Ökostrom-Rekord von 58 Prozent – und Regierung streicht Solar-Vergütung
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Ökostrom-Rekord von 58 Prozent – und Regierung streicht Solar-Vergütung

Im ersten Halbjahr 2026 deckten erneuerbare Energien 58 Prozent des Stromverbrauchs. Doch parallel plant Wirtschaftsministerin Reiche drastische Einschnitte bei der EEG-Förderung – die Branche schlägt Alarm.

Rekordjagd bei Wind und Sonne

Wind- und Solaranlagen haben im ersten Halbjahr 2026 so viel Strom geliefert wie nie zuvor. Mit 58 Prozent Anteil am Verbrauch erreichen die Erneuerbaren einen neuen Rekord, wie das ZSW und der BDEW am 1. Juli mitteilten. Vor allem die Windkraft legte kräftig zu: an Land um 7,0 Prozent, auf See sogar um 28,3 Prozent. Die Photovoltaikproduktion übertraf den Vorjahreswert trotz schlechterer Witterung leicht.

Förderstopp für private Solardächer

Doch während die Ökostromquellen boomen, plant die Bundesregierung einen radikalen Umbau des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will mit der EEG-Novelle 2026 die garantierte Einspeisevergütung für neue private Solaranlagen auf Dächern komplett streichen. Betreiber müssten ihren Strom dann zu Marktpreisen verkaufen.

Die garantierte Einspeisevergütung etwa für private Solaranlagen auf Dächern soll wegfallen.
Katherina Reiche (CDU), Bundeswirtschaftsministerin

Branche warnt vor Ausbremsen

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sieht die Pläne kritisch. Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae mahnte, dass Erneuerbare nicht nur dem Klima dienten, sondern auch Versorgungssicherheit und strategische Souveränität stärkten. „In Zeiten internationaler Krisen zeigt sich noch einmal sehr deutlich: Erneuerbare leisten einen wichtigen Beitrag gegenüber fossilen Importabhängigkeiten“, so Andreae. Sie forderte, die Reformen müssten den weiteren Ausbau konsequent flankieren.

Zusätzlich sieht ein „Netzpaket“ vor, in überlasteten Regionen keine neuen Wind- oder Solarparks mehr zu genehmigen. Umweltverbände wie der WWF warnen bereits vor einem „Bremsklotz für erneuerbare Energien“.

Strommarkt im Wandel

Die Rekordzahlen fallen in eine Phase sinkender Großhandelspreise. Deutschland wurde im ersten Quartal 2026 erstmals seit Ende 2023 wieder zum Netto-Stromexporteur. Gleichzeitig produzierten energieintensive Branchen wie Chemie und Metall weiter unter Vorkrisenniveau, während Wärmepumpen und Elektroautos den Verbrauch erhöhten.

Ob der Solar-Boom ohne garantierte Vergütung anhält und wie sich die Netzrestriktionen auswirken, dürfte die Energiewende in den kommenden Monaten entscheidend prägen.

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