Die Angst vor dem Blackout
Mitten im Konzert den eigenen Songtext vergessen – für jeden Künstler eine Horrorvorstellung. Für Peter Maffay ist es ein Zustand, den er nur zu gut kennt. „Ich vergesse regelmäßig meine Texte“, gestand der 76-Jährige nun in einem Interview. „Wenn ich meinen Teleprompter nicht hätte, wäre ich verloren“, so der Rocksänger weiter.
„Ich vergesse regelmäßig meine Texte. Ich hoffe, dass das nichts mit Alzheimer zu tun hat.“Peter Maffay (Rocksänger)
Kein Geheimnis: Maffay und der Teleprompter
Dass Maffay auf der Bühne auf technische Hilfe angewiesen ist, weiß seine Fangemeinde längst. Schon 2019 erklärte er in einem Tour-Tagebuch: „Ja, ich spiele mit Teleprompter und obwohl ich die Texte einigermaßen beherrsche, ist es so, dass wenn dieser Teleprompter ausfällt, sofort meine Synapsen aussetzen.“ Das Problem verheimlicht der Sänger nicht: „Das weiß inzwischen jeder und das versuche ich auch gar nicht zu bagatellisieren. Ich muss mir das immer wieder drauf schaffen.“
Um körperlich und mental fit zu bleiben, setzt Maffay auf Routine: Morgendliche Radtouren von zwölf Kilometern durch den Wald und vor jedem Auftritt eine Einstimmung mit der Gitarre gehören zum Pflichtprogramm. Das Publikum honoriert diese Disziplin – bei seinen Konzerten ist von Kritik an der Prompter-Nutzung nichts zu spüren.
Trotz Text-Problemen: Neue Musik und keine Rücktrittspläne
Trotz der eingestandenen Schwäche denkt der 76-Jährige nicht an ein Karriereende: „Ich will nicht so viel auf der Straße sein, aber ich will auch auf die Straße nicht verzichten, weil ich etwas anderes nicht gelernt habe.“ Stattdessen arbeitet Maffay an neuen Projekten. Im Juni stellte er bei einem Konzert von Johannes Oerding in Hamburg den ersten Song aus dem gemeinsamen Album „Nashville“ vor, das am 2. Oktober 2026 erscheinen soll.
„Ich will nicht so viel auf der Straße sein, aber ich will auch auf die Straße nicht verzichten, weil ich etwas anderes nicht gelernt habe.“Peter Maffay
Die Sorge vor Alzheimer steht im Raum, eine ärztliche Diagnose gibt es dafür nicht. Maffays Bemerkung war scherzhaft-hypothetisch, doch der Konflikt bleibt: Ein alternder Rockstar, der mit eiserner Disziplin und Technik gegen das Vergessen ankämpft und dem die Bühne einfach zu viel bedeutet, um loszulassen.





