Uli Hoeneß spricht AfD und Linker die Regierungsfähigkeit ab
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Parteienkritik

Uli Hoeneß spricht AfD und Linker die Regierungsfähigkeit ab

Der Bayern-Ehrenpräsident spricht AfD und Linker die Regierungsfähigkeit ab, nennt das BSW einen „Aprilscherz“ – und bekräftigt, dass er Deutschland bei einer AfD-Regierung verlassen würde.

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Uli Hoeneß spricht der AfD und der Linken die Fähigkeit ab, ein Land zu führen – und bekräftigt, dass er Deutschland bei einer Regierungsbeteiligung der AfD verlassen würde. Der Ehrenpräsident des FC Bayern sagt das in einem Interview, in dem er AfD, Linke und BSW attackiert.

Das Gespräch führte WELT-Sportredakteur Julien Wolff; das Interview mit Uli Hoeneß bei WELT erschien am Freitag, gedruckt steht es in der „Welt am Sonntag“ vom 25. Oktober. Darin sagt der 74-Jährige:

„Rechts ist die AfD, links Die Linke. Beide sind nicht in der Lage, ein Land zu führen.“
Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München

Für seine Ablehnung der AfD nennt Hoeneß konkrete Forderungen: den Austritt aus der Europäischen Union, den Austritt aus der Nato und die Abkehr vom Euro. Von der Bundesregierung distanziert er sich dagegen nicht – er stellt sich hinter ihre Arbeit und wünscht sich dort lediglich mehr Geschlossenheit.

Ein Aprilscherz und die Angst vor der Zukunft

Härter noch fällt sein Urteil über das Bündnis Sahra Wagenknecht aus. Der Name der Partei sei falsch gewählt, sagt Hoeneß:

„Für mich sowieso ein Aprilscherz. Die müssten eigentlich heißen: Vereinigung der Freunde Russlands.“
Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München

Mit dem Satz rückt Hoeneß das BSW in die Nähe Moskaus und spricht dem Bündnis eine eigenständige Rolle in der deutschen Politik ab. Die Abkürzung steht für Bündnis Sahra Wagenknecht – nach seiner Lesart müsste sie für eine Vereinigung der Freunde Russlands stehen.

Und über sich selbst sagt der 74-Jährige, der wirtschaftlich als völlig unabhängig gilt: „Wenn ich auf die Welt schaue, bekomme allerdings sogar ich, der wirtschaftlich total unabhängig ist, etwas Angst vor der Zukunft.“

Die Wohnung in der Schweiz

Der Gedanke, Deutschland zu verlassen, ist bei Hoeneß nicht neu – er hatte ihn schon früher geäußert und bekräftigt ihn nun im Gespräch mit WELT. Seine Familie besitze seit vielen Jahren eine Wohnung in der Schweiz, sagt der Ehrenpräsident.

Ein Abschied vom Tegernsee komme für ihn aber nur unter außergewöhnlichen Umständen infrage. Damit macht der 74-Jährige sein Bleiben in Deutschland von einer Parteientscheidung abhängig.

Öffentlich gewarnt hatte er schon vorher: Im August hatte Hoeneß' Warnung vor einer AfD-Regierung in drei Jahren bei einer Ehrung in Frankfurt für Aufsehen gesorgt.

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Vom Glücksfall zum Zusammenbruch

In demselben Gespräch, das vor dem Mittag des 23. Oktober geführt wurde, spricht Hoeneß auch über Fußball und über seinen Trainer. Vincent Kompany nennt er einen „Glücksfall“ für den Klub.

Der Vertrag des 40-jährigen Belgiers läuft bis 2029. Hoeneß sagte, er habe Kompany bereits erklärt, man müsse den Vertrag „eigentlich jetzt schon verlängern“.

Zwei Tage zuvor, beim 2:2 gegen Arsenal in der Champions League, hatte Kompany trotz einer Virusinfektion noch an der Seitenlinie gestanden. Am Nachmittag des 23. Oktober brach er beim Training der Bayern-Amateure an der Säbener Straße zusammen.

Er kam mit dem Rettungswagen in eine Münchner Klinik. Der Klub meldete einen stabilen Zustand, dem Bericht über Kompanys Zusammenbruch beim Training zufolge bleibt der Trainer in medizinischer Obhut.

Sportvorstand Max Eberl kündigte am 24. Oktober einen Ausfall von mehreren Wochen an. Nach Informationen der „Bild“ soll Hoeneß Kompany in der Klinik besucht haben; Co-Trainer Aaron Danks übernimmt.

Hoeneß, der Stunden zuvor noch über eine Vertragsverlängerung gesprochen hatte, sagte der WELT:

„Wie wir alle war auch ich zunächst schockiert, aber Vincent ist bei unseren Ärzten und den Spezialisten im Krankenhaus in den besten Händen.“
Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München

Hoeneß hatte dem Trainer zugesagt, er bekomme „so viel Zeit, wie er braucht“. Am Sonntag (17.30 Uhr) tritt Bayern beim SC Freiburg ohne Kompany an der Seitenlinie an. Ob sein Wunsch nach einer vorzeitigen Verlängerung Bestand hat, entscheidet sich in den Wochen, in denen der Klub auf seinen Trainer verzichten muss.