Microsoft bietet 60.000 Beschäftigten freiwillige Abfindung an
Rund 60.000 Microsoft-Beschäftigte – jeder Vierte – können freiwillig mit Abfindung gehen, während der Konzern über 50 Milliarden Dollar im Quartal in KI steckt. Im April hatten mehr als 30 Prozent zugegriffen, diesmal erwartet Microsoft weniger.
Rund 60.000 Microsoft-Beschäftigte können ihren Job freiwillig aufgeben und bekommen dafür eine Abfindung. Die Abfindungsangebote für 60.000 Beschäftigte erreichen etwa 27 Prozent der weltweit 223.000 Mitarbeiter – jeden Vierten.
Verkündet hat das Programm Personalchefin Amy Coleman am 26. Oktober in einem Memo an die Belegschaft. Berechtigt sind Beschäftigte in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien. Wer zusagt, scheidet zum 31. Dezember 2026 aus.
Es ist das zweite Angebot dieser Art in diesem Jahr. Und es greift weiter nach oben als das erste: Der „Voluntary Exit Offer“ gilt bis zur Erfahrungsstufe 70 und damit bis zur Ebene Vice President.
Coleman wirbt mit mehr Spielraum
Coleman verkauft den Schritt nicht als Sparkurs, sondern als Wahlfreiheit. „Voluntary Exit Offer“ heißt das Programm – freiwilliges Ausstiegsangebot, nicht Kündigung. Wer mitmacht, bekommt eine Abfindung und einen festen Termin.
„Wir schaffen mehr Flexibilität und, wo möglich, mehr Wege für die Mitarbeiter, ihr nächstes Kapitel zu gestalten.“
Amy Coleman, Personalchefin von Microsoft
Für die Belegschaft ist die Freiwilligkeit ein Angebot mit Folgen. Wer bleibt, arbeitet in einem Konzern, der seit zwei Jahren Stellen streicht. Wer geht, verliert den Job, bekommt aber eine Abfindung.
Im April sagten mehr als 30 Prozent zu
Vorruhestand ist für Microsoft kein neues Instrument. Im April legte der Konzern das „Voluntary Retirement Program“ auf: Es galt für US-Beschäftigte, deren Alter und Dienstjahre zusammen mindestens 70 ergaben – die „Rule of 70“. Mehr als 30 Prozent der Berechtigten sagten zu.
Beim neuen Angebot rechnet der Konzern mit deutlich weniger Zusagen. Die Belegschaft ist ohnehin kleiner geworden: Ende Juni 2026 zählte Microsoft weltweit 223.000 Beschäftigte, rund 5.000 weniger als Ende 2025.
Microsoft baut im Jahresverlauf rund 15.000 Stellen ab, die Belegschaft sinkt zum Jahresende auf 228.000.
April 2026
Erstes Vorruhestandsprogramm
Rund sieben Prozent der US-Belegschaft, 8.600 bis 9.000 Beschäftigte, können über die „Rule of 70“ ausscheiden.
30. Juni 2026
223.000 Beschäftigte weltweit
Das sind rund 5.000 weniger als Ende 2025.
Juli 2026
Abbau von rund 4.800 Stellen
Vor allem in der Spiele-Sparte; zugleich bestätigt Microsoft, dass mehr als 30 Prozent der Berechtigten das Vorruhestandsangebot angenommen haben.
26. Oktober 2026
Zweites Abfindungsprogramm
60.000 Beschäftigte in USA, Kanada, Indien und Großbritannien können bis zur Ebene Vice President aussteigen, letzter Arbeitstag ist der 31. Dezember.
Rekordbudget für Rechenzentren
Die Abfindungen treffen auf ein Rekordbudget. Im September-Quartal übersteigen die Kapitalausgaben von Microsoft 50 Milliarden Dollar, im Vorjahresquartal waren es 34,9 Milliarden. Die Abfindungen gelten als Folge der hohen KI-Investitionen.
An der Börse kommt das gut an. Die Microsoft-Aktie schloss am 26. Oktober mit plus 1,54 Prozent auf 532,60 Dollar, die Marktkapitalisierung nähert sich vier Billionen Dollar. Anleger lesen die Abfindungen offenbar als Kostendisziplin, nicht als Krise.
Am 28. Oktober legt Microsoft die Quartalszahlen vor. Erwartet werden Aussagen zu Azure-Wachstum, KI-Erlösen und der Höhe der Kapitalausgaben. Der 70-jährige Mitgründer Bill Gates hatte im August in einem Blogbeitrag vor massenhafter Jobvernichtung durch KI gewarnt – besonders für junge Menschen.
Die Frist läuft Anfang Dezember ab
Bis Anfang Dezember müssen die 60.000 Berechtigten entscheiden, ob sie bleiben oder mit Abfindung gehen. Eine Entscheidung, die diesmal nicht der Konzern trifft, sondern sie selbst.
Umfrage
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Offen bleibt, wie viele zusagen – und ob Microsoft nachlegt, falls zu wenige gehen. Ein Datum steht fest: Am 31. Dezember endet für alle, die angenommen haben, das Arbeitsverhältnis.