Iris Berben warnt vor der AfD und fordert mehr Wachsamkeit
Beim Gedanken an die Wahlen strahlt Iris Berben nicht mehr: Im „SuperIllu“-Interview nennt sie die AfD beim Namen, wird wütend – und verlangt Wachsamkeit mit Blick auf die deutsche Geschichte.
Beim Gedanken an die Wahlen hört Iris Berbens (76) Strahlen auf. Die Schauspielerin sagt das in einem Interview, das die „SuperIllu“ am 5. November veröffentlicht hat – und sie benennt sofort, was sie wütend macht: die AfD.
Auslöser ist das Gespräch „Selbstliebe ist der Weg zum Glück“, das Autor Björn Wolfram mit Berben führte. Gefragt, ob sie auf die politische Lage in Berlin und auf Antisemitismus-Vorwürfe gegen Teile der dortigen Linken anspiele, antwortet sie in Iris Berbens Interview über Selbstliebe und Wut mit einem Satz, der die AfD ins Zentrum rückt.
„Nicht nur, sondern auch und ganz besonders mit Blick auf die AfD. Das macht wütend. Gerade bei unserer Historie braucht es unser aller Wachsamkeit – aktuell mehr denn je.“
Iris Berben, Schauspielerin
Die Linke gewinnt, die AfD legt zu
Hintergrund ist die Berliner Abgeordnetenhauswahl vom 20. September 2026. Die Linke wurde mit 25,7 Prozent erstmals stärkste Kraft, die AfD kam auf 16,3 Prozent. Danach entbrannte eine Debatte über Antisemitismus-Vorwürfe gegen Teile der Berliner Linken.
Ihre Wut über Wahlerfolge der AfD hat Berben schon vor diesem Interview öffentlich gemacht. Anfang Oktober 2026 zeigte sie sich in der „Süddeutschen Zeitung“ erschrocken und wütend – nachdem der Landtag von Sachsen-Anhalt den AfD-Politiker Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten gewählt hatte.
Die Nähe zum Kulturbetrieb ist kein Zufall: Berben engagiert sich seit Jahren gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus. Am 24. September 2026 nahm sie in der Staatsbibliothek zu Berlin den Deutschen Kulturpolitikpreis 2026 entgegen, die Laudatio hielt der Pianist Igor Levit.
Von der Preisverleihung zum Interview
4. September 2026
Laudatio bei der „Goldenen Henne“
Berben hält die Rede auf Lebenswerk-Preisträger Armin Mueller-Stahl.
20. September 2026
Die Linke wird stärkste Kraft in Berlin
25,7 Prozent für die Linke, 16,3 Prozent für die AfD. Danach Debatte über Antisemitismus-Vorwürfe gegen Teile der Berliner Linken.
24. September 2026
Deutscher Kulturpolitikpreis in Berlin
Berben erhält die Auszeichnung in der Staatsbibliothek zu Berlin, Laudatio: Igor Levit.
Anfang Oktober 2026
Rausch zum Landtagspräsidenten gewählt
In Sachsen-Anhalt wählt der Landtag den AfD-Politiker Tobias Rausch. Berben reagiert in der „Süddeutschen Zeitung“ erschrocken und wütend.
5. November 2026
Das „SuperIllu“-Interview erscheint
Berben sagt, ihr Strahlen höre bei den Wahlen auf – „ganz besonders mit Blick auf die AfD. Das macht wütend.“
Ein Gespräch als Lebensbilanz
Das Interview ist als Bilanz angelegt, nicht als Abrechnung. Auf die Frage nach Selbstliebe im Alter sagt Berben: „Für mich hatten die Werte eines Menschen und sein Geist, auch was mich selbst angeht, schon immer Priorität.“
Die „BUNTE“ übernahm das Interview noch am 5. November und rückte die AfD-Kritik in den Mittelpunkt. Wie Berbens Warnung vor der AfD, machte die Schauspielerin ihre Sorge an der Entwicklung der Parteien fest; auch der „Merkur“ griff die Aussage unter dem Titel „Da hört mein Strahlen auf“ auf.
Offen ist, ob der Satz politische Folgen hat. Ob Parteien, Verbände oder Theater auf Berbens Warnung reagieren, ist bislang nicht bekannt. Die Debatte, die nach der Berliner Wahl begonnen hat, ist mit dem Interview nicht beendet – und Berben steht mit ihrer Antwort mittendrin. Ob andere Prominente nachziehen, ist offen. Ihren Maßstab hat sie formuliert: Wachsamkeit, „aktuell mehr denn je“.