Der letzte Ton: „Macht's gut und bleibt glücklich!“
Um 22.44 Uhr am Samstagabend war es endgültig vorbei. Michelle, mit bürgerlichem Namen Tanja Gisela Hewer, kniete auf der Bühne in Kitzbühel, rief ihr letztes „Macht's gut und bleibt glücklich!“ und verschwand aus dem Rampenlicht – für immer. Der Abschied beim „Schlagerbooom Open Air“ beendete eine 33-jährige Karriere, die sie von einer schwierigen Kindheit in Blumberg bis zu 4,5 Millionen verkauften Tonträgern führte.
Macht's gut und bleibt glücklich!Michelle nach ihrem letzten Song auf der Bühne
Vor ihrem finalen Lied hatte die 54-Jährige einen bewegenden Brief an Showmaster Florian Silbereisen und sein Team verlesen. Sie sprach von einem „Gefühl von Halt, Freundschaft und blindem Vertrauen“, das sie in der Branche selten erlebt habe. „Ich verspreche, dass wir das für immer bleiben: Familie bis zum letzten Akkord.“
Silbereisens Versprechen vor Millionenpublikum
Florian Silbereisen, der Michelle seit Jahrzehnten begleitete, war sichtlich ergriffen. Noch während der Live-Übertragung in der ARD gab er der Sängerin ein weitreichendes Versprechen: „Wenn irgendwas mal sein sollte, wenn du irgendwie Unterstützung brauchst, melde dich und ich verspreche dir vor Millionen Fernsehzuschauerinnen und -zuschauern: Ich werde da sein!“ Dann verabschiedete er nicht nur die Künstlerin, sondern auch das Image: „Aus Michelle wird nun wieder Tanja. Alles Gute, Tanja.“
Wenn irgendwas mal sein sollte, wenn du irgendwie Unterstützung brauchst, melde dich und ich verspreche dir vor Millionen Fernsehzuschauerinnen und -zuschauern: Ich werde da sein!Florian Silbereisen zu Michelle
Drohnen-Tränen und ein bitterer Beigeschmack
Für den spektakulären Schluss ließ Silbereisen Hunderte Lichterdrohnen am Nachthimmel die Worte „Alles Gute Michelle“ formen – ein Bild, das viele im Stadion und vor den Bildschirmen zu Tränen rührte. Doch der Abend hatte auch einen bitteren Beigeschmack: Michelles letzter Song „Das war's für mich“ stammt ausgerechnet von Eric Philippi, jenem Mann, der ihr am 15. Februar auf der Bühne noch einen Heiratsantrag gemacht hatte – und sich nur drei Wochen später wieder von ihr trennte.
Michelle selbst gab sich vor der Show gefasst philosophisch: „Ich glaube, wichtig ist, dass man einfach weiß, dass alles zusammengehört: Ohne schlechte Momente hat man keine guten Momente.“ Sie lebt inzwischen wieder allein und verarbeitet nach eigenen Worten den Schmerz.
Ich glaube, wichtig ist, dass man einfach weiß, dass alles zusammengehört: Ohne schlechte Momente hat man keine guten Momente. Und andersherum genauso. Jedes Leben hat Höhen und Tiefen.Michelle über das Ende ihrer Beziehung und ihre Karriere
Was kommt nach dem Rampenlicht?
Statt Bühne und Glamour will Michelle ab Mitte Juli einen völlig anderen Weg gehen: Unter dem Namen „Wakan“ – ein Begriff für spirituelle Energie – möchte sie als Medium und Heilerin arbeiten und Online-Einzelsitzungen anbieten. Es ist der radikalste Rollenwechsel, den ein deutscher Schlagerstar je vollzogen hat.
Die Reaktionen des Publikums im Stadion und im Netz zeigen: Für viele bleibt Michelle unvergessen. Ob das neue Leben als Wakan ähnliche Erfüllung bringt, wird sich zeigen – das Angebot von Florian Silbereisen steht.
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