Teheraner Stadtverwaltung hängt Trump-Darsteller über dem Verkehr auf
Bild: KI-generiert
Iran-Propaganda

Teheraner Stadtverwaltung hängt Trump-Darsteller über dem Verkehr auf

Seit dem 20. Oktober hängt am Tadschrisch-Platz in Teheran eine Gitterzelle mit einem Trump-Darsteller. Die Stadtverwaltung will an Irans Forderung nach Rechenschaft für US-Angriffe erinnern – Passanten beschimpfen den Doppelgänger und werfen Gegenstände.

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Mehrere Meter über dem Verkehr am Tadschrisch-Platz im Norden Teherans hängt eine Gitterzelle, in der ein Mann als Donald Trump hinter Stäben steht. Seit dem Abend des 20. Oktober fotografieren, filmen und beschimpfen Passanten den Darsteller, einzelne werfen Gegenstände auf die Zelle.

Ein Jugendlicher rief: „Trump, dieses Mal bringen wir dich um!“ Ein anderer Passant scherzte, man zahle die Kaution und hole ihn raus. Die Teheraner Stadtverwaltung will nach eigenen Angaben mit der Kampagne an Irans Forderung nach Rechenschaft für die US-Angriffe erinnern, wie der stern die Aktion der Stadtverwaltung beschreibt.

Rund um die Uhr im Einsatz

Der Darsteller tritt morgens bis mittags und abends bis nach Mitternacht auf, die Installation soll sieben Tage die Woche rund um die Uhr laufen. Die lebensgroße Zelle hängt frei an einer Werbetafel über dem Platzverkehr im wohlhabenden Norden der Hauptstadt, wie der AP-Bericht die Gitterzelle beschreibt.

Die Bildtafeln neben der Zelle nehmen Bezug auf US-Angriffe auf eine Schule in Minab und auf eine Hochzeitsfeier in Sirik. Nach iranischer Darstellung wurden dabei Dutzende Frauen und Kinder getötet.

Selfies, Spott und Gegenstände

Nicht alle bleiben beim Fotografieren. Besucher machen Selfies mit dem falschen Trump, andere beschimpfen ihn durch die Stäbe. Eine Besucherin namens Atousa nannte die Installation „sehr befriedigend“.

Internationale Agenturberichte beschreiben die Zelle inzwischen als Besuchermagneten. Die Nachrichtenagentur WANA veröffentlichte am 22. Oktober Stimmen von Schaulustigen, darunter die des Besuchers Seyed Reza Abolghasemi.

„Wo Iraner sind, ist ihr Gefängnis.“
Seyed Reza Abolghasemi, Besucher am Tadschrisch-Platz

Krieg seit dem 28. Februar

Die Installation fällt in einen Krieg, den US- und israelische Angriffe am 28. Februar 2026 ausgelöst haben und in dem Irans Oberster Führer Ali Khamenei getötet wurde, die Trauerfeiern für den getöteten Ajatollah wurden zur anti-amerikanischen Kundgebung. Im April trat eine Waffenruhe in Kraft, im Juni folgte ein umfassenderes Abkommen.

Im Juli brach die Waffenruhe zusammen, die Kämpfe wurden wieder aufgenommen, bis August stockten die Verhandlungen. Anfang September traf ein US-Angriff eine Hochzeitsfeier in Sirik; nach iranischer Darstellung starben zwei Frauen und zwei Kinder, mehr als 60 Menschen wurden verletzt. Am 23. Oktober ordnete das US-Außenministerium eine Verkleinerung des Personals an vier Botschaften im Nahen Osten an.

Von Kriegsbeginn bis zur Gitterzelle am Tadschrisch-Platz

  1. 28. Februar 2026
    US- und israelische Angriffe beginnen den Krieg

    Irans Oberster Führer Ali Khamenei wird getötet.

  2. April 2026
    Waffenruhe, im Juni ein umfassenderes Abkommen
  3. Juli 2026
    Die Waffenruhe bricht, die Kämpfe laufen wieder

    Bis August stocken die Verhandlungen.

  4. Anfang September 2026
    US-Angriff auf eine Hochzeitsfeier in Sirik

    Nach iranischer Darstellung sterben zwei Frauen und zwei Kinder, mehr als 60 Menschen werden verletzt.

  5. 20. Oktober 2026
    Die Gitterzelle mit Trump-Darsteller wird angebracht

    Erste Foto- und Videoaufnahmen gehen am 21. Oktober um die Welt.

  6. 23. Oktober 2026
    Die USA verkleinern ihr Personal an vier Botschaften

    Die Sorge vor neuen Angriffen wächst.

Warten auf den 3. November

Am 24. Oktober berichteten deutsche Medien über die Installation, der Andrang am Tadschrisch-Platz hielt an. Die Zelle soll sieben Tage die Woche rund um die Uhr in Betrieb bleiben – ob danach, hat die Stadtverwaltung bislang nicht mitgeteilt.

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Vor den US-Kongresswahlen am 3. November wächst die Sorge vor neuen US-Luftangriffen. Wie tief der Bruch ist, zeigte im September der Auszug der iranischen Delegation aus dem UN-Saal. Offen ist, ob die Zelle eine neue Eskalation überhaupt übersteht.