Sechsfachmord in Stade: Clan-Berichte sorgen für Wirbel
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PanoramaSechsfachmord in Stade

Sechsfachmord in Stade: Clan-Berichte sorgen für Wirbel

Ein Sorgerechtsstreit endete in einem Blutbad: In Stade erschoss ein 45-Jähriger sechs Menschen. Medien berichten von einer Verbindung zum Miri-Clan – die Polizei widerspricht energisch.

Der Tathergang

Am Montag, dem 29. Juni 2026, fielen gegen 12 Uhr in einer Mutter-Kind-Einrichtung in der Stader Dankersstraße 29 Schüsse. Die Einsatzkräfte fanden vier sofort Tote, eine fünfte Person starb trotz Reanimation am Tatort, ein sechstes Opfer erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Unter den Toten sind vier Frauen und zwei Männer – drei Mitarbeiter der Einrichtung und drei Fachkräfte des Jugendamts der Region Hannover, wie die Behörden bestätigten.

Hintergrund war ein eskalierter Sorgerechtsstreit: Der 45-jährige Schütze, ein in Deutschland geborener türkischer Staatsbürger, war zu einem Hilfeplangespräch erschienen. Es ging um seine drei Monate alte Tochter, die nach einer Herausnahme aus der Familie mit ihrer Mutter in der Einrichtung lebte. Weil der Vater als auffällig galt, waren mehrere Fachkräfte anwesend – genau diese Konstellation wurde zur tödlichen Falle. Mutter und Kind blieben unverletzt, das Baby wurde vom Jugendamt in Obhut genommen.

Flucht und Festnahme

Nach der Tat floh der Mann in einem grauen Mercedes GLE mit hannoverschem Kennzeichen. Am Steuer saß eine 65-jährige Frau, die nach Polizeiangaben eine enge Verbindung zur Familie des Täters hat. Die Polizei stoppte das Fahrzeug auf der B73 außerhalb von Stade durch Schüsse auf die Reifen und nahm beide Insassen fest. Im Wagen wurde eine Waffe sichergestellt. Der Schütze besaß keine waffenrechtliche Erlaubnis – wie er an die Tatwaffe gelangte, ist ungeklärt.

Streit um Clan-Zugehörigkeit

Für besondere Brisanz sorgen widersprüchliche Angaben zu einer möglichen Clan-Verbindung. NDR und WDR hatten berichtet, der Schütze gehöre dem bundesweit kriminellen Miri-Clan an. Auf einer Pressekonferenz noch am Tattag dementierten Polizeipräsidentin Kathrin Schuol und Innenministerin Daniela Behrens (SPD) dies jedoch. Behrens nannte die Tat einen „sehr singulären Fall“. Die britische Times wiederum zitierte Schuol mit der Bestätigung der Clan-Zugehörigkeit – ein Widerspruch, der anhält.

Es hat damit gar nichts zu tun, es ist ein sehr singulärer Fall.
Daniela Behrens (Niedersächsische Innenministerin, SPD)

Reaktionen

Die Bluttat löste bundesweit Entsetzen aus. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb auf X: „Die Nachricht aus Stade erschüttert bis ins Mark.“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigte sich „zutiefst schockiert über das Ausmaß der Gewalt an einem Ort, der Schutz bieten soll“. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) mahnte, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und den Ermittlungen Raum zu geben.

Die Nachricht aus Stade erschüttert bis ins Mark. Viele Menschen, die helfen und schützen wollten, haben ihr Leben verloren oder wurden verletzt.
Friedrich Merz (Bundeskanzler, CDU)
Ich bin zutiefst schockiert über das Ausmaß der Gewalt an einem Ort, der Schutz bieten soll.
Frank-Walter Steinmeier (Bundespräsident, SPD)

Das Amtsgericht Stade erließ noch am Dienstag Haftbefehl gegen den 45-Jährigen wegen sechsfachen Mordes; die Staatsanwaltschaft sieht die Mordmerkmale Heimtücke und niedere Beweggründe als erfüllt an. Die Ermittlungen zur Herkunft der Waffe und zur umstrittenen Clan-Frage dauern an.

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