Innerhalb von knapp einer Stunde sind am Sonntagabend in Berlin drei Männer mit einem Messer attackiert und schwer verletzt worden – in Tempelhof, in Lichtenberg und in Prenzlauer Berg. Alle drei kamen zur stationären Behandlung in eine Klinik. Lebensgefahr bestand bei keinem von ihnen.
Mindestens drei Menschen wurden vorläufig festgenommen, darunter ein 28-Jähriger in Tempelhof und ein 47-Jähriger in Prenzlauer Berg. Ein Zusammenhang zwischen den drei Taten war zunächst nicht ersichtlich, Bericht über die drei Messerattacken zeigt. Zu den Hintergründen machten die Ermittler auch am Dienstag keine Angaben.
Was an drei Orten geschah
Kurz vor 20 Uhr wurde am Weißenseer Weg in Lichtenberg der Betreiber eines Spätkaufs bei einem Streit mit einer Stichwaffe schwer verletzt. Die Feuerwehr rückte mit zwei Rettungswagen und einem Notarzt an. Einen Tatverdächtigen konnte die Polizei in der Nacht zunächst nicht benennen.
Am Tempelhofer Damm auf Höhe der Ringbahnstraße beobachteten Beamte des Polizeiabschnitts 47 gegen 20 Uhr eine Auseinandersetzung zwischen einem 24-Jährigen und einem 28-Jährigen. Der 24-Jährige erlitt eine Stichverletzung am Oberkörper. Das Messer stellten die Beamten in einem nahe abgestellten Pkw sicher.
In der Oderberger Straße in Prenzlauer Berg soll ein 47-Jähriger gegen 20.40 Uhr einen 42-Jährigen mit einem Messer am Oberkörper verletzt haben. Zeugenhinweise führten die Polizei zu dem Verdächtigen in ein Lokal, wo sie ihn vorläufig festnahm und das Tatmesser sicherstellte, Polizeimeldung zur Festnahme.
Ein Verdächtiger ist wieder frei
Der 28-Jährige aus Tempelhof gilt als mutmaßlicher Täter und ist wieder auf freiem Fuß. Nach der erkennungsdienstlichen Behandlung entließen ihn die Beamten. Festgenommen wurde außerdem sein Bruder, der sich nach Polizeiangaben aggressiv gegenüber den Einsatzkräften verhielt.
In Lichtenberg fehlt bis zum Dienstag ein Tatverdächtiger. Wer bei dem Streit in dem Spätkauf zustach und worum es dabei ging, dazu machte die Polizei keine Angaben. In den beiden anderen Fällen hat sie einen Verdächtigen benannt – in Tempelhof ist er schon wieder frei.
3.599 Messerangriffe in einem Jahr
Die Taten fallen in ein Jahr, in dem Berlin deutlich mehr Messerangriffe zählt. Für 2025 registrierte die Polizei 3599 Fälle im Bereich „Messerangriff“ – 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Anfang Oktober wurde in Gesundbrunnen ein 15-Jähriger von einem Unbekannten mehrfach niedergestochen. Die Messerattacke auf einen 15-Jährigen in Gesundbrunnen blieb nicht die einzige Tat dieser Art.
Etwa die Hälfte der erfassten Fälle waren Drohungen. 1906 Verdächtige ermittelte die Polizei im vergangenen Jahr in diesem Deliktbereich. Ob die drei Taten vom Sonntag den Trend bestätigen, zeigt die Auswertung für das laufende Jahr.
Was die Polizei offen lässt
Am Dienstag dauerten die Ermittlungen zu allen drei Taten an. Zu den Hintergründen machte die Polizei weiterhin keine Angaben. Offen ist damit, ob einer der Festgenommenen in Untersuchungshaft kommt – und ob der Anstieg der Messerangriffe in Berlin auch in diesem Jahr weitergeht. Die nächste Kriminalstatistik wird es zeigen.
