Elif Eralp schreibt von Angst vor Palästina-Aktivist Ibrahim
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Elif Eralp schreibt von Angst vor Palästina-Aktivist Ibrahim

In einer internen Anmerkung zu einem SPIEGEL-Interview schreibt Elif Eralp, sie und ihr Mann hätten Angst vor dem Palästina-Aktivisten Ibrahim Ibrahim. CDU, SPD und der Zentralrat der Juden bezweifeln nun ihre Regierungsfähigkeit – zwei Tage vor der Entscheidung über Koalitionsverhandlungen.

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Elif Eralp schreibt in einer internen Anmerkung, sie und ihr Mann hätten „Angst vor diesen Leuten“ – gemeint ist der Palästina-Aktivist Ibrahim Ibrahim. Die Berliner Linken-Fraktionsvorsitzende notiert zudem, sie könne „sich und die Familie für den SPIEGEL nicht in Gefahr bringen“.

Öffentlich wurde der Vermerk am Donnerstag durch einen Bericht über Eralps Angst vor Terrorsympathisanten. Das Magazin hatte das Wortlaut-Interview am Montag geführt, am Dienstag ging die Autorisierungsfassung an Eralps Sprecher – und kam am Mittwoch laut SPIEGEL versehentlich samt internen Kommentaren zurück.

Eralp reagierte am Rande der konstituierenden Sitzung des Abgeordnetenhauses: „Ich werde mich von niemandem einschüchtern lassen“, sagte sie und kündigte an, konsequent gegen Kriminalität, Gewalt und Terror vorzugehen.

Der Aktivist und die Neuköllner Wahlparty

Ibrahim Ibrahim war im September auf einer Wahlparty der Linken in Berlin-Neukölln aufgetaucht und wurde dort unter anderem mit dem Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak fotografiert. Der SPIEGEL beschreibt Ibrahim als Aktivisten der PFLP. Den Vorwurf, Terrorismus zu unterstützen, weist Ibrahim zurück; er beteuert, Antisemitismus abzulehnen.

Koçak sitzt für die Linke im Bundestag, das Foto mit Ibrahim entstand bei der Wahlparty. Die Vorwürfe beschäftigen die Partei weiter: Bartsch fordert Aufklärung von der Linken – notfalls mit Ausschluss.

Von der Wahlparty zum Koalitionsstreit

  1. 20. September 2026
    Linke wird stärkste Kraft in Berlin

    Elif Eralp gewinnt mit der Berliner Linken die Abgeordnetenhauswahl und gilt als mögliche Regierende Bürgermeisterin.

  2. September 2026
    Aktivist auf Neuköllner Wahlparty

    Ibrahim Ibrahim erscheint auf einer Wahlparty der Linken und wird unter anderem mit Ferat Koçak fotografiert.

  3. 17. Oktober 2026
    Sondierungsvereinbarung vorgestellt

    Linke, Grüne und SPD präsentieren ihr Papier, darunter die Vergesellschaftung privater Wohnungskonzerne ab 10.000 Wohnungen.

  4. 26. bis 28. Oktober 2026
    Interview und versehentliche Rücksendung

    Der SPIEGEL führt das Wortlaut-Interview, die Autorisierungsfassung kommt samt internen Anmerkungen zurück.

  5. 29. Oktober 2026
    Bericht und Reaktionen

    Der SPIEGEL veröffentlicht die Anmerkungen, Eralp sagt, sie lasse sich nicht einschüchtern.

  6. 31. Oktober 2026
    Parteitag entscheidet über Koalition

    Die Berliner Linke stimmt ab, ob Koalitionsverhandlungen mit Grünen und SPD aufgenommen werden.

  7. 3. November 2026
    CDU lädt zu Sondierungen

    Die CDU will Grüne und SPD zu Gesprächen über ein schwarz-grün-rotes Bündnis einladen.

Kritik von CDU, SPD und Zentralrat

Die CDU zieht aus dem Vermerk eine Regierungsfrage. Fraktionschef Stefan Evers greift Eralps Angst-Satz auf und dreht ihn ins Amt:

„Wie soll Elif Eralp als Regierende Bürgermeisterin die Sicherheit von Millionen Menschen gewährleisten, wenn sie selbst Angst vor dem islamistischen Umfeld ihrer Partei hat?“
Stefan Evers, CDU-Fraktionschef Berlin

Widerspruch kommt auch aus der SPD. Landeschef Steffen Krach sagt: „Wer diese Stadt regieren will, muss Gefahren deutlich benennen und Berlin vor ihnen schützen.“ Der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach riet seiner Partei, „von diesem Bündnis in Berlin mit der Linkspartei Abstand zu nehmen“. Auch der frühere Regierende Bürgermeister Michael Müller und der Bundestagsabgeordnete Sebastian Fiedler kritisierten Eralp scharf.

Der Zentralrat der Juden geht in der Sache weiter. Präsident Josef Schuster sagte, „die Linke ist unfähig, sich von Terrorsympathisanten und Antisemiten zu distanzieren“. Bereits kurz nach dem Wahlsieg hatte der Zentralrat SPD und Grüne vor der Koalition gewarnt.

Ramelow greift den SPIEGEL an

Rückendeckung bekommt Eralp aus der eigenen Partei. Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow kritisiert die Veröffentlichung: „Durch die Berichterstattung über eine interne Kommunikation wird ein Mensch, der sich schutzlos fühlt, und dies intern kommuniziert, gezielt verletzt.“ Beim Presserat sind Beschwerden eingegangen, die Berliner Linke prüft nach Informationen von Politico eine eigene Beschwerde gegen den SPIEGEL.

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Auf der Seite der möglichen Koalitionspartner sicherte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Bettina Jarasch zu, eine künftige rot-grün-rote Koalition werde mit Eralp an der Spitze Antisemitismus, organisierte Kriminalität und Extremismus zum Schwerpunkt machen. Am 31. Oktober entscheidet der Parteitag der Berliner Linken, ob Koalitionsverhandlungen beginnen. Die CDU will Grüne und SPD am 3. November zu Sondierungen einladen – und fordert das Ende der rot-grün-roten Gespräche.