Georgina Fleur (36) hat mit einem Satz einen Rassismus-Streit ausgelöst, der jetzt auf sie zurückfällt. Ihr TikTok-Video, in dem sie sich als „größere Minderheit als Schwarze“ bezeichnet, ist gelöscht — der Wortlaut macht trotzdem die Runde.
Auslöser war nach Fleurs eigener Darstellung die Show „Das große Promi-Büßen“, die am 26. Oktober in ihre fünfte Staffel startete. Ihre Mitstreiter Raffaela Raab und Cosimo Citiolo hätten sie dort als „Hexe“ bezeichnet und ihre Sommersprossen mit Altersflecken verglichen. Fleur forderte, dass der Sender bei solchen Sprüchen einschreitet.
In ihrer Videobotschaft zog sie daraus einen Vergleich, der nun als Relativierung von Rassismus gelesen wird:
„Ich bin 'ne größere Minderheit als Schwarze, als Asiaten oder Inder oder keine Ahnung was und die sagen auch immer was, wenn sie diskriminiert werden. Und ich sag jetzt auch einfach mal was.“
Chiara Fröhlich reagiert mit Herzrasen vor Wut
Chiara Fröhlich (28) sah das Video und antwortete in ihrer Instagram-Story. Die Gewinnerin von „Love Island VIP“, deren Familie aus Kenia stammt, beschrieb, sie habe Herzrasen vor Wut — und sparte nicht an drastischen Worten.
„Wer hat dieser Frau eigentlich ins Hirn geschissen? Die macht ne Story und das ist wie mit Emmy Russ damals, ne? Bitte! Da steht wieder ne weiße Frau und sagt, sie ist ne größere Minderheit als Schwarze und keine Ahnung was.“
Öffentlich bekannt wurde Fröhlichs Reaktion am 29. Oktober, einen Tag später griffen mehrere Portale den Fall auf, darunter promiflash mit einem Bericht über den Minderheiten-Vergleich. Fleur hatte zuvor selbst verlangt, dass ihr Sender einschreitet, wenn Kandidaten beleidigt werden — dieser Maßstab liegt jetzt bei ihr.
Der Vorwurf der doppelten Maßstäbe
Fleur begründet ihren Vergleich mit doppelten Maßstäben: Gegen andere Minderheiten werde schneller eingegriffen, gegen sie nicht. Ihr Argument hängt an einem Satz aus demselben Video:
„Wenn was gegen Farbige oder Asiaten gesagt wird, wird sofort eingegriffen.“
Im Netz traf sie damit auf Widerstand. Nutzerinnen und Nutzer warfen ihr vor, Rassismuserfahrungen zu relativieren und sich selbst zum Opfer zu stilisieren. Eine TikTok-Nutzerin hielt ihr entgegen, Mobbing wegen roter Haare und Sommersprossen sei mit strukturellem Rassismus nicht zu vergleichen.
Auch außerhalb Deutschlands wurde der Fall aufgegriffen: 20 Minuten berichtete über Georgina Fleurs Minderheiten-Vergleich, in Luxemburg zog lessentiel nach.
Der Vergleich mit Emmy Russ
Fröhlichs Verweis führt zurück in den Januar 2026. Damals hatte Emmy Russ nach der Bezeichnung „blonder Chihuahua“ durch Vanessa Nwattu Rassismusvorwürfe erhoben. Fröhlich sieht in Fleurs Auftritt dasselbe Muster: eine weiße Frau, die sich in eine Reihe mit Diskriminierten stellt.
Fleur kennt solche Kritik: Schon 2025 hatte sie die koreanische Sprache in einem Video als „Geheimsprache“ bezeichnet und dafür Rassismus-Vorwürfe geerntet. In derselben Staffel war Raab zuvor selbst Ziel von Sprüchen über ihren Körper geworden — Raab wird bei „Promi-Büßen“ Opfer von Bodyshaming.
Von der „Geheimsprache“ zur Minderheiten-Aussage
- 2025Koreanisch als „Geheimsprache“
Georgina Fleur bezeichnet die koreanische Sprache in einem Video als „Geheimsprache“ und erntet dafür Rassismus-Kritik.
- Januar 2026Emmy Russ erhebt Rassismusvorwürfe
Nach der Bezeichnung „blonder Chihuahua“ durch Vanessa Nwattu.
- 26. Oktober 2026Start der fünften Staffel „Das große Promi-Büßen“
Georgina Fleur tritt bei Joyn und ProSieben an.
- 29. Oktober 2026Chiara Fröhlich kritisiert Fleur
In ihrer Instagram-Story, über die an diesem Tag erstmals berichtet wird.
- 30. Oktober 2026Video gelöscht, Debatte läuft
Fleurs TikTok-Video ist nicht mehr abrufbar, eine öffentliche Antwort von ihr fehlt weiterhin.
Eine Antwort steht noch aus
Bis Ende Oktober hat Fleur auf Fröhlichs Kritik nicht öffentlich reagiert. Offen ist auch, ob Joyn und ProSieben auf die Debatte antworten. Wie schnell ein Satz im Fernsehen eskalieren kann, zeigte im Juli Andrea Kiewels Rassismus-Skandal im ZDF-Fernsehgarten.
Ob Fleur sich erklärt oder die Sache aussitzt, entscheidet mit darüber, wie ernst ihr Sender das Thema nimmt. Eine Frist gibt es nicht — und bis Ende Oktober keine Antwort.
