Yasin Mohamed erhält 20 Monate Haft auf Bewährung wegen Vergewaltigung
Das Amtsgericht München verurteilt Reality-Star Yasin Mohamed wegen Vergewaltigung zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung – deutlich milder als von der Anklage gefordert. Die Verteidigung kündigt Berufung an, das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Das Amtsgericht München hat den Reality-Star Yasin Mohamed wegen Vergewaltigung zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Nach rund neunstündiger Verhandlung sagte die Vorsitzende Richterin Regina Partin am 4. November, das Gericht sei überzeugt, dass die Grenzüberschreitung stattgefunden habe.
Wie der Spiegel über das Münchner Urteil berichtet, drang Mohamed im Juli 2024 im Hotelzimmer während der Dreharbeiten zu „Love Island V.I.P.“ in Griechenland zweimal ohne Kondom in die Schauspielerin und Influencerin Sophie Imelmann (30) ein, obwohl sie ein klares Nein geäußert hatte.
Ein Nein, das verstanden wurde
Das Gericht wertete den Vorsatz nur als bedingt. Mohamed habe das Nein der Frau wahrgenommen und verstanden, sagte Partin – und es dennoch versucht. Die Kammer nannte die Tat eine „stark untypische Vergewaltigung“.
„Der Angeklagte ist der Vergewaltigung schuldig. Das Gericht ist überzeugt, dass die Grenzüberschreitung stattgefunden hat. Es war kein harmloser Übergriff.“
Regina Partin, Vorsitzende Richterin am Amtsgericht München
Partin setzte den Rahmen selbst: „Es war ein Übergriff, das wollen wir hier nicht kleinreden. Eine Vergewaltigung ist eine Vergewaltigung.“ Für Sophie Imelmann, die als Nebenklägerin auftrat, war der Schuldspruch das Ergebnis von Vorwürfen, die sie im Januar 2025 öffentlich erhoben hatte.
Die Anklage forderte Haft ohne Bewährung
Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre und acht Monate Haft gefordert, womit eine Bewährung ausgeschlossen gewesen wäre. Die Verteidigung um Alexander Esser und Daniela Gabler plädierte auf Freispruch. Mohamed hatte die Vorwürfe bestritten – so wie beim Prozessauftakt im Oktober 2026.
Das Gericht blieb deutlich unter dem Antrag der Anklage: ein Jahr und acht Monate, ausgesetzt zur Bewährung, dazu 200 Stunden gemeinnützige Arbeit und drei Jahre Bewährungszeit. Strafmildernd wirkten die Unbescholtenheit des Angeklagten und seine Bereitschaft zu einem klärenden Gespräch, wie die Welt über die Bewährungsauflagen berichtet.
Von der Nacht in Griechenland zum Urteil
Juli 2024
Vorfall im Hotelzimmer
Nach dem Finale der Dreharbeiten zu „Love Island V.I.P.“ in Griechenland kommt es im Hotelzimmer von Yasin Mohamed zu dem Vorfall, den das Gericht später als Vergewaltigung einstuft.
Anfang Januar 2025
Öffentliche Vorwürfe
Sophie Imelmann erhebt in einem Video in den sozialen Netzwerken Vorwürfe gegen Mohamed und kündigt rechtliche Schritte an.
5. Januar 2025
RTL nimmt Mohamed aus dem Dschungelcamp
Kurz vor dem Start der Staffel streicht der Sender Mohamed aus dem Kandidatenfeld; Jörg Dahlmann rückt nach.
Oktober 2026
Prozessbeginn in München
Vor dem Amtsgericht München beginnt die Verhandlung. Mohamed bestreitet die Vorwürfe.
4. November 2026
Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe
Nach rund neunstündiger Verhandlung verhängt das Schöffengericht ein Jahr und acht Monate auf Bewährung, drei Jahre Bewährungszeit und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit.
4. November 2026
Rechtsmittel angekündigt
Die Verteidigung kündigt unmittelbar nach der Verkündung Berufung an. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.
Die Verteidigung legt Berufung ein
Bei der Urteilsverkündung brach Nebenklägerin Sophie Imelmann in Tränen aus. Anschließend sagte sie: „Ich bin unfassbar erleichtert und am Ende meiner Kräfte.“
Für Mohamed ist der Schuldspruch noch nicht das letzte Wort: Die Verteidigung kündigte unmittelbar nach der Verkündung Rechtsmittel an, konkret Berufung. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig, der Fall kommt erneut vor Gericht.
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Offen ist, wann die Berufung verhandelt wird. Bis dahin bleibt Imelmann, die nach eigenen Worten am Ende ihrer Kräfte ist, an ein Verfahren gebunden, das im Juli 2024 begann.