Gen Z ruft am 31. Oktober zu Protesten in bis zu 23 Städten auf
Bild: KI-generiert
Großdemo

Gen Z ruft am 31. Oktober zu Protesten in bis zu 23 Städten auf

Am 31. Oktober will die „Gen Z“ ab 14 Uhr in bis zu 23 Städten demonstrieren – mitten in der Halloweennacht. Hessens Innenminister kündigt eine starke Polizeipräsenz an, Berlins Polizei warnt vor Unterwanderung, die Bundesregierung sieht keine Gefahr.

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Für Samstag, 31. Oktober, ruft die Initiative „Gen Z steht auf“ ab 14 Uhr zu Protesten in 21 bis 23 deutschen Städten auf – darunter Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Leipzig und Dresden. Polizei und Innenminister bereiten sich auf einen Großeinsatz vor, denn der Protesttag fällt mitten in die Halloweennacht.

In Frankfurt ist die Demo beim Ordnungsamt angemeldet, die Veranstalter rechnen dort mit 1.700 Teilnehmenden. Online hatten sich laut dem Journal Frankfurt zu den angekündigten Teilnehmerzahlen bereits über 2.600 Menschen für Frankfurt und 3.500 für Bonn eingetragen.

Bildung, Klima und bezahlbares Leben

Gefordert werden mehr Geld für Bildung und Gesundheit, ein bezahlbares Leben, konsequenter Klimaschutz, die Ablehnung der Wehrpflicht und mehr Mitsprache junger Menschen. Die Initiative mobilisiert seit dem 19. Oktober auf ihrer Website für den 31. Oktober, zunächst war von 23 Städten die Rede.

Mitinitiator Akram Selo sagte, man distanziere sich „klar von jeglicher Art von Gewalt“. Ob das reicht, ist in den Innenministerien die zentrale Frage: Hessens Ressortchef Roman Poseck warnt vor einer Instrumentalisierung „aus dem linken Spektrum“, Berlins Polizei vor einer Vermischung mit Halloween.

Die Furcht vor französischen Verhältnissen

Auslöser der Nervosität ist Frankreich: Dort kam es am Wochenende des 17./18. Oktober bei landesweiten Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten zu schweren Ausschreitungen, Plünderungen und Brandstiftungen, auch am Rathaus von Limoges. In mehreren Großstädten, darunter Paris, verhängten die Behörden Ausgangssperren.

Von den Ausschreitungen in Frankreich zum Protesttag in Deutschland

  1. 17. Oktober 2026
    Proteste in Frankreich eskalieren

    Landesweite Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem eskalieren, es kommt zu Plünderungen und Brandstiftungen.

  2. 19. Oktober 2026
    Ausgangssperren und Mobilisierung

    In Paris und anderen Großstädten gelten Ausgangssperren. Die Initiative „Gen Z steht auf“ wirbt für den 31. Oktober in 23 Städten; ein Regierungssprecher sagt, man teile die Sorge vor einem Übergreifen nicht.

  3. 20. Oktober 2026
    Hessen kündigt Polizeipräsenz an

    Poseck warnt vor Instrumentalisierung aus dem linken Spektrum, Berlins Polizei nennt die erwartete Lage eine „Großdemolage“. Das Frankfurter Ordnungsamt bestätigt die Anmeldung für 1.700 Teilnehmende.

  4. 21./22. Oktober 2026
    Fehlende Anmeldungen, Aufrufe im Netz

    Für zahlreiche Städte liegt zunächst keine Anmeldung vor. Online sind über 2.600 Teilnehmende für Frankfurt und 3.500 für Bonn angekündigt.

  5. 31. Oktober 2026
    Protesttag ab 14 Uhr

    Geplant sind Proteste in 21 bis 23 Städten unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen der Polizei.

Die Bundesregierung teilt die Sorge vor einem Übergreifen nicht: „Diese Sorge teilen wir nicht“, sagte ein Regierungssprecher am 19. Oktober in Berlin. Berlins GdP-Landeschef Stephan Weh sieht das anders – er verweist auf die Bilder aus Frankreich und die Halloweennacht, „bei der auf unseren Straßen eh gern mit Pyrotechnik hantiert wird“.

Hessen kündigt starke Polizeipräsenz an

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) kündigte am 20. Oktober eine starke Polizeipräsenz an, zuerst berichtete die „Bild“-Zeitung. Beim Herbstgespräch des Landesamts für Verfassungsschutz in Wiesbaden sagte der CDU-Politiker, das Ausmaß der Demo sei „noch nicht absehbar“, die Behörden seien „alarmiert“.

„Unsere Polizei wird stark aufgestellt sein und konsequent handeln. Sie wird keinerlei Gewalt gegen Personen und Sachen dulden.“
Roman Poseck, Hessischer Innenminister (CDU)

Auf „französische Verhältnisse“ sieht Poseck Deutschland dennoch nicht zusteuern. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fährt eine schärfere Linie und will „alles daran setzen, vergleichbare Tendenzen bereits im Keim zu ersticken“.

Berlin rüstet für die Halloweennacht

In Berlin bereitet sich die Polizei auf einen umfangreichen Einsatz vor. Sprecher Florian Nath sagte, man werde „genau hinschauen, ob es sich um legitime Schülerproteste handelt oder wer lediglich die Kulisse von Halloween nutzen will für eigene Interessen“.

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Für zahlreiche Städte lag laut dem Tagesspiegel zu fehlenden Demo-Anmeldungen zunächst keine Anmeldung vor, online kursierten KI-generierte Aufrufe mit über einer Million Aufrufen. Die DPolG Hessen warnt vor einer Übertragung der Proteste durch extremistische Gruppen – ab 14 Uhr am 31. Oktober entscheidet sich, ob aus dem Schülerprotest ein Großeinsatz wird.