Verheerende Erdbeben und verzweifelte Suche
Am 24. Juni 2026 um kurz nach 9 Uhr Ortszeit bebte in Venezuela die Erde – zweimal hintereinander, mit Stärken von 7,2 und 7,5. Die Beben verwüsteten weite Landstriche, töteten über 1.400 Menschen und ließen Zehntausende verletzt zurück. Mindestens 68.900 Menschen wurden zunächst vermisst, die meisten aus dem besonders betroffenen Küstenort La Guaira, wo ganze Wohnviertel in sich zusammenbrachen.
Inmitten der Zerstörung in Playa Grande, einem Ortsteil von La Guaira, stand auch das Haus des argentinischen Fußballers Lucas Trejo. Der 38-jährige Verteidiger spielt für den örtlichen Zweitligisten Club Sport Marítimo de La Guaira, befand sich zum Zeitpunkt der Katastrophe aber in der Hauptstadt Caracas, um sich auf ein Pokalspiel vorzubereiten. Als die Beben sein Haus zum Einsturz brachten, riss der Kontakt zu seiner Familie – Ehefrau Yanina Maranella und den Kindern Aarón und Ainhoa – sofort ab.
Sofort startete Trejo einen verzweifelten Aufruf auf Instagram: „Unser Gebäude in Playa Grande ist eingestürzt. Ich weiß nichts von meiner Familie. Bitte betet für sie und teilt diese Nachricht, falls jemand sie gesehen hat. Ich will einfach glauben, dass sie nicht dort waren." Gemeinsam mit Teamkollegen, Freiwilligen und dem Profi Edson Tortolero durchkämmte er die Trümmer, Stunde um Stunde.
Hoffnung zerschlägt sich nach 74 Stunden
Die Suche dauerte drei Tage. Immer wieder wurden Überlebende aus anderen Gebäuden geborgen, doch das Haus von Trejos Familie blieb ein Grab. Am späten Abend des 27. Juni, rund 74 Stunden nach den Beben, machten die Rettungskräfte die endgültige Entdeckung: Sie fanden die leblosen Körper von Yanina, Aarón und Ainhoa in den Trümmern. Die Hoffnung, die Trejo so lange aufrechterhalten hatte, war damit erloschen.
Wie die Gulf News berichtete, bestätigte Edson Tortolero die Tragödie umgehend auf Instagram und rief zugleich zu Anteilnahme auf.
„Wir informieren alle Menschen in Venezuela und Argentinien, dass die Leichen von Lucas Trejos Familienmitgliedern leblos aufgefunden wurden. Wir danken allen für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit bei dieser schweren Suche."Edson Tortolero auf Instagram
Auch der Club Sport Marítimo de La Guaira und Deportivo La Guaira veröffentlichten Beileidsbekundungen. „Von der #DLG schließen wir uns der Trauer an, die Spieler Lucas Trejo beim schmerzlichen Verlust seiner Frau Yanina Maranella und seiner Kinder Aarón und Ainhoa Trejo überwältigt. Friede ihren Seelen und Trost für Lucas und alle seine Angehörigen", hieß es in einer Erklärung.
Karriere zwischen Amerika und Europa
Lucas Trejo, 1987 in Argentinien geboren, spielte im Laufe seiner Karriere für Klubs in Spanien, Griechenland und Mexiko, ehe es ihn vor einem Jahrzehnt nach Venezuela zog. Nach einer Station in den USA bei Jacksonville Armada kehrte er nach La Guaira zurück, wo er bei Marítimo seine sportliche Heimat fand. Die Stadt, die er liebgewonnen hatte, wurde nun zum Schauplatz seiner persönlichen Katastrophe.
Die Beben vom 24. Juni zählen zu den schwersten in der Region seit Jahrzehnten. Für Lucas Trejo wurde aus einem Sportlerleben eine Tragödie, die eine ganze Familie auslöschte. Während die Rettungsarbeiten weitergehen und die offizielle Opferzahl noch steigen könnte, bleibt eine Frage offen: Wie kann ein Mensch danach weitermachen?





