Kein Tierblut im Gesicht von George (13), Charlotte und Louis. Prinzessin Kate (44) hat das jahrhundertealte Blooding für ihre drei Kinder gestrichen – laut dem Royal-Autor Tom Quinn ein Machtwort, das die Königsfamilie bis heute nicht dementiert hat.
Beim Blooding schmieren Pirschführer jungen Royals nach ihrem ersten Jagderfolg das Blut des erlegten Tiers ins Gesicht, meist nach einem Hirsch oder Fuchs. Der Brauch gilt im Haus Windsor seit Generationen als Übergangsritus, der aus Kindern Jäger macht.
Öffentlich wurde die Sache durch den Vorabdruck der Daily Mail über Kates Machtwort vom 17. Februar 2025 – ein Auszug aus Quinns Buch „Yes Ma'am – The Secret Life of Royal Servants“. Darin heißt es, Kate habe „ihren Fuß aufgestampft“ und klargemacht: Für ihre Kinder gibt es kein Blooding.
Kates Machtwort im Familienkreis
Quinn, der seit Jahren über das Personal des Palasts schreibt, lässt eine Szene anklingen, in der Kate gegenüber der Königsfamilie nicht verhandelte. Seine zentrale Passage:
„Charles' Schwiegertochter Catherine, Prinzessin von Wales, hat ihren Fuß aufgestampft und darauf bestanden, dass es kein Blooding für ihre Kinder geben wird.“
Der Satz macht aus einer Erziehungsfrage eine Machtfrage: Kate stellt sich damit gegen ein Ritual, das der Palast nie öffentlich verteidigt, aber über Generationen praktiziert hat – und gegen die eigene Jagdleidenschaft ihres Mannes.
Ein Sprecher des Kensington-Palasts wollte Quinns Darstellung auf Anfrage nicht kommentieren. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht, ein Dementi ebenso wenig – die Familie lässt die Version des Autors stehen.
Harrys Erinnerung an Balmoral
Der einzige Royal, der das Ritual aus eigener Erfahrung öffentlich beschrieben hat, ist Prinz Harry (42). In seinen Memoiren „Spare“ von 2023 schildert er, wie ihn sein Pirschführer Sandy mit 15 Jahren in Balmoral packte und seinen Kopf in den Kadaver eines erlegten Hirsches drückte.
„Ich versuchte, mich wegzuziehen, aber Sandy drückte mich tiefer. Ich war schockiert über seine wahnsinnige Kraft. Und über den höllischen Gestank. Mein Frühstück kam wieder hoch.“
Nach einer Minute habe er nichts mehr gerochen, weil er nicht mehr atmen konnte, schreibt Harry weiter: Nase und Mund voll Blut, Eingeweiden und einer „tiefen, verstörenden Wärme“. Später deutete er den Brauch als „Zeichen des Respekts vor dem Erlegten“ und als „Akt der Kommunion“.
„Ich war nicht religiös, aber diese ‚Blut-Gesichtsmaske‘ war für mich ein Akt der Taufe“, heißt es in „Spare“. Die Tierschutzorganisation PETA kritisierte die drastische Schilderung – für Harry selbst blieb der Brauch dennoch positiv besetzt.
Der Riss durch die Familie
Quinn hatte den Konflikt lange vor Kates Entscheidung beschrieben. In „Gilded Youth“ (2023) notierte er über William: „William liebt das Schießen – eine Liebe, die er mit seinem Vater teilt –, aber ihm ist bewusst, dass die Stimmung gegen das kippt, was viele heute Blut-Sport nennen.“
Damals hielt Quinn fest, „kaum jemand“ erwarte, dass Kate ihre Kinder am Blooding teilnehmen lässt. Nach dem Vorabdruck bündelte Fox News die Reaktionen von Royal-Expertinnen, die Kates Haltung als moderne, kindgerechte Erziehung deuteten.
Am deutlichsten wurde Helena Chard, Royal-Expertin und Rundfunk-Journalistin. Sie fragte: „Warum sollte Prinzessin Catherine zulassen, dass ihre Kinder durch dieses archaische und barbarische Ritual traumatisiert werden?“ Auf der einen Seite stehen damit Quinn und Chard, auf der anderen eine Jagdtradition, die Charles, William und Harry selbst durchlaufen haben.
Kates Linie passt zu anderen Regeln, die sie in der Familie durchgesetzt hat – die strengen Familienregeln am Esstisch der Wales-Familie gelten seit Jahren: Handys bleiben draußen, heikle Themen sind tabu.
Was seit 2023 passiert ist
Die Debatte um das Blooding ist keine Erfindung eines Buchautors. Sie folgt auf Harrys Memoiren, die das Ritual 2023 erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt machten – und auf jahrelange Kritik von Tierschützern an den Jagden der Windsors.
Vom Memoiren-Bekenntnis zum Machtwort einer Mutter
- 10. Januar 2023„Spare“ erscheint
Prinz Harry beschreibt das Blooding mit 15 Jahren in Balmoral und deutet es als „Taufe“ und „Akt der Kommunion“.
- 2023Quinns „Gilded Youth“
Tom Quinn beschreibt Prinz Williams Ringen mit den Blut-Sport-Traditionen der Familie.
- 17. Februar 2025Der Vorabdruck
Die Daily Mail druckt die Passage, Kate habe „ihren Fuß aufgestampft“. Internationale Medien greifen sie auf.
- 18. Februar 2025Das Buch erscheint
„Yes Ma'am – The Secret Life of Royal Servants“ kommt heraus, Fox News befragt Royal-Expertinnen.
- März/April 2025Die deutsche Welle
Focus, Express und die Augsburger Allgemeine berichten über Kates Entscheidung.
- 26. Oktober 2026Erneute Aufnahme
Die Enthüllung wird erneut zusammengefasst und mit Harrys Schilderung aus „Spare“ verknüpft.
Auch im deutschsprachigen Raum schlug die Geschichte Wellen: Focus, Express und die Augsburger Allgemeine berichteten im Frühjahr 2025 über Kates Entscheidung, ihre Kinder vom „Royal Blooding“ auszunehmen. Ende Oktober 2026 wurde die Enthüllung erneut aufgegriffen und mit Harrys Schilderung verknüpft.
Was William als König daraus macht
Die Entscheidung bindet nur Kates und Williams Kinder. Ob William, einst selbst beim Blooding, die Jagdtradition als künftiger König weiterführt, steht nirgends geschrieben – Quinn hält ihn für hin- und hergerissen zwischen der Liebe zur Jagd und dem Wissen um die ablehnende Stimmung im Land.
Schon 2020 griff PETA William öffentlich an, als er George mit auf die Jagd nahm. Der Brauch bleibt also Teil des Alltags – auch wenn Prinz George jetzt das Elite-Internat Eton beginnt und seine Geschwister zu Hause bleiben.
Ob das Blooding im Haus Windsor nur ausgesetzt ist oder endgültig endet, entscheidet sich nicht im Palast, sondern an dem Tag, an dem George zum ersten Mal einen Hirsch erlegt. Bis dahin gilt: Eine Mutter hat ein jahrhundertealtes Ritual gestoppt – und niemand in der Familie widerspricht öffentlich.
