Hans Mahr führt das AfD-Hoch auf die Schwäche der SPD zurück
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Meinungsfreiheit

Hans Mahr führt das AfD-Hoch auf die Schwäche der SPD zurück

In der WELT-TV-Sendung „Meinungsfreiheit mit Nena Brockhaus“ liefert Hans Mahr eine schlichte Erklärung für die AfD-Werte: Die SPD sei zu schwach. Zwischen Moderatorin Brockhaus und AfD-Mann Baumann kommt es zum Schlagabtausch über die CDU.

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Die AfD ist stark, weil die SPD schwach ist — mit dieser These hat Hans Mahr am Mittwoch in der WELT-TV-Sendung „Meinungsfreiheit mit Nena Brockhaus“ die Debatte über das AfD-Hoch auf einen Satz gebracht. Der 77-Jährige saß neben AfD-Fraktionsgeschäftsführer Bernd Baumann und dem Unternehmer und Autor Chris Surel.

Anlass der Runde war das Steuergeld. Moderatorin Brockhaus eröffnete mit der Frage, „wohin unser ganzes Steuergeld verschwindet“; Hintergrund war das neue Pflegegesetz von Gesundheitsministerin Nina Warken, zu dem Berechnungen der DAK zufolge 900 Millionen Euro weniger Einnahmen drohen als von der Regierung erwartet. Die ganze Sendung mit Baumann und Mahr lief 40 Minuten.

„Warum ist denn die AfD so stark? Weil die Sozialdemokratie so schwach ist. Ist relativ einfach.“
Hans Mahr, früherer RTL-Chefredakteur

Mahr: Die SPD muss sich neu erfinden

Mahr beließ es nicht bei der Diagnose. Die Sozialdemokratie habe „wirklich historische“ Verdienste, sagte der frühere RTL-Chefredakteur, sie müsse sich aber neu erfinden, „damit wir wieder was haben, was man zum Beispiel gegen die AfD verwenden kann“. Ob die SPD ihn erhört, ließ er offen.

Darin steckt die Zuspitzung: Nicht die AfD selbst erklärt ihr Hoch, sondern der Zustand ihres Gegenübers. WELT schnitt Mahrs Auftritt als eigenen Clip heraus und stellte ihm am Donnerstag die These voran: „Sozialdemokratie muss sich neu erfinden – sonst stirbt sie“. Dass die SPD Ursache sein könnte, ist kein neuer Vorwurf — Lanz‘ Vorwurf, das Bürgergeld trieb Wähler zur AfD datiert vom August.

Brockhaus gegen Baumann: Streit um die CDU

Der schärfste Schlagabtausch entspann sich zwischen Moderatorin und AfD-Gast: Brockhaus hielt Baumann entgegen, seine Partei wolle die CDU zerstören. Baumann wies das zurück — in einem Satz, der als eigener Clip verbreitet wurde. Der Streit um den Kurs gegenüber der AfD dauert an, Bosbachs Warnung, die AfD könne den Laden sprengen, fällt in dieselbe Debatte.

„Die CDU an sich interessiert uns überhaupt gar nicht. Wir wollen Deutschland retten.“
Bernd Baumann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion

Anschließend rechnete Baumann mit der Union ab: Kanzler Friedrich Merz habe der AfD in einer Rede vor rund zwei Wochen „ethnische Säuberung“ vorgeworfen — für Baumann eine „Verunglimpfung“ und ein „Missbrauch“ der deutschen NS-Vergangenheit, den es „in keinem Land der westlichen Welt“ gebe. Ändere die CDU das nicht, „zerstört das die CDU“.

Beim Haushalt wurde Baumann konkret: Deutschland habe rund eine Billion Euro Steuereinnahmen und noch einmal eine Billion Sozialabgaben, „so viel hat kein Land der Welt“. Die AfD habe über 1.100 Einzelanträge vorgerechnet, 120 Milliarden Euro ließen sich einsparen. Entwicklungshilfe für Indien und China nannte er „sinnlos“; das Entwicklungsministerium könne in Außen- und Wirtschaftspolitik aufgehen.

Mahr widerspricht bei der Entwicklungshilfe

Mahr trat nicht nur als SPD-Analytiker auf, sondern auch als Gegenpol zu Baumanns Sparkurs. Es gebe „hier und da Unsinnigkeiten“, sagte er zur Entwicklungshilfe, „aber dass man weiter Entwicklungshilfe macht, finde ich schon ganz in Ordnung. Und deutsches Geld nur für Deutsche ist mal ein bisschen zu einfach.“

Beim Sondervermögen forderte der Österreicher eine andere Priorität: „Warum muss man das Sondervermögen nur dafür hergeben, dass neue Waffen gebaut werden und neue Brücken und neue Züge?“ — man könne damit auch die Pflege finanzieren. Die Probleme seien denen in Frankreich oder Spanien „nicht unähnlich“; man müsse „endlich einmal mit dem Steuergeld ordentlich umgehen“.

Ein Stammtisch auf hohem Niveau

Die 34-jährige Brockhaus führt das Format seit dem 10. November 2025 dreimal wöchentlich am Nachmittag; sie selbst nennt es „keine neutrale Talkshow“, sondern eine Dauermeinungssendung. Mahr war lange RTL-Chefredakteur und ist mit Katja Burkard verheiratet, Baumann sitzt seit 2017 im Bundestag, Surel ist Schlaf- und Performance-Coach. Ob die SPD Mahrs Rezept folgt, beantwortete in der Sendung niemand.

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