Andrea Bocelli sieht Musik als Gebet und fürchtet den Tod nicht mehr
Er füllt die Arenen der Welt und sagt nun, das Leben unterwegs habe nie zu ihm gepasst: Andrea Bocelli (68) spricht offen über Musik als Gebet, seine verlorene Angst vor dem Tod – und über die Rückkehr in die Berliner Waldbühne am 15. Mai 2027.
Andrea Bocelli (68) hat die Angst vor dem Tod verloren – und gibt offen zu, dass das Leben auf Tournee nie zu ihm gepasst hat. Der Tenor, der seit 30 Jahren mit „Romanza“ durch die Arenen der Welt reist, sagt: „Am meisten vermisse ich meine Familie.“ Für den 15. Mai 2027 hat er trotzdem die Rückkehr in die Berliner Waldbühne angekündigt.
Anlass für das Gespräch, das am 1. November 2026 erschien, war das Gebetstreffen „Cantico di pace“ am 29. Juli 2026 in den Gärten der Päpstlichen Villen in Castel Gandolfo. Veranstalter waren das Centro di Alta Formazione Laudato si' und die Andrea Bocelli Foundation. Das Treffen war dem 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi gewidmet, dessen „Cantico delle Creature“ den Titel lieferte.
Eine Wette, kein Besitz
Sein Satz über die Musik steht nicht allein. Bocelli sagt, sein Glaube habe ihm „die Antworten gegeben, auf die es wirklich ankommt“. Das Leben nach dem Tod stelle er sich „als Heimkehr“ vor – die Angst davor habe er verloren.
„In meinen dunkelsten Momenten war auch die Musik eine Quelle der Kraft. Für mich ist sie eine Form des Gebets.“
Andrea Bocelli, italienischer Tenor
Bocelli beschreibt seinen Glauben in dem Interview über Musik als Form des Gebets nicht als Beruhigungsmittel, sondern als Risiko. „Für mich ist der Glaube die große Wette des Lebens, ein Risiko, das sich einzugehen lohnt“, sagt der 68-Jährige. Ohne ihn wäre die Existenz „eine Tragödie, die nur darauf wartet, ihren Lauf zu nehmen“.
164 Stimmen aus vier Ländern
Öffentlich wurde dieser Glaube in Castel Gandolfo. Am 29. Juli 2026 betete Papst Leo XIV. dort gemeinsam mit Bocelli und dem 164-köpfigen Chor ABF Voices. Junge Sängerinnen und Sänger aus dem Heiligen Land, Uganda, Haiti und Italien standen auf der Bühne, Bocelli sang „Panis Angelicus“, zum Abschluss erklang „Amazing Grace“, wie der Bericht über das Gebetstreffen in Castel Gandolfo festhält.
Hinter dem Titel steckt ein Programm. Bocelli sagte, „Cantico di Pace“ sei aus dem Wunsch entstanden, der Musik eine einfache und universale Botschaft anzuvertrauen: Frieden entstehe durch Begegnung und durch die Fähigkeit, die Stimme des anderen zu hören. Der heilige Franz von Assisi, dessen Sonnengesang Pate stand, starb 1226 – 800 Jahre vor dem Abend im Borgo Laudato si'.
Von Assisi nach Castel Gandolfo: wie es zu dem Treffen kam
September 2025
Bocelli singt vor Leo XIV.
Bei der Einweihung des Borgo Laudato si' in Castel Gandolfo tritt der Tenor vor den Papst.
18. Juli 2026
Konzert im Apostolischen Palast
Im Innenhof in Castel Gandolfo widmet das Bistum Albano dem Papst ein Konzert, er spricht über die Schönheit.
27. Juli 2026
Kurze Abreise, schnelle Rückkehr
Der Papst verlässt am Abend seine Sommerresidenz und kehrt in den Vatikan zurück – um zwei Tage später wiederzukommen.
29. Juli 2026
„Cantico di pace“ in den Päpstlichen Villen
Bocelli, Leo XIV. und der 164-köpfige Chor ABF Voices beten und singen, der Abend endet mit „Amazing Grace“.
31. Juli 2026
Bericht über die Papstansprache
CNA Deutsch dokumentiert, wie der Papst die Musik als Weg zu Gott deutet.
1. November 2026
Das Interview erscheint
Bocelli spricht über Musik als Gebet und kündigt die Waldbühne für Mai 2027 an.
Ein Leben, das nie gepasst hat
Über seinen Alltag sagt Bocelli Dinge, die nach keinem Tourneeprogramm klingen. „Ein Leben, das ständig unterwegs stattfindet, hat nie wirklich zu mir gepasst“, sagt der Tenor. „Am meisten vermisse ich meine Familie.“ Das Album „Romanza“ machte ihn weltbekannt; 2027 feiert es sein 30-jähriges Jubiläum.
Trotzdem geht es weiter. Am 15. Mai 2027 (20 Uhr) kehrt Bocelli mit der „Romanza World Tour“ zum 30. Jubiläum des Albums in die Berliner Waldbühne zurück. Seine Deutschlandtermine laufen vom 11. bis 23. Mai 2027.
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Der nächste Termin steht
In Castel Gandolfo stand nicht nur Bocelli im Zentrum. Papst Leo XIV. deutete die Musik als Weg zu Gott: Die „Schönheit der Musik“ lade ein, „demjenigen zu begegnen, der die Schönheit selbst ist“, sagte er. In seinem Gebet bat er um Frieden „an allen Orten der Welt, die weiter aufgrund von Gewalt leiden“.
Ähnlich wie Andrea Berg über das, was am Lebensende zählt spricht Bocelli von Familie und Glauben statt von Karriere. Ein Termin aber bleibt gesetzt: 15. Mai 2027, 20 Uhr, Waldbühne Berlin. Ob der Tenor danach kürzertritt, ist offen – angekündigt hat er es nicht.