Hanka Rackwitz (57) wird Wirtin in einem Dorf mit 270 Einwohnern
Bild: KI-generiert
ZDF-Doku

Hanka Rackwitz (57) wird Wirtin in einem Dorf mit 270 Einwohnern

Rund 30 Pächter haben sich vor ihr am Gasthof „Zum Dorfkrug“ in Freist versucht. Jetzt führt Hanka Rackwitz (57) das Traditionshaus in dem 270-Einwohner-Dorf – und sagt in einer ZDF-Doku: „Weil ich hier hingehöre.“

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Rund 30 Pächter haben sich in den vergangenen Jahrzehnten an dem Gasthof „Zum Dorfkrug“ in Freist versucht. Jetzt führt Hanka Rackwitz (57) das Haus – in einem Dorf mit 270 Einwohnern bei Gerbstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz.

Bekannt wird das durch eine ZDF-Doku: „Heimweh – Sachsen-Anhalt mit Alexander Prinz“ zeigt die frühere Reality-TV-Bekannte als Wirtin des über hundert Jahre alten Hauses mit Gaststube, Saal, Bowlingbahn und Biergarten. Beide Folgen, „Identität“ und „Perspektive“, sind seit dem 25. Oktober ab 18 Uhr im Streamingangebot des ZDF abrufbar, linear laufen sie am 28. Oktober von 1.15 bis 2.45 Uhr.

Ein Bekannter öffnete ihr die Tür

Den Weg in die Gastronomie nennt sie selbst einen Zufall. Ein Bekannter aus ihrem früheren Wohnort Mücheln, dem Dorf am Geiseltalsee mit dem Wasserschloss St. Ulrich, habe sie darauf hingewiesen, dass in Freist „unbedingt ein Betreiber“ für den Dorfkrug gesucht werde.

Im März 2026 kündigte sie an, den Dorfkrug mit zwei Partnern wiederzubeleben – die Ankündigung der Neueröffnung im Dorfkrug fiel in eine Zeit, in der Gewerbeschein und Brandschutzkonzept noch fehlten und der Start in etwa einem Monat geplant war.

Geöffnet wurde schließlich an einem Sonntag im Juni, mit rund 40 Gästen. Rackwitz hat das Haus gepachtet und wohnt nun vor Ort; ihr Mietverhältnis im Wasserschloss Mücheln endet am 1. Mai 2026, sie wollte eigenen Angaben zufolge schon früher ausziehen.

Den Neustart beschreibt sie als Folge einer späten Freiheit: Mit den Zwängen von früher, sagt sie, wäre das alles nicht möglich gewesen.

„Wenn ich die Zwänge noch hätte, würde nichts von dem gehen, was ich hier tue.“
Hanka Rackwitz, Reality-TV-Bekanntheit und Gastwirtin

Rund 30 Pächter vor ihr

Der Dorfkrug gilt als Traditionshaus mit langer Pächtersuche. Ortsbürgermeister Jens Denner sicherte Rackwitz früh Unterstützung zu; beim Umbau hilft ihr ihr früherer Partner und Geschäftspartner Pierre. Für die 57-Jährige ist der Ort keine Zwischenstation: 2012 war sie ins Wasserschloss St. Ulrich gezogen, 2025 verließ sie „Das Sommerhaus der Stars“ freiwillig in der zweiten Folge – so früh wie kein Kandidat zuvor.

Von Mücheln nach Freist

  1. 2012
    Einzug ins Wasserschloss

    Rackwitz zieht in das Wasserschloss St. Ulrich in Mücheln am Geiseltalsee.

  2. 2025
    Früher Ausstieg im Sommerhaus

    In „Das Sommerhaus der Stars“ steigt sie in der zweiten Folge aus, so früh wie kein Kandidat zuvor.

  3. März 2026
    Ankündigung für den Dorfkrug

    Sie will das Haus in Freist mit zwei Partnern wiederbeleben; Gewerbeschein und Brandschutzkonzept fehlen noch.

  4. 1. Mai 2026
    Ende des Mietverhältnisses in Mücheln

    Ihr Vertrag im Wasserschloss läuft aus, sie will früher ausziehen.

  5. Juni 2026
    Eröffnung mit rund 40 Gästen

    Der Dorfkrug öffnet an einem Sonntag; Rackwitz hat das Haus gepachtet und wohnt in Freist.

  6. 6. September 2026
    Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

    Der Drehzeitraum der Doku liegt vor und nach dem Wahltermin; das Freister Dorffest im September ist ihr Ziel für die Etablierung des Lokals.

  7. 25. Oktober 2026
    Streamingstart der Doku

    Ab 18 Uhr sind beide Folgen im Streamingangebot des ZDF abrufbar.

„Weil ich hier hingehöre“

Ihre Verbindung zur Region hat auch mit ihrer Herkunft zu tun. Auf die Frage nach der Staatsangehörigkeit antworte sie bis heute mit „DDR“, sagt sie in der Doku; sie vermisse das alte Land „sehr stark“, halte aber nichts von der DDR-Politik.

Was sie an den Ort bindet, fasst sie selbst in drei Worten zusammen:

„Weil ich hier hingehöre“
Hanka Rackwitz, Reality-TV-Bekanntheit und Gastwirtin

Beim Verlust wird sie deutlicher: „Du kannst nicht hinfahren. Es ist weg.“ Kurz nach der Wende, sagt sie, sei sie ein „wahnsinnig überzeugter Ossi“ gewesen, „der so richtig Hass hatte auf alles, was vom Westen kam“.

In Freist findet sie nach eigenen Worten „die alten Ideale wieder“ – Familien, die sich noch um ihre Großeltern kümmern und gemeinsam essen gehen. „So Familien, die noch funktionieren“, sagt sie in der Doku.

270 verlassene Seelen

Der Autor der Doku, Alexander Prinz, Jahrgang 1994 und aus Halle, ist als YouTuber „Der Dunkle Parabelritter“ bekannt. Er beschreibt Freist als „270 verlassene Seelen irgendwo zwischen Halle und Magdeburg“ und Rackwitz als „den vielleicht einzigen VIP des Landkreises Mansfeld-Südharz“.

Der Dreh fiel in eine politisch aufgeladene Zeit: Am 6. September 2026 fand in Sachsen-Anhalt die Landtagswahl statt, der Drehzeitraum der Doku liegt vor und nach diesem Termin. Das Freister Dorffest im September war ihr Ziel, um das Lokal im Ort zu etablieren.

Vorgestellt wurde der Film am 21. Oktober bei einer Vorführung mit Publikumsgespräch im Luchs Kino Halle, moderiert von ZDF-Landesstudioleiter Andreas Postel. Seit dem 26. Oktober berichten Medien über ihren Auftritt – wie Promiflash über ihr Leben im Dorf berichtet, lebt der einstige TV-Star nun in einem 270-Seelen-Dorf.

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Für Rackwitz ist Freist kein Zwischenstopp: Sie hat das Haus gepachtet, wohnt vor Ort und sagt selbst, sie gehöre hierher. Ob der Dorfkrug auch in einem Jahr noch geöffnet hat, entscheidet sich an der Theke – nicht in der Doku.