ICE erfasst zwei Gleisarbeiter in Essen – ein Mann stirbt
Ein ICE erfasst in der Nacht zwei Gleisarbeiter bei Grünschnittarbeiten in Essen-Katernberg, einer stirbt noch vor Ort. Die Polizei prüft, ob alle Vorschriften eingehalten wurden – die Strecke bleibt bis zum Vormittag gesperrt.
Ein ICE hat in der Nacht zum 26. Oktober 2026 in Essen zwei Gleisarbeiter erfasst. Einer der Männer starb noch am Unfallort, der zweite wurde schwer verletzt. Die Leitstelle der Feuerwehr Essen bekam den Alarm um 23.11 Uhr: schwerer Bahnunfall auf offener Gleisstrecke im Bereich der Grundstraße in Essen-Katernberg.
Der Zug erfasste zwei der sechs Männer, die gemeinsam auf dem Abschnitt arbeiteten. Die Gruppe führte nach ersten Erkenntnissen Grünschnittarbeiten am Gleis aus, als der ICE heranfuhr. Für einen Arbeiter kam jede Hilfe zu spät, er starb noch vor Ort.
Feuerwehr holt den Verletzten mit der Drehleiter von den Gleisen
Rund zwei Stunden lang war die Feuerwehr im Einsatz. Neben Kräften der Berufsfeuerwehr Essen waren die Freiwillige Feuerwehr Essen-Katernberg, der Rettungsdienst, die Bundespolizei, ein Notfallmanager der Deutschen Bahn und DRK-Fachberater vor Ort.
Weil der Verletzte im Gleisbereich lag, rettete ihn die Feuerwehr mit einer Drehleiter auf die Straße, wie der Einsatzbericht der Feuerwehr Essen schildert. Von dort brachte ihn der Rettungsdienst in ein Krankenhaus.
Ein Hubschrauber der Bundespolizei erkundete die Einsatzstelle aus der Luft. Drei Notfallseelsorger aus Essen und Mülheim betreuten die Gruppe und den Triebfahrzeugführer.
Die Polizei Essen ermittelt und prüft die Vorschriften
Die Polizei Essen hat die Ermittlungen übernommen. Zur Unfallursache machte sie zunächst keine Angaben; geprüft wird unter anderem, ob alle Vorschriften eingehalten wurden, wie der Überblick des WDR zum tödlichen Unfall zeigt.
Unklar ist bislang, ob die Arbeiten bei laufendem Bahnverkehr zulässig waren und ob der Triebfahrzeugführer die Männer auf den Gleisen rechtzeitig sehen konnte. Zu beiden Fragen äußerte sich die Polizei zunächst nicht.
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Fernzüge umgeleitet, Ersatzverkehr zwischen Dortmund und Oberhausen
Für Fahrgäste blieb der Unfall bis in den Vormittag spürbar. Die Strecke zwischen Gelsenkirchen Hbf und Essen-Altenessen war gesperrt, die Aufräumarbeiten liefen. Fernzüge wurden zwischen Gelsenkirchen und Duisburg umgeleitet, Reisende mussten rund 20 Minuten mehr einplanen.
Im Regionalverkehr kam es zu Teilausfällen und Umleitungen bei RB 32, RE 3, RE 1 (RRX), RE 11 (RRX) und RB 35. Zwischen Dortmund Hbf und Oberhausen Hbf fuhr ein Schienenersatzverkehr. Die Sperrung sollte laut Deutscher Bahn voraussichtlich bis 9 Uhr dauern.
Wie gefährlich der Job am Gleis ist
Dass Bahnbeschäftigte an Strecken und in Zügen immer wieder in Gefahr geraten, zeigt eine andere Zahl: 1.630 attackierte Bahnmitarbeiter in fünf Monaten. In Katernberg traf es eine Gruppe, die am Gleis Grünschnitt erledigte.
Ob ein Warnsystem die Männer rechtzeitig gewarnt hat, ob der Zug noch bremsen konnte und wer die Aufsicht über die Kolonne führte – zu diesen Punkten liegt bislang nichts vor. Wann die Polizei Essen erstmals Angaben zur Unfallursache macht, ist offen.