41,5 Grad – neuer Hitzerekord in Deutschland, während Ärzte Regierung Versagen vorwerfen
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41,5 Grad – neuer Hitzerekord in Deutschland, während Ärzte Regierung Versagen vorwerfen

Am Samstag wurde mit 41,5 °C in Sachsen-Anhalt der zweite Temperaturrekord binnen zwei Tagen gemessen. Der Deutsche Hausärzteverband wirft der Bundesregierung vor, ein vor drei Jahren angekündigtes Hitzeschutz-Paket nicht umgesetzt zu haben – mit gravierenden Folgen für die Bevölkerung.

Während Deutschland am Samstagnachmittag mit 41,5 Grad Celsius in Möckern-Drewitz (Sachsen-Anhalt) einen neuen nationalen Hitzerekord registrierte, erhebt der Deutsche Hausärzteverband schwere Vorwürfe: Die Bundesregierung habe ein vor drei Jahren angekündigtes Maßnahmenpaket zum Hitzeschutz bis heute nicht umgesetzt. Zuvor war bereits am Freitag der bisherige Höchstwert von 41,2 Grad mit 41,3 Grad in Saarbrücken-Burbach übertroffen worden.

Zwei Tage – zwei Rekorde

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte die vorläufigen Werte auf Anfrage: Am Freitag, dem 26. Juni 2026, kletterte das Thermometer in Saarbrücken-Burbach auf 41,3 °C. In Kitzingen (Bayern) wurden 40,8 °C erreicht – ein neuer Landesrekord. Nur einen Tag später meldete Möckern-Drewitz 41,5 °C, erneut wurden in Kitzingen 40,8 °C gemessen. Der Juni-Rekord von 39,6 °C aus dem Jahr 2019 wurde an mindestens 18 weiteren Stationen gebrochen. Die Endgültigkeit der Messungen stehe noch unter Kontrollvorbehalt, so der DWD.

Kollaps auf Schienen und Straßen

Die extreme Wärmebelastung legte die Infrastruktur lahm. Auf der Autobahn 2 bei Berlin platzten Betonfahrbahnen auf; mehrere Abschnitte mussten gesperrt werden. Die Deutsche Bahn riet für das gesamte Wochenende von nicht zwingend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. In Leipzig beschädigte die Hitze die Straßenbahninfrastruktur so stark, dass es zu massiven Beeinträchtigungen kam. Auch andernorts wurden Hitzeschäden an Fahrbahnen gemeldet.

Besonders prekär war die Situation in Pflegeheimen: In Dormagen (Nordrhein-Westfalen) stieg die Innentemperatur auf 35 °C, Dutzende Bewohner mussten evakuiert werden. Ein Bewohner starb, wobei der Zusammenhang mit der Hitze zunächst ungeklärt blieb. In Bayern kam es zu einer Häufung von Badetoten. Frankreich verzeichnete rund 1.000 zusätzliche Todesfälle, die Notaufnahmen in Paris behandelten fast 3.000 Patienten an einem Tag – ein Drittel mehr als üblich.

Ärzteverband wirft Regierung Versagen vor

Angesichts der Gesundheitsgefahren kritisierte Nicola Buhlinger-Göpfarth, Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, die unzureichenden politischen Reaktionen: „Ein vor drei Jahren angekündigtes Maßnahmenpaket zur Vergütung von Hitzeschutz-Aufklärung in Praxen ist bis heute nicht umgesetzt worden.“ Sie sprach von einem „eklatanten Versagen“. ZDF-Wettermoderator Özden Terli bemängelte ebenfalls eine ungenügende politische Antwort auf die globale Erderwärmung.

Bereits 2023 hatte die Bundesregierung versprochen, Hitzeschutzberatung in Arztpraxen finanziell zu fördern. Konkrete Maßnahmen blieben jedoch aus. Während die Temperaturen weiter stiegen, erhöhte sich der Druck auf die Politik.

Hitze zieht weiter – kurze Entlastung erwartet

Die Hitzewelle verlagerte sich am Wochenende nach Osten: Tschechien meldete mit 40,6 °C in Doksany einen neuen Landesrekord, Dänemark mit 37,0 °C in Odum den heißesten Tag seit Messbeginn. Gleichzeitig warnte der DWD vor heftigen Unwettern bei der einsetzenden Abkühlung. Für die kommende Woche ist eine leichte Entlastung vorhergesagt, doch die Gefahr durch langanhaltende Trockenheit und hohe Waldbrandrisiken bleibt bestehen.

Die Weltorganisation für Meteorologie warnte vor „massiven Auswirkungen“ auf Gesundheit, Ökosysteme und Wirtschaft. Sprecherin Clare Nullis erklärte: „Wir müssen uns leider daran gewöhnen.“ Die Frage, wie schnell die Politik reagiert, bleibt offen. tagesschau.de

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