Stefanie Kloß spricht über den Tod ihres Stiefvaters
Bild: KI-generiert
Silbermond-Sängerin

Stefanie Kloß spricht über den Tod ihres Stiefvaters

Ihr Stiefvater starb zehn Minuten, nachdem seine Tochter das letzte Foto ans Krankenbett gehängt hatte – Kloß saß in diesen Wochen zwischen Konzerten und Palliativstation. In ihrem ersten Gespräch nach Band- und Babypause erzählt sie von zwei Verlusten und der Frage, wer sie ohne die Bühne ist.

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Zehn Minuten, nachdem das letzte Familienfoto an der Pinnwand über seinem Bett hing, ist der Stiefvater von Stefanie Kloß nach ihrer Erinnerung gestorben. In den Wochen davor war sie zwischen den letzten Silbermond-Konzerten und seinem Krankenbett in Bautzen gependelt.

Öffentlich erzählt hat sie davon erst jetzt. Am Mittwoch, 28. Oktober 2026, erschien um 18 Uhr die „Hotel Matze“-Folge mit dem Titel „Wer bist du, wenn du nicht funktionieren musst?“ – das erste öffentliche Gespräch der Sängerin nach ihrer Band- und Babypause. Darin rekonstruiert sie die letzte Nacht ihres Stiefvaters.

„Seine Tochter ist an diesem einen Abend hin, hat dieses letzte Foto an die Pinnwand gemacht und zehn Minuten später ist er eingeschlafen.“
Stefanie Kloß, Sängerin von Silbermond

Von der Bühne ans Krankenbett

Sein Tod fiel in die letzten Wochen vor der Bandpause. Kloß' Stiefvater starb laut dem Gala-Bericht über das Tränen-Interview der Sängerin auf einer Palliativstation; zwischen den letzten Konzerten saß sie an seinem Bett.

Der Mann in diesem Bett hatte sie zur Musik gebracht: Als Jugendliche nahm ihr Stiefvater sie mit zu ihrem ersten Konzert, Joe Cocker in Dresden. An seinem Krankenbett lief am Ende wieder Joe Cocker.

„Als ich bei ihm am Bett saß, haben wir Joe Cocker gehört und dann habe ich ihm gesagt, als er aber auch schon viel Morphin bekommen hatte, dass ich hoffe, dass er weiß, dass ich durch ihn Sängerin geworden bin.“
Stefanie Kloß, Sängerin von Silbermond

Mit 18 Jahren die Beerdigung organisiert

Es war nicht der erste Verlust dieser Art. 2003 starb ihr leiblicher Vater an Krebs, da stand Kloß kurz vor dem Abitur und war 18. Laut dem Bunte-Bericht über den Verlust beider Väter waren die Eltern damals bereits geschieden; die Beerdigung organisierten sie und ihre ältere Schwester.

In der Folge erzählt Kloß, wie früh sie und ihre Schwester Verantwortung übernehmen mussten. Sie sagt:

„Meine Schwester und ich mussten damals schon sehr früh erwachsen werden, weil wir die Beerdigung organisiert haben, alles drumherum. Das war eine verrückte Zeit.“
Stefanie Kloß, Sängerin von Silbermond

Die Frage nach dem Leben ohne Band

Der Titel der Folge ist eine Frage, die Kloß selbst umtreibt: Wer bist du, wenn du nicht funktionieren musst? Sie spricht über Identität, Selbstzweifel und ein Leben ohne die Band, die sie seit 1998 prägt. Dass Prominente im Podcast offen über psychische Not reden, ist kein Einzelfall: Stefanie Heinzmanns Bericht über ihre Suizidgedanken.

Ihre Antwort fällt nüchtern aus: „Das Leben passiert und das Leben fragt uns nicht vorher, ob es das jetzt machen darf.“ Wer daraus eine Aufgabe ableitet, findet bei ihr den zweiten Satz: „Wir haben jetzt alle noch die Chance, etwas zu hinterlassen, worauf wir stolz sind.“

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Zwei Open-Airs zum 25. Jubiläum

Für Kloß geht es im kommenden Jahr zurück auf die große Bühne. Silbermond feiern 2027 ihr 25-jähriges Jubiläum mit zwei Open-Airs im Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden: Der Termin am 19. Juni 2027 ist bereits ausverkauft, für den 20. Juni 2027 ist ein zweiter angesetzt.

Von der Bandgründung bis zum Jubiläum

  1. 1998
    Gründung in Bautzen

    Stefanie Kloß und ihre Bandkollegen gründen die Band, zunächst unter dem Namen JAST.

  2. 2002
    Erster Auftritt als Silbermond

    Die Band steht erstmals unter ihrem heutigen Namen gemeinsam auf der Bühne.

  3. 2003
    Kloß' leiblicher Vater stirbt

    Er erliegt einer Krebserkrankung, als sie 18 ist und kurz vor dem Abitur steht; sie und ihre Schwester organisieren die Beerdigung.

  4. 6. November 2025
    Stadion-Open-Air angekündigt

    Das Management meldet das Jubiläumskonzert am 19. Juni 2027 im Rudolf-Harbig-Stadion Dresden an.

  5. Mai 2026
    Zweites Kind

    Kloß und Thomas Stolle geben die Geburt ihres zweiten Kindes bekannt.

  6. 2026, kurz vor der Pause
    Stiefvater stirbt auf Palliativstation

    Kloß pendelt zwischen den letzten Konzerten und seinem Krankenbett in Bautzen.

  7. 28. Oktober 2026
    Podcastfolge erscheint

    „Hotel Matze“ veröffentlicht das Gespräch um 18 Uhr – ihr erstes öffentliches nach Band- und Babypause.

Gala und Bunte griffen die Trauer-Passagen am 29. Oktober auf. Der nächste feste Punkt für die Band ist der 20. Juni 2027 in Dresden – die erste Bühne, auf der sich zeigen wird, ob die Pause die Sängerin verändert hat.