Herbert Grönemeyer erhält NRW-Kunstpreis mit 25.000 Euro
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Auszeichnung

Herbert Grönemeyer erhält NRW-Kunstpreis mit 25.000 Euro

Nordrhein-Westfalen zeichnet Herbert Grönemeyer mit dem Kunstpreis des Landes aus, dotiert mit 25.000 Euro. Ministerpräsident Wüst lobt seine Haltung – Kritiker werfen dem Musiker vor, Andersdenkende zu beleidigen.

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25.000 Euro für einen Musiker, über dessen Bühnenrede die Justiz monatelang beraten musste: Herbert Grönemeyer bekommt den Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2026. Verliehen wird er am 17. November im Düsseldorfer K21, der Kunstsammlung des Landes.

Bekannt gegeben hat das die Landesregierung am 28. Oktober, wie aus der Mitteilung der Landesregierung zum Kunstpreis hervorgeht. Überreichen werden den Preis Ministerpräsident Hendrik Wüst (51) und Kulturministerin Ina Brandes, beide CDU. Es ist die sechste Vergabe – nach Mary Bauermeister, Helge Schneider und Ralf Rothmann.

Ein Preis für den Pott

Wüsts Begründung ist eine biografische. Der 1956 in Göttingen geborene, in Bochum aufgewachsene Grönemeyer schreibe seit dem Album „4630 Bochum“ von 1984 die Geschichte des Reviers mit, sagt der Ministerpräsident.

„Herbert Grönemeyer gibt dem Ruhrgebiet eine Stimme, die man nie wieder vergisst. In seinen Liedern klingt die ganze Region mit – mit all ihrem Stolz und ihrer Herzlichkeit. Dabei ist er trotz seines internationalen Erfolgs immer einer aus dem Pott geblieben, mit einer tiefen Zuneigung zu den Menschen im Revier. Und das Revier liebt ihn dafür.“
Hendrik Wüst, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (CDU)

Kulturministerin Brandes hebt nicht die Musik, sondern die Haltung hervor: Grönemeyer nutze seine Prominenz für gesellschaftsstärkende Botschaften. Zugleich vergibt das Land fünf Förderpreise à 15.000 Euro, unter anderem an das Duo Studio 2a, die Autorin Miedya Mahmod und die DJ Lena Willikens.

Der Satz von der Westfalenhalle

Der Streit hängt an Sätzen aus der Dortmunder Westfalenhalle. Am 17. Februar 2026 sprach Grönemeyer dort von „rechten Ratten und Rassisten“ und sagte, die bürgerliche Gemeinschaft stehe zusammen, bis „sie in ihren Löchern verschwinden, wo sie herkommen“. Bei einem Auftritt in der Wiener Stadthalle kündigte er an, weiter für die Demokratie einzutreten.

Von rechts kommt deshalb Widerspruch. Der Publizist Boris Reitschuster wirft Wüst vor, einen Künstler auszuzeichnen, der Andersdenkende beleidige. Damit landet die Ehrung in derselben Debatte, die in diesem Jahr schon die politischen Statements beim Deutschen Fernsehpreis 2026 begleitet hat.

„Herbert Grönemeyer, der Andersdenkende als „rechte Ratten“ beleidigt, in Dauerschleife gegen die AfD hetzt und uns alle zwangsimpfen lassen wollte, wird von NRWs CDU-Ministerpräsident Wüst dafür ausgezeichnet …“
Boris Reitschuster, Publizist und ehemaliger Journalist

Die Staatsanwaltschaft winkte ab

Die Justiz beschäftigte der Fall ebenfalls. Im März 2026 gingen bei der Staatsanwaltschaft Dortmund zwei Strafanzeigen ein, die Vorwürfe lauteten Volksverhetzung und Beleidigung.

Am 24. August teilte die Behörde mit, kein Ermittlungsverfahren zu eröffnen: Ein Tonmitschnitt belege keinen konkreten AfD-Bezug, die Äußerungen seien nicht „eindeutig und unmissverständlich“ auf einen abgrenzbaren Teil der Bevölkerung bezogen gewesen, heißt es in dem Bericht über die eingestellten Ermittlungen.

Von der Westfalenhalle bis zur Preisverleihung

  1. 17. Februar 2026
    Konzert in Dortmund

    Grönemeyer spricht in der Westfalenhalle von „rechten Ratten und Rassisten“.

  2. März 2026
    Zwei Strafanzeigen

    Bei der Staatsanwaltschaft Dortmund gehen Anzeigen wegen Volksverhetzung und Beleidigung ein.

  3. Juni 2026
    Deutscher Nationalpreis

    In Berlin erhält Grönemeyer die Auszeichnung der Deutschen Nationalstiftung.

  4. 24. August 2026
    Kein Ermittlungsverfahren

    Die Staatsanwaltschaft Dortmund verneint einen Anfangsverdacht.

  5. 28. Oktober 2026
    Kunstpreis des Landes

    NRW kündigt die Ehrung mit 25.000 Euro Dotierung an.

  6. 17. November 2026
    Verleihung im K21

    Wüst und Brandes übergeben den Preis in Düsseldorf.

Was bis zum 17. November offen bleibt

Für Grönemeyer ist es die zweite große Ehrung des Jahres. Im Juni erhielt er in Berlin den Deutschen Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung und nannte dort die EU-Rückführungsverordnung einen „Schandfleck in der europäischen Geschichte auf ewig“. Seine eigene Linie umreißt er knapp: „Es geht um sehr vieles, es geht um unser aller Freiheit.“

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Am 17. November wird Wüst den Preis im K21 übergeben, dem Haus der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Ob der Abend ohne Störungen verläuft, ist offen. Die Sätze von der Westfalenhalle sind mit dem Beschluss der Staatsanwaltschaft jedenfalls nicht aus der Welt.