Bayern hält zwei Belarussen in Haft – Rumänien fordert Auslieferung
Bild: KI-generiert
Sabotageverdacht

Bayern hält zwei Belarussen in Haft – Rumänien fordert Auslieferung

Zwei Belarussen sitzen seit dem 7. Oktober in Bayern in Untersuchungshaft. Ermittler werfen ihnen vor, eine Bahnstrecke bei Nürnberg sabotieren zu wollen. Rumänien will beide für einen Brandanschlag – doch Deutschland entscheidet, wann und ob es ausliefert.

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Seit dem 7. Oktober sitzen zwei Belarussen in Bayern in Untersuchungshaft – doch ob Deutschland sie nach Rumänien ausliefert, ist offen. Die 39 und 50 Jahre alten Männer sollen an einer Bahnstrecke bei Langenfeld vier Kanister mit brennbarem Material bei sich gehabt haben. Rumänien ermittelt gegen sie wegen eines Brandanschlags neben einem Rüstungswerk.

Die Generalstaatsanwaltschaft München nannte am 29. Oktober Einzelheiten: Die Männer wurden an der Bahntrasse Nürnberg – Würzburg bei Langenfeld mit vier Kanistern brennbaren Materials aufgegriffen, wie die Ermittler den Zugriff schildern. In der Nähe steht ein Strommast; welches Objekt das Anschlagsziel sein sollte, war laut Behörde noch nicht abschließend geklärt.

Der Plan zielte nach Ermittlerangaben auf erheblichen Sachschaden und darauf, die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden. Die beiden sollen gegen Bezahlung im Auftrag einer fremden Regierung gehandelt haben. Alexander Ecker, Leiter der bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus, sagte, die Männer hätten „direkt an der Strom-/Bahntrasse“ hantiert.

Feuer neben der Rüstungsfabrik

Rumänien ermittelt gegen dieselben Männer wegen eines Brandanschlags in der Nacht zum 14. September 2026. Auf einem Industriegelände an der Carfil-Plattform in Brașov brannte ein Gebäude, mehrere Firmen wurden beschädigt – unmittelbar neben der CARFIL SA, einer Tochtergesellschaft des staatlichen Rüstungskonzerns ROMARM. Dort werden Granatwerfer und Munition hergestellt.

Die rumänische Staatsanwaltschaft DIICOT und der Inlandsgeheimdienst SRI beschreiben das russische Sabotagenetz hinter dem Brand als eine Zelle, der zwei Belarussen und ein Ukrainer angehören sollen. Die beiden Belarussen wurden in Deutschland festgenommen, „während sie ähnliche Taten vorbereiteten“. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

Von Brașov nach Langenfeld – die wichtigsten Stationen

  1. 14. September 2026
    Brand in Brașov

    Auf einem Industriegelände neben der CARFIL SA brennt ein Gebäude, mehrere Firmen werden beschädigt.

  2. vor dem 30. September 2026
    Verabredung in Bayern

    Laut Generalstaatsanwaltschaft München verabreden sich die beiden Belarussen, gegen Bezahlung im Auftrag einer fremden Regierung einen Brandanschlag im Raum Nürnberg zu verüben.

  3. 7. Oktober 2026
    Untersuchungshaft

    Aufgrund von Haftbefehlen des Amtsgerichts Fürth kommen die beiden Belarussen in Untersuchungshaft.

  4. 26. Oktober 2026
    Rumänien nennt eine Sabotagezelle

    DIICOT und SRI melden, eine von Russland koordinierte Zelle habe den Brand ausgelöst; am selben Tag wird der Ukrainer Artem S. in Warschau festgenommen.

  5. 27. Oktober 2026
    Bukarest verurteilt Moskau

    Rumäniens Präsident Nicușor Dan spricht von einer schwerwiegenden Verletzung der Souveränität; Moskau weist die Vorwürfe zurück.

  6. 29. Oktober 2026
    Details aus München

    Die Generalstaatsanwaltschaft nennt die vier Kanister und den Fundort an der Bahntrasse; Bayerns Justizminister Josef Schmid fordert einen höheren Strafrahmen.

  7. 30. Oktober 2026
    Überhaft

    Die beiden Belarussen bleiben in Deutschland in Haft; die Auslieferungshaft ist als Überhaft vorgemerkt.

Überhaft: München behält den Vortritt

Gegen die beiden in Bayern Inhaftierten bestehen europäische Haftbefehle der rumänischen Justiz. Nach den vorliegenden Angaben steht die Auslieferung nach Rumänien hinter den laufenden Ermittlungen in Deutschland zurück. Über den Zeitpunkt einer möglichen Übergabe ist damit noch nicht entschieden.

„Wir sind Herr des Verfahrens und entscheiden, wann und ob wir ausliefern.“
Alexander Ecker, Leiter der ZET Bayern

Der dritte Verdächtige sitzt in Polen. Artem S., ein 25-jähriger Ukrainer, wurde am 26. Oktober in einem Apartment im Warschauer Stadtteil Ursus festgenommen; ein Warschauer Gericht ordnete am 28. Oktober siebentägige Untersuchungshaft an. Er widersetzt sich der Auslieferung nach Rumänien.

Ruf nach härteren Strafen

Bayerns Justizminister Josef Schmid (CSU) fordert einen höheren Strafrahmen für § 88 StGB, den Tatbestand der verfassungsfeindlichen Sabotage. Der bisherige Rahmen werde „den Herausforderungen der aktuellen Bedrohungslage für die innere und äußere Sicherheit nicht mehr gerecht“, sagte er am 29. Oktober.

Der Fall fällt in eine angespannte Lage: In einem Lagebild registrierte das BKA 2026 165 Sabotageverdachtsfälle und 747 Drohnenvorfälle. Ecker äußerte sich bei der Vorstellung der Details auch zu den Fallzahlen seiner Zentralstelle – der Zugriff bei Langenfeld steht für die Ermittler nicht allein.

Offen ist, wann und ob die beiden Belarussen nach Rumänien gehen. Rumänien betreibt die Auslieferung aller drei Beschuldigten, ein Termin steht nicht. Bis dahin läuft in Bayern die Untersuchungshaft weiter – und mit ihr die Suche nach den Hintermännern eines Plans, der nach Überzeugung der Ermittler von einer fremden Regierung bezahlt wurde.

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