Märtha Louise (55) ist nicht schwanger. Die Fotos, die auf Facebook einen runden Babybauch und Ultraschallbilder zeigen, sind mit KI erzeugt und manipuliert.
Jetzt äußert sich das Management der Norwegerin. Carina Scheele Carlsen sagte in dem TV-2-Bericht über die falschen Babybilder, man sei sich der falschen Behauptungen und der manipulierten Bilder bewusst, nehme das ernst und gehe dem nach. Weitere Kommentare lehnte sie ab.
„Wir sind uns bewusst, dass in den sozialen Medien falsche Behauptungen und manipulierte Bilder von Prinzessin Märtha Louise verbreitet werden, und das nehmen wir ernst und folgen dem nach.“
Seit dem Tod ihres Vaters Harald V. am 28. August 2026 ist Märtha Louise die Schwester des regierenden Königs Haakon VIII. Sie gehört damit zu einer Familie, über die weltweit berichtet wird – und die für Fälscher deshalb besonders attraktiv ist.
Neue Seiten, fremde Links
Verbreitet wurden die Beiträge über neu angelegte Facebook-Seiten mit Namen wie „Aktuelt Nå“ und „Aktuelt Puls“. Die Texte erschienen auf Norwegisch und Deutsch; in den Kommentarspalten standen Links zu unbekannten ausländischen Webadressen.
Nach dem Bericht war „Aktuelt Nå“ auf Facebook nicht mehr auffindbar. TV 2 hatte den Beitrag und das manipulierte Bild zuvor gesichert.
Bleibt die Gegenwehr. Marius Storsveen Rødsand, Seniorberater bei NorSIS/Slettmeg.no, rät von jeder Reaktion ab – auch von Widerspruch.
„Nicht liken, teilen oder kommentieren, auch nicht, um zu sagen, dass der Inhalt falsch ist. Jede Aktivität sagt dem Algorithmus, dass der Beitrag interessant ist, und dann wird er mehr Leuten gezeigt.“
Warum Königshaus plus Schwangerschaft zieht
Petter Bae Brandtzæg, Medienforscher an der Universität Oslo und bei SINTEF, erklärt, wie solche Kampagnen funktionieren. Die Themenwahl hält er für alles andere als zufällig.
„Das sind Menschen, die die Leute kennen, und das erzeugt automatisch Aufmerksamkeit. Es wäre ja aufsehenerregend, wenn Durek und Märtha ein Kind bekämen, und damit wissen die Hintermänner, dass diese Kombination zur Verbreitung beiträgt.“
Märtha Louise steht seit Jahren im Rampenlicht: 2019 wurde ihre Beziehung zu Durek Verrett (51) öffentlich, am 31. August 2024 heirateten die beiden im Hotel Union in Geiranger – ein Ereignis, das weit über Norwegen hinaus beachtet wurde. Ein Kind aus dieser Verbindung wäre eine Schlagzeile.
Der Mechanismus trifft längst nicht mehr nur das norwegische Königshaus. Wie schnell eine Prominente in Erklärungsnot gerät, zeigt Barbara Schönebergers Umgang mit dem KI-Verdacht.
Meta bittet um mehr Zeit
Meta beantwortete die Fragen von TV 2 zunächst nicht. Per E-Mail erklärte der Konzern lediglich, man benötige mehr Zeit für eine Prüfung.
Kritik an der Moderation kommt aus der Forschung. Brandtzæg sagt, Meta verdiene „in erster Linie Geld mit Engagement und Nutzung“, Aufmerksamkeit könne eine Löschung oft aufwiegen. Zugleich gebe der Konzern für eine Plattform mit drei Milliarden Nutzern verhältnismäßig wenig Geld für Moderation aus.
Die Fälschungen haben eine Vorgeschichte
Der Fall ist nicht der erste in der norwegischen Königsfamilie. Im Juni 2026 kursierten auf Facebook KI-generierte Bilder der damaligen Kronprinzessin und heutigen Königin Mette-Marit im Klinikbett. Der Anwalt Jon Wessel-Aas nannte sie strafbar.
Schon zuvor hatte TV 2 Netzwerke aufgedeckt, die KI-generierte Inhalte und massenhafte Huldigungen des Königshauses verbreiteten. Meta entfernte daraufhin mehrere Profile wegen „koordinierten unechten Verhaltens“.
Die Vorgeschichte im Überblick
- 2019Die Beziehung wird öffentlich
Märtha Louise und Durek Verrett machen ihre Beziehung publik; seither steht das Paar im Zentrum der Berichterstattung.
- 31. August 2024Hochzeit in Geiranger
Die Feier im Hotel Union sorgt international für Schlagzeilen.
- Juni 2026KI-Bilder von Mette-Marit
Manipulierte Fotos der damaligen Kronprinzessin im Krankenbett kursieren auf Facebook; Anwalt Jon Wessel-Aas nennt sie strafbar.
- 28. August 2026Harald V. stirbt mit 89 Jahren
Haakon wird als Haakon VIII. König, Mette-Marit Königin. Märtha Louise ist seither Schwester des Monarchen.
- 28. Oktober 2026TV 2 veröffentlicht den Bericht
Das Management nimmt die falschen Behauptungen ernst, „Aktuelt Nå“ ist nicht mehr auffindbar, Meta bittet um Zeit für eine Prüfung.
Offen ist, was Meta mit den Seiten und den Verlinkungen macht und ob die Prüfung ein Ergebnis liefert. Das Management von Märtha Louise will den falschen Behauptungen nachgehen. Bis dahin bleibt Betroffenen nur der Weg, den Rødsand empfiehlt: melden statt teilen – auch wenn das Schweigen schwerfällt.
