Monika Gruber nennt El Hotzo nach Spott über Aiwanger beim Namen
Nach dem Tod von Hubert Aiwanger verspotteten ein Satiriker und ein Kommunalpolitiker den Verstorbenen. Monika Gruber nennt die Urheber in einem Video beim Namen – und verlangt Respekt vor einem Toten.
Monika Gruber (55) hat die Häme nach dem Tod von Hubert Aiwanger (55) nicht durchgehen lassen. In einem am 5. November veröffentlichten Instagram-Video nennt die Kabarettistin den Satiriker El Hotzo und ein Grünen-Ratsmitglied aus Hilden beim Namen – und verlangt Respekt vor einem Toten.
Aiwanger, Chef der Freien Wähler, bayerischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident, war am Abend des 4. November leblos in seinem Zimmer im Hotel Neuer Fritz in Berlin gefunden worden. Die vorläufige Obduktion ergab keinen Hinweis auf ein Fremdverschulden. Der Tod des Freie-Wähler-Chefs im Berliner Hotel hat die Partei führungslos zurückgelassen.
Instagram · @gruene_hilden
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Wie der Spott begann
Noch während Politiker aller Parteien kondolierten, setzte in den Netzwerken der Spott ein. Die Satirepartei „Die Partei“ um Martin Sonneborn veröffentlichte eine KI-generierte Kachel mit einem weinenden Aiwanger und der Zeile „Aiwanger doch nicht tot!“ – eine Anspielung auf die Flugblatt-Affäre von 2023, in der Aiwangers Bruder die Autorschaft übernommen hatte.
Eine Instagram-Story derselben Partei ergänzte den Spielstand „Berlin 1:0 Bayern. Ihr könnt uns dann jetzt den Söder schicken.“ Der Partyschlagersänger Jürgen Milski, dessen Song „Großer Bruder“ unterlegt war, forderte die Partei zum Löschen auf und kündigte anwaltliche Schritte an. Auch ein Grünen-Ratsmitglied aus Hilden kommentierte die Todesmeldung: „Der Tag wird immer besser.“ Der Beitrag wurde später gelöscht.
Der Grünen-Ortsverein Hilden nannte die Äußerung „respektlos, inakzeptabel“; sie missachte „die Würde des Verstorbenen sowie die Gefühle der Hinterbliebenen“. Der prominenteste Beiträger war der Satiriker Sebastian Hotz, bekannt als El Hotzo – 2023 mit dem Bayerischen Kabarettpreis geehrt. Die Journalistin Julia Ruhs warf ihm für seinen X-Post Geschmacklosigkeit vor. Dort stand:
„Die Horrornachrichten reißen nicht ab. Markus Söder wurde lebend in München aufgefunden.“
El Hotzo (Sebastian Hotz), Satiriker
Trauer im Circus Krone
Gruber erfuhr während ihres Auftritts im Münchner Circus Krone vom Tod Aiwangers. Als sie nach der Vorstellung die Bühne verließ, wartete ihr Team mit der Nachricht. In dem Video schildert sie ihren ersten Gedanken: „Oh Gott, der arme Hubert.“ Sie sprach von den Eltern, den Söhnen und der Partnerin – von „unfassbarem Leid“.
Am Donnerstagmorgen hatte sie bereits eine Schwarz-Weiß-Aufnahme Aiwangers geteilt und ihn als „zugewandten, stets freundlichen, bodenständigen Menschen“ gewürdigt. Wie die Abendzeitung über Grubers Reaktion auf den Tod berichtete, sagte sie: „Ich bin total geschockt. Er war so ein lieber Kerl: offen, unkompliziert und immer volksnah.“ Die beiden kannten sich seit Jahren; 2023 trat Gruber an Aiwangers Seite bei der Demonstration gegen die Heizungspläne in Erding auf.
Der Zorn nach der Trauer
In dem Video kippt die Trauer in eine Wutrede gegen die Häme im Netz. Gruber nennt Hotz einen „TikTok-Spacko“, hält ihm vor, 2023 den Bayerischen Kabarettpreis erhalten zu haben, und erklärt Anstand zum „kleinsten gemeinsamen Nenner“ der Gesellschaft. Auf Facebook ergänzte sie: „Wenn selbst der Tod zur Pointe wird, ist uns vielleicht mehr abhandengekommen als nur der gute Geschmack.“
„Wenn ihr nichts Anständiges, nichts Respektvolles zu sagen habt in so einem Fall, dann hoit’s eia Bappn!“
Monika Gruber, Kabarettistin
Rückendeckung aus der Politik
Beistand bekam Gruber von Omid Nouripour. Der frühere Grünen-Bundesvorsitzende sagte bei RTL und ntv: „Alle sind gebeten, sich anständig zu verhalten“ – und betonte, die Parteizugehörigkeit des Hildener Ratsmitglieds spiele keine Rolle. Aiwanger verdiene als Mensch mit Familie Respekt, so Nouripour.
Der SPD-Abgeordnete Michael Roth schrieb: „Vielen ist nichts mehr heilig, und Respekt ist ein knappes Gut geworden.“ Hotz nahm seinen Witz inzwischen in Form eines Entschuldigungsschreibens zurück. Ob das Grünen-Ratsmitglied in Hilden Konsequenzen trifft, ist offen – der Ortsverein kündigte an, den Fall „in den zuständigen Gremien“ aufzuarbeiten.