A.B.K. verliert nach Hackerangriff Zugriff auf 1,2-Millionen-Kanal
Bild: KI-generiert
Livestream-Betrug

A.B.K. verliert nach Hackerangriff Zugriff auf 1,2-Millionen-Kanal

Ein gefälschter NFL-Stream lief rund zwei Stunden auf dem YouTube-Kanal von A.B.K. – rund 23.000 Nutzer klickten. Fünf Tage später kommt der YouTuber noch immer nicht an seinen Kanal.

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Seit dem 25. Oktober hat Abdelhalim Bouhmidi (34) keinen Zugriff mehr auf seinen YouTube-Kanal – und damit auf die Videos, mit denen er fast 1,2 Millionen Abonnenten erreicht. Angreifer übernahmen den Auftritt des YouTubers, der als A.B.K. bekannt ist, und sendeten statt seiner Inhalte einen gefälschten NFL-Livestream.

Rund 23.000 Nutzer klickten am Sonntagabend auf die Übertragung, die insgesamt etwa zwei Stunden auf dem Kanal lief. Was sie sahen, war eine NFL-Show mit Countdown – und im Bild und im Livechat Verweise auf angebliche weitere Sportübertragungen und Wettbüros.

Fünf Tage später, am 30. Oktober, berichtet BILD über den Fall – und über einen YouTuber, der bis dahin nichts an der Lage ändern konnte: Bouhmidi hat nach eigenen Angaben weiterhin keinen Zugriff auf seinen eigenen Kanal.

Gefälschter NFL-Stream mit Fox-Material

Der Stream war laut BILD keine eigene Produktion: Die Angreifer kopierten Material des US-Senders Fox für eine NFL-Übertragung. Die Links, die sie darüber streuten, seien nach Angaben der Zeitung „meistens virenverseucht“ – und spülten den Hintermännern Geld in die Kasse.

Das Muster kennt man von anderen Betrugsbahnen im Netz, die auf die Glaubwürdigkeit großer Medienmarken setzen: Bei einer gefälschten tagesschau-Seite, die Anleger 65.000 Euro kostete, funktionierte der Köder ähnlich – bekanntes Logo, echter Anschein, ein Klick zu viel.

Bouhmidi reagierte noch am Sonntag, über Instagram, in knappen Sätzen: „Mein YouTube-Kanal wurde gehackt“, schrieb er, „Durch den Hack werden gerade auf meinem Kanal irgendwelche Livestreams übertragen“. Danach folgte die eindringlichste Zeile an seine Follower:

„Klickt bitte auf keine Links!“
Abdelhalim Bouhmidi, YouTuber A.B.K.

Die Warnung lief über einen anderen Kanal als der Betrug: Bouhmidi erreichte sein Publikum nur noch über Instagram, nicht mehr über YouTube. Von seinem eigenen Kanal aus konnte er nichts löschen, nichts richtigstellen, nichts hochladen.

Auch ApoRed traf es nahezu zeitgleich

Fast gleichzeitig wurde ein zweiter deutscher YouTube-Kanal mit einem NFL-Stream bespielt: der von ApoRed. Dort war die Übertragung nach wenigen Sekunden bis Minuten wieder beendet, bei A.B.K. lief sie rund zwei Stunden – ein Unterschied, der den Umfang des Schadens erklärt.

Ob beide Angriffe zusammenhängen, ist offen. In der YouTube-Szene kamen Spekulationen auf, ein Beleg fehlt bislang. EarlyGame zum Vergleich der beiden Kanal-Hacks hielt am 28. Oktober fest, dass eine Verbindung nicht nachgewiesen ist.

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Ein Kanal mit 325 Millionen Klicks

Der Kanal ist für Bouhmidi kein Nebenprojekt: 18 Jahre, fast 1,2 Millionen Abonnenten, rund 325 Millionen Klicks. Wie ernst die Lage ist, machte er selbst am 30. Oktober klar – ohne Empörung, aber mit einem Eingeständnis:

„Ich kann nichts hochladen. Ich hoffe, dass ich meinen Kanal wiederbekomme.“
Abdelhalim Bouhmidi, YouTuber A.B.K.

Der Satz zeigt, worum es für ihn geht: nicht um Reichweite, sondern um die Rückkehr auf eine Plattform, die er seit 18 Jahren bespielt. Bis zum 30. Oktober, dem Tag des BILD-Berichts, hatte er diesen Zugang weiterhin nicht.

Offen bleibt, ob die Angriffe auf A.B.K. und ApoRed tatsächlich aus derselben Quelle kamen – und wann Bouhmidi seinen Kanal zurückbekommt. Für beides gab es bis zum 30. Oktober weder einen Beleg noch einen Termin.