Karoline Herfurth (42) macht das Handy ihres Ehemanns Christopher Doll (50) zur Tabuzone. Heimlich nachsehen sei „sogar rechtlich ein No-Go“, sagt die Schauspielerin in dem BUNTE-Interview über das Handy ihres Mannes.
Das Gespräch erschien am 28. Oktober in Berlin. Zwei Tage später griffen TAG24 und Promiflash die Sätze auf und rückten Herfurths Umgang mit Geheimnissen in der Ehe in den Mittelpunkt – nicht ihre Arbeit.
Dahinter steht kein Misstrauen, sondern das Gegenteil: Herfurth sagt, sie müsse nicht nachsehen, weil sie sich auf ihren Mann verlässt. Damit macht sie aus einer Alltagsfrage eine Grundsatzfrage: Wie viel Kontrolle gehört in eine Ehe?
„Ich persönlich weiß, dass ich mich hundertprozentig auf meinen Mann verlassen kann. Deswegen interessiert mich sein Handy wirklich null.“
Ein Handy wie ein fremder Brief
Den Vergleich mit einem Brief, der nicht für einen bestimmt ist, zieht Herfurth selbst. Heimlich in den Nachrichten des Partners zu lesen, hält sie für ein No-Go – juristisch wie privat. TAG24 über Herfurths Haltung zu Geheimnissen und Promiflash machten daraus am 30. Oktober eine Debatte über die Frage, was Partner voreinander verbergen dürfen.
Über ihr Privatleben spricht Herfurth selten. 2023 zeigte sie sich mit Doll erstmals öffentlich, bei der Verleihung des Ernst-Lubitsch-Preises; zuvor hatte sie die Ehe jahrelang aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Im Februar 2026 trat das Paar beim Blaue-Blume-Award auf – das Foto diente BUNTE als Begleitbild des Interviews.
Von der verborgenen Ehe zur klaren Ansage
- 2023Erster gemeinsamer Auftritt
Karoline Herfurth und Christopher Doll zeigen sich beim Ernst-Lubitsch-Preis erstmals öffentlich – zuvor hatte sie ihre Ehe jahrelang herausgehalten.
- Februar 2026Gemeinsam beim Blaue-Blume-Award
Das Foto des Paares dient BUNTE später als Begleitbild des Interviews.
- 22. Oktober 2026Kinostart von „Der perfekte Urlaub“
Regie führt Bora Dağtekin, Herfurth spielt erneut Carlotta.
- 28. Oktober 2026Das BUNTE-Interview erscheint
Unter dem Titel „Das Handy meines Mannes ist tabu!“ äußert sie sich auch über das Älterwerden von Frauen.
- 30. Oktober 2026TAG24 und Promiflash greifen auf
Beide rücken Herfurths Umgang mit dem Handy ihres Ehemanns und ihre Haltung zu Geheimnissen in der Ehe in den Mittelpunkt.
Frauen über 40 wirken sehr glatt
Der Anlass des Gesprächs war ein anderer. „Der perfekte Urlaub“ startete am 22. Oktober in den deutschen Kinos, Regie führte Bora Dağtekin, Herfurth spielt erneut Carlotta. Im Interview nutzte sie die Aufmerksamkeit für ein Thema, für das sie sich seit Jahren einsetzt: die Sichtbarkeit von Frauen.
Herfurth nennt drei Lücken: den glatten Look, die fehlende Normalisierung des Alterns und die Vorbilder. Ältere Frauen seien in der Öffentlichkeit einfach wenig präsent, sagt sie – was Menschen für normal halten, hängt davon ab, wen sie sehen.
„Frauen über 40, 50 oder 60 sehen im öffentlichen Bild häufig sehr glatt aus. Es fehlt eine Normalisierung des Älterwerdens von Frauen. Man kommt mit älteren Frauen in der Öffentlichkeit einfach wenig in Berührung. Es fehlen Vorbilder.“
Der Befund trifft die Branche, nicht nur das Publikum. Wo Frauen jenseits der 40 selten Hauptrollen bekommen, verschwinden sie auch aus dem Bild. Christine Neubauers Klage über die Altersgrenze im TV steht für denselben Mechanismus.
Widerstand kostet Rollen
Herfurth beschreibt den Druck als systematisch: von einem „immensen Druck und einer Dauerpropaganda“ spricht sie. Sich dagegen zu wehren sei „wahnsinnig anstrengend“ – und teuer. Wer nicht mitmache, dem könnten Rollenangebote wegbrechen.
Genau deshalb verurteilt sie niemanden, der sich behandeln lässt. Der Druck wirke, weil er Konsequenzen hat. Ihr Gegenentwurf ist trotzdem eine Forderung: „Aber natürlich wünsche ich mir echte Selbstbestimmung für Frauen. Jeden Alters.“
Die Klage ist nicht neu. Nike Fuhrmanns Kritik an fehlenden Rollen ab 40 fällt in dieselbe Kerbe – und zeigt, dass Herfurth mit ihrem Satz nicht allein steht.
Konkurrenz statt Freundschaft
Ihr Gegenmittel gegen den Druck ist die Freundschaft. Frauen würden „lange genug in Konkurrenz zueinander gebracht“, sagt Herfurth. Sie halte es für gesund, sich nicht gegeneinander aufbringen zu lassen und nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Freundschaften, teils seit der ersten Klasse, nennt sie ein „Lebenselixier“.
Ob aus ihren Sätzen etwas folgt, entscheidet sich dort, wo niemand zuschaut: bei der nächsten Rollenbesetzung. Herfurths Film läuft seit dem 22. Oktober im Kino – die Branche hat also Gelegenheit, ihre Antwort zu zeigen.
