Elif Eralp erhält wegen konkreter Bedrohung Polizeischutz
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Personenschutz

Elif Eralp erhält wegen konkreter Bedrohung Polizeischutz

Die Berliner Polizei stellt Elif Eralp für den Linke-Parteitag Personenschützer zur Seite – Grund ist eine „konkrete Bedrohungslage“. Ausgerechnet die Partei, die die Polizei abbauen wollte, stimmt am selben Tag über Koalitionsverhandlungen ab.

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Elif Eralp kommt zum Parteitag der Berliner Linken an diesem Samstag nur mit Personenschützern. Die Polizei stellt der Fraktionsvorsitzenden für den außerordentlichen Landesparteitag in Lichtenberg Schutzbeamte zur Seite – an dem Tag, an dem ihre Partei über Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen abstimmen will.

Die Entscheidung fiel am Freitag, 30. Oktober, und folgt einer neuen Gefährdungsbewertung der Berliner Polizei. BILD und Tagesspiegel berichteten übereinstimmend über den Vorgang, die dpa bestätigte ihn aus Sicherheitskreisen.

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Auslöser war eine Prüfung des Landeskriminalamts. Sie ergab laut Bericht über die konkrete Bedrohungslage beim Linke-Parteitag „aufgrund der aktuellen Konstellation“ eine konkrete Gefährdung der Landesvorsitzenden.

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Erst die eigenen Notizen, dann die Polizei

Um die neue Bewertung hatte Eralp nach Tagesspiegel-Informationen selbst gebeten – erst am Donnerstag, 29. Oktober. Am selben Tag veröffentlichte der SPIEGEL interne Vermerke aus einer Interview-Autorisierung; darin geht es auch um Eralps Angst vor dem Palästina-Aktivisten Ibrahim.

„Natürlich sorge ich mich um meine Familie. Ich bin Politikerin, aber ich bin auch Mensch und Mutter. Das ist doch selbstverständlich.“
Elif Eralp, Fraktionsvorsitzende Die Linke Berlin

Am Rande der konstituierenden Sitzung des Abgeordnetenhauses sagte sie: „Ich werde mich von niemandem einschüchtern lassen.“

Bis zu ihrer Bitte hatte das LKA keine konkrete Gefährdung Eralps gesehen und keine Warnung ausgesprochen. Es gab lediglich ein standardisiertes Sicherheitsgespräch – dort war der Palästina-Aktivist Ibrahim Ibrahim kein Thema.

Der Vorwurf der späten Einsicht

Die Gewerkschaft der Polizei wertet den Vorgang als späte Einsicht. Ihr Berliner Landeschef Stephan Weh sagte: „Frau Eralp merkt jetzt, wie wichtig die Polizei ist. Gerade, wenn es um die eigene Sicherheit geht.“

Der Vorwurf trifft eine Partei, die im Wahlprogramm den Abbau der Polizei gefordert hatte. Eralp selbst hatte Ende August gesagt:

„Man muss darüber reden, wie man die Aufgaben der Polizei reduzieren kann.“
Elif Eralp, Fraktionsvorsitzende Die Linke Berlin

In den Sondierungen mit SPD und Grünen rückte die Linke von dieser Forderung ab.

Rückendeckung und eine Bedingung aus der SPD

In der eigenen Partei steht Eralp nicht allein da: Mehr als 100 Linke-Politiker stellten sich hinter sie.

Aus der SPD, dem möglichen Koalitionspartner, kommt eine Bedingung. Landesvorsitzender Steffen Krach verlangt, dass sie sich öffentlich positioniert:

„Mir gegenüber hat sich Frau Eralp immer klar gegen die Hamas und organisierte Kriminalität geäußert. Das muss sie auch öffentlich tun, denn es geht um die Sicherheit Berlins.“
Steffen Krach, SPD-Landesvorsitzender Berlin

Der Berliner SPD-Vorstand beschloss am Freitag zudem ein Mitgliedervotum über einen möglichen Koalitionsvertrag. Damit hängt der Regierungsstart in Berlin auch am Votum der SPD-Basis.

Was am Samstag entschieden wird

Von der Wahl zum Personenschutz

  1. 20. September 2026
    Die Linke gewinnt die Abgeordnetenhauswahl

    25,7 Prozent für die Linke, CDU 18,8, AfD 16,3, Grüne 14,3, SPD 12,1 Prozent.

  2. 17. Oktober 2026
    Sondierungspapier vorgelegt

    Linke, Grüne und SPD einigen sich auf eine „Berliner Erklärung“ zum Antisemitismus und eine Vergesellschaftungsgrenze von 10.000 Wohnungen.

  3. 19. Oktober 2026
    SPD und Grüne stimmen Verhandlungen zu

    Die Linke will erst auf ihrem Landesparteitag am 31. Oktober entscheiden.

  4. 29. Oktober 2026
    SPIEGEL veröffentlicht interne Vermerke

    Eralp äußert Angst um sich und ihre Familie und bittet die Polizei um eine neue Gefährdungsbewertung.

  5. 30. Oktober 2026
    Polizei bewilligt Personenschutz

    BILD und Tagesspiegel berichten übereinstimmend, die dpa bestätigt eine „konkrete Bedrohungslage“ aus Sicherheitskreisen.

  6. 31. Oktober 2026
    Außerordentlicher Landesparteitag

    Tagungsort ist das Dong-Xuan-Center in Lichtenberg, Beginn 10 Uhr.

Der Parteitag im Dong-Xuan-Center, dem früheren „Frühlingswiese“ in Lichtenberg, beginnt um 10 Uhr. Eralps Rede ist für 10:30 Uhr angekündigt, die Abstimmung über Koalitionsverhandlungen soll am Nachmittag folgen. Ab 11 Uhr sollen propalästinensische Gruppen vor dem Tagungsort protestieren.

Fällt der Beschluss am Nachmittag, beginnt die Linke Verhandlungen mit SPD und Grünen – und muss erklären, wie sie künftig zur Polizei steht, deren Schutz ihre Vorsitzende an diesem Samstag genießt.