20.000 Euro sind weg – überwiesen an Menschen, die sich als Rapper Sido ausgaben. Eine 38-Jährige aus Dresden-Seidnitz glaubte monatelang, sie sei mit dem Musiker liiert.
Die Polizeidirektion Dresden bestätigte den Fall am Dienstag, dem 27. Oktober 2026. Die Täter sind bislang unbekannt. Am Dienstagnachmittag machte die Behörde den Fall öffentlich, der Bericht der Freien Presse zum Liebesbetrug folgte um 17.50 Uhr.
Ein angeblicher Musiker, eine erfundene Zukunft
Kennen gelernt hat die Frau den angeblichen Musiker über soziale Medien. Über mehrere Monate täuschten die Unbekannten eine Liebesbeziehung und eine gemeinsame Zukunft vor – sie gaben sich als der Rapper Sido aus.
Dann forderten sie Geld. Unter dem Vorwand, gemeinsam eine Immobilie zu kaufen, verlangten die Betrüger Überweisungen. Die 38-Jährige überwies nach Angaben der Polizei insgesamt rund 43.000 Euro auf mehrere fremde Konten.
Der Betrug über mehrere Monate
- bis Oktober 2026Kennenlernen im Netz
Eine 38-Jährige aus Dresden-Seidnitz lernt über soziale Medien einen angeblichen Musiker kennen. Über Monate täuschen die Unbekannten eine Liebesbeziehung und eine gemeinsame Zukunft vor – und geben sich als Rapper Sido aus.
- vor Oktober 2026Geldforderung für einen Immobilienkauf
Unter dem Vorwand eines gemeinsamen Immobilienkaufs verlangen die Betrüger Geld. Die Frau überweist insgesamt rund 43.000 Euro auf mehrere fremde Konten.
- vor Oktober 2026Die Bank schreitet ein
Das Geldinstitut der Frau stoppt eine der Überweisungen und klärt sie über den Betrug auf. Die 38-Jährige verständigt die Polizei, es entsteht ein Schaden von rund 20.000 Euro.
- 27. Oktober 2026Die Polizei geht an die Öffentlichkeit
Die Polizeidirektion Dresden bestätigt den Fall am Dienstagnachmittag.
- 28. Oktober 2026Medien greifen den Fall auf
Die Polizei teilt mit, Handy und Computer der Frau würden ausgewertet, um über IP-Adressen an die Täter zu kommen. Sido äußert sich bis dahin nicht.
Die Bank stoppt eine Überweisung
Aufmerksam wurde das Geldinstitut der Dresdnerin. Die Bank stoppte eine der Überweisungen und klärte die Frau darüber auf, dass sie an Betrüger geraten war. Die 38-Jährige verständigte die Polizei.
Ein Teil des Geldes ist damit gestoppt, ein anderer fehlt. Der Schaden liegt bei rund 20.000 Euro. Für die Ermittler ist der Vorgang deshalb nicht abgeschlossen. Polizeisprecher Lukas Reumund sagt:
„Es entstand insgesamt ein Schaden in Höhe von 20.000 Euro. Unsere Ermittlungen laufen auf Hochtouren.“
Reumund bestätigt mit dem Satz die Schadenssumme und den Stand des Verfahrens: Die Ermittlungen laufen, ein Ergebnis gibt es nicht. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, sollen Handy und Computer der Frau Hinweise auf die Täter liefern.
Ermittler hoffen auf IP-Adressen
Die Geräte der 38-Jährigen werden ausgewertet. Über IP-Adressen wollen die Beamten auf die Spur der bislang unbekannten Täter kommen, teilte die Polizei mit.
Die Täter traten unter einer fremden Identität auf, ließen das Geld über mehrere fremde Konten laufen und waren am Mittwoch weiterhin nicht identifiziert. Für die Frau hängt der Fall damit an Spuren in ihren eigenen Geräten.
Promi-Namen als Türöffner
Ein Promi-Name wirkt wie ein Vertrauensvorschuss. In München-Feldmoching wurde ein Fall bekannt: Ein falscher Arzt ergaunerte 500.000 Euro – dort mit Gold und Wertgegenständen statt Überweisungen, aber mit demselben Muster: eine erfundene Rolle, ein angeblicher Grund, viel Geld.
In Dresden war es ein Musiker, den es in dieser Beziehung nicht gab. Die Forderung nach Geld für einen gemeinsamen Immobilienkauf kam erst, als das Vertrauen stand.
Der echte Sido schweigt
Der echte Sido (45) hat sich zu dem Betrug bislang nicht geäußert. Der Rapper heißt bürgerlich Paul Hartmut Würdig; sein Name diente den Unbekannten als Maske für die vorgebliche Liebesbeziehung.
Öffentlich in Erscheinung tritt er derzeit mit Musik: In der Single „WOKE“ macht er Vanessa Mai zu seiner Wunschbraut, wie der Artikel Sido rappt von Hochzeit mit Vanessa Mai berichtet – die Sängerin ist seit 2017 vergeben. Mit dem Betrug in Dresden hat das nichts zu tun.
Für die Ermittler geht es jetzt um die Daten der Frau. Ob Handy und Computer sie zu den Tätern führen, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Offen ist auch, ob Sido sich zu dem Missbrauch seiner Identität äußert.
