Staatsanwaltschaft klagt drei Klimaaktivisten nach Merz-Jet-Attacke an
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Klimaprotest

Staatsanwaltschaft klagt drei Klimaaktivisten nach Merz-Jet-Attacke an

Nach der gescheiterten Farbattacke auf Friedrich Merz' Privatjet hat die Staatsanwaltschaft Arnsberg drei Klimaaktivisten angeklagt. Unter den Beschuldigten ist Anja Windl, die die Aktion als Notwehr bezeichnet.

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Die Staatsanwaltschaft Arnsberg klagt drei Klimaaktivisten an. Der Vorwurf: Sie sollen im Januar versucht haben, das Privatflugzeug von Bundeskanzler Friedrich Merz mit pinker Farbe zu beschmieren und dazu einen Zaun auf dem Flugplatz Arnsberg-Menden zerschnitten haben.

Unter den Beschuldigten ist Anja Windl, die vor allem in Österreich als Figur des Klimaprotests bekannt ist. Die Anklage lautet auf Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch, wie aus dem Bericht über die Anklage nach der Flugplatz-Aktion hervorgeht. Ob es überhaupt zu einem Prozess kommt, ist offen.

Festgenommen hatte die Polizei die beiden Frauen und den Mann im Alter von 23, 28 und 56 Jahren in der Nacht zum 22. Januar. Noch am selben Tag kamen alle drei wieder frei – Haftgründe sahen die Ermittler nicht.

Die Aktion scheiterte an einer Kontrollfrage

Die Polizei überprüfte daraufhin das Gelände und nahm die Gruppe fest.

Nach Angaben der Ermittler hatten die Aktivisten einen Zaun zerschnitten, um auf das Gelände zu gelangen. Die Gruppe „Widerstands-Kollektiv“ bekannte sich zu der Aktion: Merz' Maschine sollte mit pinker Farbe „langfristig aus dem Verkehr gezogen“ werden.

Mitgeführt wurden nach eigenen Angaben ein Banner und ein Fahrrad – gedacht als „klimafreundliches Fortbewegungsmittel für den Kanzler“. Zu einer Beschädigung des Flugzeugs kam es nicht, wie die WDR-Übersicht zur verhinderten Farbattacke festhält.

Von der Festnahme zur Anklage

  1. 22. Januar 2026
    Festnahme auf dem Flugplatz

    Die Polizei nimmt zwei Frauen und einen Mann im Alter von 23, 28 und 56 Jahren fest. Die Staatsanwaltschaft sieht keine Haftgründe, der Staatsschutz ermittelt.

  2. 23. Januar 2026
    Mobiltelefone beschlagnahmt

    Die Ermittler werten die Handys der Beschuldigten aus, um den Umfang des Vorsatzes zu klären.

  3. Mai 2026
    Acht Monate Bewährung in Wien

    Das Wiener Landesgericht verurteilt Anja Windl und drei Mitstreiter nach einer Klima-Klebe-Aktion wegen Sachbeschädigung und schwerer Sachbeschädigung.

  4. 2. November 2026
    Anklage in Arnsberg

    Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Das Amtsgericht prüft die Zulassung.

Windl spricht von Notwehr

Windl bestreitet die Absicht nicht, sie begründet sie. Die Klimakatastrophe eskaliere, Hunger, Hitze und Naturkatastrophen kosteten Menschenleben, während der Kanzler mit seinem eigenen Flugzeug durch die Gegend fliege – gerade er sollte ein Vorbild sein, sagt sie.

In derselben Erklärung dreht sie den Vorwurf um und fragt, ob nicht schon der Besitz eines Privatflugzeugs strafbar sein müsste.

„Sollte es in unserer Gesellschaft nicht auch schon eine Straftat sein, sich so ein Privatflugzeug zuzulegen, das am Ende des Tages einfach die Leben von Menschen kostet?“
Anja Windl, Klimaaktivistin und Beschuldigte

Das ist ihre Verteidigungslinie, über die am Ende ein Gericht entscheiden müsste. Angeklagt sind die drei bislang wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Verurteilt ist in Arnsberg niemand.

In Wien kassierte sie acht Monate auf Bewährung

In Österreich ist Windl bereits verurteilt. Im Mai 2026 sprach das Wiener Landesgericht sie und drei Mitstreiter nach einer Klima-Klebe-Aktion der Sachbeschädigung und der schweren Sachbeschädigung schuldig – acht Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung.

In Arnsberg geht es nun um einen anderen Vorwurf: nicht um Klebeaktionen, sondern um den Versuch, ein Flugzeug zu beschädigen. Die Staatsanwaltschaft muss dafür belegen, dass die drei mit Vorsatz auf das Gelände wollten.

Das Amtsgericht prüft die Zulassung

Ob aus der Anklage ein Prozess wird, entscheidet das Amtsgericht Arnsberg im Zwischenverfahren. Dort prüft das Gericht, ob die Anklage zugelassen wird – erst danach wäre ein Verhandlungstermin möglich.

Protestaktionen beschäftigen die Justiz derzeit mehrfach. Im Oktober ermittelte die Polizei nach Pferdemist-Aktionen vor CDU-Geschäftsstellen.

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Lässt das Gericht die Anklage zu, drohen den drei Beschuldigten ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch – obwohl am Flugzeug kein Schaden entstand. Windl beruft sich auf Notwehr. Wann das Amtsgericht über die Zulassung entscheidet, ist bislang nicht bekannt.