28-Jähriger Unbekannter malt Merkel fürs Kanzleramt
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PanoramaMerkels Porträtist

28-Jähriger Unbekannter malt Merkel fürs Kanzleramt

Fünf Jahre nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft wählte Angela Merkel den bislang unbekannten Maler Jérémie Queyras für ihr Porträt in der Ahnengalerie. Am 30. Juni 2026 wird das Bild enthüllt – zuvor gibt es einen öffentlichen Blick in Berlin.

Ungewöhnliche Wahl

Ein 28-Jähriger ohne großen Namen verewigt die mächtigste Frau Deutschlands. Angela Merkel ließ sich für die Ahnengalerie im Bundeskanzleramt von Jérémie Queyras porträtieren – und erfuhr dabei von einer überraschenden Familiengeschichte. Wie die Zeit exklusiv berichtet, hatte sich der Maler bereits 2022 informell beworben, doch erst nach einem persönlichen Treffen im Juni 2025 entschied Merkel sich für ihn.

Der gebürtige Franzose ist kein Künstler, den alle Welt kennt. Angeregt wurde er von einer Kunstsammlerin aus Braunschweig, die ihm Werke abkaufte und ihn drängte, sich zu bewerben. Seither trafen sie sich in einem eigens eingerichteten Atelier in Berlin – intensive, monatelange Sitzungen, in denen es um mehr als nur um Farbe und Leinwand ging.

Bei einem gemeinsamen Besuch der Dorfkirche im uckermärkischen Alt Placht kam eine persönliche Note hinzu. Die Altkanzlerin erzählte, dass sich ihr Vater Horst Kasner einst für den Erhalt des Gotteshauses eingesetzt hatte. Queyras erlebte diesen Moment als tiefe Begegnung: einen „frühen Wintertag, sehr kalt, sehr klar“, der ihm als unvergesslicher „Augenblick der Nahbarkeit“ in Erinnerung bleibt.

Besondere Begegnungen im Atelier

Die Arbeitsweise des jungen Künstlers passt zur Altkanzlerin, die sich bewusst für einen frischen, unverbrauchten Blick entschied. Queyras sagt über seine Bekanntheit: „Ich bin ja kein Maler, den alle Welt kennt.“ Gerade das machte ihn für Merkel interessant – kein Starporträtist, sondern jemand, der zuhört und verstehen will.

Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird.
Angela Merkel
Da häng ich dann eben.
Angela Merkel

Öffentliche Ausstellung vor dem Umzug

Das fertige Porträt wird am 30. Juni 2026 erstmals gezeigt und dann bis zum 4. Oktober im Berliner Bode-Museum öffentlich ausgestellt. Erst danach zieht es in den ersten Stock des Kanzleramts ein, in die Galerie der ehemaligen Regierungschefs. Gegenüber BUNTE erklärte Merkel, sie vermisse an der aktiven Politik nichts: „Ich durfte 16 Jahre Deutschlands Kanzlerin sein und habe das wirklich mit großer Freude gemacht. Ich habe von selbst aufgehört, wurde nicht abgewählt. Es gibt keinerlei Bitterkeit, sondern ich erinnere mich an vieles gern.“

Ihr Leben nach der Kanzlerschaft sei ruhiger, entspannter und zum Teil tiefgründiger. Nun, da sie selbst Geschichte wird, bleibt die Frage, welches Bild von ihr im kollektiven Gedächtnis hängen bleibt – und ob das Porträt eines unbekannten Malers ihre epische Amtszeit einfangen kann.

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