James Talarico spricht in Lubbock vor 4.000 Anhängern
In Lubbock verhöhnt Donald Trump James Talarico als „Dumocrat Communist“ und zieht dessen vegane Ernährung durch den Kakao – eine Stunde später tritt der Demokrat in derselben Stadt vor 4.000 Anhängern auf. Sieben Tage vor der Wahl liegt Talarico in Umfragen knapp vorn.
Donald Trump hat James Talarico sieben Tage vor der Senatswahl in Texas als „kommunistischen Dummokraten“ verspottet. In Lubbock nannte der US-Präsident den Demokraten „Dumocrat Communist James Talafreako“ und zog dessen vegane Ernährung und eine Krankheitspause im Oktober durch den Kakao.
Seine Angriffe auf Talarico verpackte Trump in ein vertrautes Muster: Der Demokrat wolle den Texanern „die Waffen, das Öl und das Fleisch“ wegnehmen, behauptete er. Dazu zeigte er einen zusammengeschnittenen Videoclip mit Talarico-Äußerungen zu Geschlechterfragen, Jesus, Drag Queens und Fleischkonsum – und nannte ihn einen „anti-gun extremist“ mit einer F-Bewertung der NRA.
Talaricos Verzicht auf Fleisch wurde zur zentralen Pointe des Abends. Trump deutete dessen krankheitsbedingte Abwesenheit im Oktober als Zeichen eines „mentalen Problems“ – oder als Ekel vor Fleisch, weil Talarico nie welches gegessen habe. Paxtons Team hatte zuvor „Vermisstenplakate“ verteilt und ein „Lebenszeichen“ verlangt; Talarico hatte wegen einer Grippe neun Wahlkampftage gefehlt.
Eine Stunde später, dieselbe Stadt
Rund eine Stunde nach Trump trat Talarico in Lubbock vor mehr als 4.000 Anhängern auf. Er sagte, die „Krise der Bezahlbarkeit“ folge aus einer „Korruptionskrise“: „Wir werden die Nation und die Welt schockieren, wenn wir die Milliardäre schlagen und Texas zurückholen.“ Der Plan, Texas zurückzuerobern, richtet sich gegen „den korruptesten Politiker von Texas“ – gemeint ist Generalstaatsanwalt Ken Paxton.
Paxton stand zuvor selbst auf der Bühne und bedankte sich bei Trump: „Ist es nicht großartig, mit dem größten Präsidenten meines Lebens auf einer Bühne zu stehen?“ Auch er warnte vor Talarico, „dem radikalsten Demokraten, der je in Texas angetreten ist“. Erstmals in diesem Wahlkampf trat zudem Außenminister Marco Rubio bei einer republikanischen Kundgebung auf.
Knappes Rennen, viel Geld
Die Umfragen stützen Talaricos Zuversicht. RealClearPolling sah ihn zwischen dem 8. und 21. Oktober bei 48,5 Prozent, Paxton bei 46,7 Prozent. Die Hobby School der University of Houston meldete am 25. Oktober 48 zu 46 Prozent für Talarico. Der Cook Political Report führt das Rennen als offenes Duell.
Auf der Gegenseite steht viel Geld. Elon Musk hat mindestens 158 Millionen Dollar in die Unterstützung Paxtons gesteckt und Talarico auf X als „lunatic left“ bezeichnet. Insgesamt flossen mehr als 563 Millionen Dollar in Werbung für dieses Senatsrennen.
Umfrage
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Sieben Tage bis zur Abstimmung
Die Fristen sind eng: Die vorzeitige Stimmabgabe in Texas endet am 30. Oktober, Wahltag ist der 3. November. Trump mahnte seine Anhänger in Lubbock: „Wir dürfen diese Stimmen nicht verlieren. Es ist sehr knapp.“ Seit 1994 hat in Texas kein Demokrat mehr eine staatsweite Wahl gewonnen.
Der Endspurt im texanischen Senatsrennen
Anfang Oktober 2026
Talarico fällt mit Grippe aus
Neun Wahlkampftage lang fehlt der Demokrat; Paxtons Team verteilt „Vermisstenplakate“ und verlangt ein „Lebenszeichen“.
9. Oktober 2026
Rückkehr in den Wahlkampf
Talarico fordert von Paxton „ein Zeichen von Rückgrat“.
25. Oktober 2026
Umfrage der Hobby School
Talarico 48, Paxton 46 Prozent unter voraussichtlichen Wählern.
27. Oktober 2026
Zwei Kundgebungen in Texas
Trump verhöhnt Talarico in Lubbock, der Demokrat kontert eine Stunde später in derselben Stadt.
30. Oktober 2026
Ende der vorzeitigen Stimmabgabe
Danach können Wähler in Texas nur noch am Wahltag selbst abstimmen.
3. November 2026
Wahltag
Texas entscheidet über den Senatssitz, für den Paxton und Talarico kandidieren.
Auch in den eigenen Reihen hat Paxton ein Problem: Der frühere republikanische Abgeordnete Bennett Ratliff sagte, Talarico habe „die Integrität, die ich mir bei Amtsträgern wünsche, und Ken Paxton ganz sicher nicht“. Am 3. November entscheidet sich, ob dieser Satz mehr wiegt als Trumps Spott und Musks Millionen.