in Berlin vorhat

Im Sondierungspapier vom 17. Oktober stehen die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände und der Bau von 100.000 bezahlbaren Wohnungen. Für die Linke wäre es der Sprung in die Regierungsverantwortung.

Gregor Gysi, Bundestagsabgeordneter der Linken, beschreibt, was dieser Wechsel bedeutet:

„Du hast plötzlich eine Verantwortung für die ganze Stadt, für alle Berlinerinnen und Berliner und alle Gäste der Stadt.“
Gregor Gysi, Bundestagsabgeordneter der Linken

Diese Verantwortung träfe die Partei in einer Stadt, in der CDU und SPD bei der Wahl ihre Mehrheit verloren haben – und in der 56 Prozent der Bundesbürger das geplante Bündnis ablehnen.

Am 31. Oktober fällt die Entscheidung

Bis dahin ändert die Umfrage nichts am Verfahren: SPD und Grüne haben ihre Gremien hinter sich, die Linke noch vor sich. Dort fällt der Beschluss über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen.

Umfrage
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Stimmt der Parteitag zu, könnten die Gespräche Anfang November beginnen. Lehnt er ab, kommt das Bündnis nicht zustande. Ob die 56 Prozent Ablehnung in der Partei eine Rolle spielen, entscheidet sich am 31. Oktober in einer Abstimmung.