Trump nennt Norwegen „beschissenes Land“ – wegen Nobelpreis
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US-Wahlkampf

Trump nennt Norwegen „beschissenes Land“ – wegen Nobelpreis

Weil er den Friedensnobelpreis nicht bekam, hat Donald Trump Norwegen bei einer Wahlkampfrede in Michigan ein „beschissenes Land“ genannt und angekündigt, niemanden aus Norwegen aufnehmen zu wollen. Aus Oslo kommt Widerspruch.

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„Frankly, Norway sucks.“ Mit diesem Satz begann Donald Trump am Sonntag in Port Huron im US-Staat Michigan seine Rede über Norwegen. Vor rund 3.000 Zuhörern in der Hockey-Arena McMorran Place sagte der US-Präsident, das Land sei inzwischen ein „beschissenes Land“.

Den Grund nannte er gleich mit: den Friedensnobelpreis. „Weil ich den Nobelpreis nicht bekommen habe … will ich niemanden aus Norwegen“, sagte Trump und setzte nach: „Ich will mit Norwegen nichts zu tun haben.“

Der Bericht über Trumps Wutrede gegen Norwegen hält den Wortlaut fest. Es war der erste Besuch eines amtierenden US-Präsidenten in Port Huron, wie die Detroit Free Press berichtet – neun Tage vor den Midterms am 3. November.

Der Preis ging an eine 85-Jährige

Am 9. Oktober verkündete das Norwegische Nobelkomitee in Oslo, dass Navanethem „Navi“ Pillay den Friedensnobelpreis 2026 erhält. Die 85-jährige Südafrikanerin ist Juristin und war frühere UN-Menschenrechtskommissarin.

Trump reagierte noch am selben Tag während eines Auftritts in Syracuse. Er nannte die Preisträgerin ein „Rätselwesen“ und „eine Frau, von der noch nie jemand gehört hat“. Die Vergabe sei ein „unauslöschlicher Schandfleck“ für Norwegen.

Pillay selbst nahm den Angriff mit Ironie. „Wenn Sie noch ein bisschen mehr klatschen, teile ich den Preis vielleicht mit Trump“, sagte sie.

Oslo: Das entscheidet nicht die Regierung

Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre wies die Begründung aus Michigan zurück. „Was den Friedensnobelpreis angeht, habe ich klar erklärt – auch gegenüber Präsident Trump –, was allgemein bekannt ist: Der Preis wird von einem unabhängigen Nobelkomitee vergeben, nicht von der norwegischen Regierung.“

Das norwegische Außenministerium und das Nobelkomitee äußerten sich am Tag nach der Kundgebung zunächst nicht. Ob Oslo auf die Ankündigung, niemanden aus Norwegen aufnehmen zu wollen, offiziell antwortet, ist offen.

Die Vorgeschichte reicht in den Januar: Damals schrieb Trump an Støre, er fühle sich nach dem verwehrten Nobelpreis 2025 „nicht länger verpflichtet, ausschließlich an den Frieden zu denken“. Kurz darauf überreichte ihm María Corina Machado ihre Nobelmedaille.

Eine Formulierung mit langer Geschichte

„Shit house country“ ist bei Trump keine Eintagsformulierung. Er verwendet die Wendung seit Jahren für Haiti, Libyen, Somalia und den Jemen. 2018 hatte er bei einem Treffen im Oval Office afrikanische Staaten und Haiti als „shithole countries“ bezeichnet.

Der Auslöser lag da gut zwei Wochen zurück: die Vergabe des Friedensnobelpreises an Navanethem Pillay. Eine Chronologie der Eskalation:

Von „shithole“ zu „shit house“: die Vorgeschichte

  1. Januar 2018
    „Shithole countries“ im Oval Office

    Bei einem Treffen im Weißen Haus nennt Trump afrikanische Staaten und Haiti „shithole countries“.

  2. Dezember 2025
    Ersatzpreis aus Washington

    Trump erhält in Washington den neu geschaffenen FIFA-Friedenspreis.

  3. Januar 2026
    Trump schreibt an Støre

    Er fühle sich nach dem verwehrten Nobelpreis 2025 „nicht länger verpflichtet, ausschließlich an den Frieden zu denken“, heißt es in dem Brief. Kurz darauf überreicht ihm María Corina Machado ihre Nobelmedaille.

  4. 9. Oktober 2026
    Pillay bekommt den Friedensnobelpreis

    Das norwegische Nobelkomitee ehrt die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay. Trump nennt die Entscheidung einen „unauslöschlichen Schandfleck“ für Norwegen.

  5. 22. Oktober 2026
    „Man of the Century“ in Iowa

    Ein republikanischer Kongresskandidat überreicht Trump einen Ersatzpreis für den Nobelpreis.

  6. 25. Oktober 2026
    „Shit house country“ in Port Huron

    Vor rund 3.000 Zuhörern beschimpft Trump Norwegen und kündigt an, niemanden aus dem Land aufnehmen zu wollen.

Neun Tage vor den Midterms

Am 3. November wählen die USA ein neues Repräsentantenhaus und Teile des Senats. In Michigan treten der Republikaner Mike Rogers und der Demokrat Abdul El-Sayed gegeneinander an – neun Tage nach Trumps Auftritt in Port Huron.

Drei Tage zuvor hatte ein republikanischer Kongresskandidat in Iowa Trump einen „Man of the Century"-Preis überreicht – als Ersatz für den Nobelpreis. Auch Trumps Forderung nach Umbenennung von New Mexico fiel in diese Wochen.

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Ob Oslo die Beschimpfung mit einer eigenen Erklärung beantwortet, ist offen. Der nächste feste Termin sind die Midterms am 3. November – dann zeigt sich, ob der Angriff auf Norwegen im Wahlkampf verfängt.