17 Cent mehr pro Liter: Tankrabatt endet – ab Juli drohen Spritpreise über 2 Euro
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17 Cent mehr pro Liter: Tankrabatt endet – ab Juli drohen Spritpreise über 2 Euro

Mit dem Auslaufen der Steuererleichterung zum 30. Juni steigen die Kraftstoffpreise schlagartig. Verbraucherschützer warnen vor Extragewinnen der Mineralölbranche.

Autofahrer müssen sich ab dem 1. Juli 2026 auf einen sprunghaften Preisanstieg an der Zapfsäule einstellen. Die befristete Senkung der Energiesteuer – der sogenannte Tankrabatt – läuft planmäßig aus, und Experten rechnen mit einem Plus von rund 17 Cent pro Liter für Benzin und Diesel.

Rekordhochs durch Iran-Krieg

Auslöser für den Tankrabatt war der Iran-Krieg Ende Februar 2026, der zu einer zeitweisen Blockade der Straße von Hormus führte. Die Rohölpreise schnellten massiv in die Höhe und trieben die Kraftstoffpreise in Deutschland auf ein Allzeithoch. Der April 2026 gilt als der teuerste Tankmonat aller Zeiten.

Zwei Monate Entlastung, dann Schluss

Ab 1. Mai 2026 galt deshalb die reduzierte Steuer, die rechnerisch eine Entlastung von 16,7 Cent pro Liter brachte. Die Maßnahme kostete den Bund rund 1,6 Milliarden Euro. Mitte Juni lehnten die schwarz-roten Koalitionsfraktionen eine Verlängerung ab. Verkehrsminister Schnieder kündigte an, die Preisentwicklung nach dem Auslaufen „sehr genau zu beobachten“.

In den letzten Tagen vor dem Ende zeigten die Spritpreise eine uneinheitliche Entwicklung. Diesel kostete im Schnitt weniger als 1,80 Euro, Super E10 unter 1,85 Euro. Am 22. Juni zahlten Autofahrer für Super E5 im Tagesdurchschnitt 1,87 Euro – ein Rückgang von 2,1 Prozent gegenüber der Vorwoche.

Experten erwarten sprunghaften Anstieg

Der RWI-Energieexperte Manuel Frondel warnte:

Am 1. Juli dürften die Spritpreise sprunghaft um knapp 17 Cent je Liter steigen.
Manuel Frondel, RWI

ADAC-Kraftstoffexperte Christian Laberer ergänzte: „Wenn die Entspannung bei den Ölpreisen anhält, müssten die Spritpreise fairerweise auch ohne Tankrabatt unter 2 Euro bleiben.“ Dennoch zeigten die Durchschnittswerte am Vormittag des 1. Juli bereits: Superbenzin kostete 2,04 Euro, E10 1,98 Euro und Diesel 1,92 Euro.

Tanktipp: Vor 12 Uhr volltanken

Seit dem 1. April 2026 gilt die Österreich-Regelung: Tankstellen dürfen ihre Preise nur einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöhen. Der bft-Tankstellenverband erwartete für den 30. Juni und den Vormittag des 1. Juli einen Kundenansturm. Der ADAC riet, bereits am 29. Juni vor 12 Uhr zu tanken.

Der beste Zeitpunkt zum Tanken ist Montag, der 29. Juni, kurz vor 12 Uhr.
Mirco Hillmann, ADAC Mittelrhein

Kartellamt warnt vor Preistreiberei

Das Bundeskartellamt und die Verbraucherzentralen mahnten die Mineralölbranche. Kartellamtspräsident Andreas Mundt erklärte, man werde Hinweisen auf überhöhte Preissprünge konsequent nachgehen. Das Ende des Tankrabatts sei „kein Startschuss für Extragewinne“, betonte die Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen.

Laut ADAC hat der Tankrabatt die Folgen des Iran-Kriegs für besonders Betroffene zumindest etwas abgefedert. Mit dem Ende der Steuererleichterung und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit bleibt die Preissituation an den Zapfsäulen angespannt. Die nächste Eskalation an der Straße von Hormus könnte die Preise jederzeit wieder in die Höhe treiben.

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