Schwere Doppel-Erdbeben in Venezuela
Am Abend des 24. Juni 2026, einem Mittwoch, wurde Venezuela von zwei schweren Erdbeben innerhalb weniger Sekunden erschüttert. Um 18:04 Uhr Ortszeit registrierte der United States Geological Survey (USGS) ein erstes Beben der Magnitude 7,2, dessen Epizentrum nahe der Stadt San Felipe im Bundesstaat Yaracuy lag. Nur 38 Sekunden später folgte ein zweites, stärkeres Beben der Magnitude 7,5 mit einer flacheren Herdtiefe.
Die Erschütterungen trafen das Land an einem nationalen Feiertag. Viele Menschen hielten sich in ihren Häusern auf, die in der betroffenen Region häufig aus unverstärktem Mauerwerk bestehen. In der Hauptstadt Caracas und den umliegenden Gebieten stürzten zahlreiche Gebäude ein. Im Bezirk Chacao meldete Bürgermeister Gustavo Duque zwei eingestürzte Gebäude und mindestens 16 Verletzte.
Präsidentin Delcy Rodríguez verhängte noch am Abend den landesweiten Notstand. In einer Fernsehansprache in den frühen Morgenstunden des 25. Juni bezifferte sie die bis dahin bestätigten Opferzahlen.
Mindestens 32 Menschen sind bestätigt tot, über 700 weitere verletzt.Delcy Rodríguez, Präsidentin von Venezuela
Rodríguez erklärte den Küstenstaat La Guaira zur Katastrophenzone. Der internationale Flughafen in Maiquetía wurde beschädigt und gesperrt, die U-Bahn in Caracas sowie die Erdgasversorgung waren unterbrochen. Der Schulunterricht wurde für die kommenden Tage ausgesetzt.
Hohe Opferzahlen befürchtet
Der USGS warnte bereits kurz nach den Bebende vor möglichen hohen Opferzahlen. Das Prognosemodell PAGER gab eine wahrscheinliche Spanne von 10.000 bis 100.000 Todesopfern an und stufte das Ereignis als Katastrophe mit weitreichenden Auswirkungen ein. Auch die wirtschaftlichen Schäden werden als enorm eingeschätzt.
Internationale Hilfe wurde zugesagt. US-Außenminister Marco Rubio kündigte die Entsendung von Suchteams sowie medizinische und humanitäre Hilfe an. Auch andere Regierungen und Organisationen wie Direct Relief mobilisierten Hilfsgüter.
Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen. Eine Frau aus Valencia schilderte panische Fluchten und ohrenbetäubenden Lärm. Die Behörden rechnen damit, dass die Zahl der Todesopfer im Laufe der Rettungsarbeiten weiter steigt.
Die Rettungskräfte arbeiteten die Nacht durch, um Verschüttete aus den Trümmern zu bergen. Innenminister Diosdado Cabello rief die Bevölkerung auf, beschädigte Gebäude zu verlassen, da Nachbeben weitere Einstürze verursachen könnten.





