75 Prozent der Deutschen halten Wirtschaftsministerin Reiche für eine Fehlbesetzung
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PolitikForsa-Umfrage

75 Prozent der Deutschen halten Wirtschaftsministerin Reiche für eine Fehlbesetzung

Die Mehrheit der Bundesbürger traut Katherina Reiche (CDU) das Amt der Wirtschaftsministerin nicht zu. Selbst unter Unions-Anhängern und Selbstständigen wächst die Ablehnung – ein vernichtendes Zeugnis für die Schlüsselministerin im Kabinett Merz.

Drei Viertel gegen Reiche

75 Prozent der Deutschen sehen (CDU) nicht als geeignete Wirtschaftsministerin. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Forsa im Auftrag von RTL und „Stern“, veröffentlicht am 16. Juni 2026. Befragt wurden 1.008 Personen zwischen dem 11. und 12. Juni. Nur 15 Prozent äußerten Zufriedenheit mit ihrer Arbeit, zehn Prozent waren unentschieden. In Ostdeutschland lag die Ablehnung mit 77 Prozent sogar noch höher als im Westen (75 Prozent).

Parteifreunde zweifeln massiv

Besonders schwer wiegt die Skepsis im eigenen Lager: 66 Prozent der CDU/CSU-Anhänger trauen der 53-Jährigen das Amt nicht zu. Unter den Wählern des Koalitionspartners SPD sind es 70 Prozent. Grüne und Linke lehnen Reiche mit 85 Prozent ab, selbst bei der AfD meinen 81 Prozent, sie sei keine gute Besetzung. Selbstständige – klassische Unions-Klientel – votieren zu 82 Prozent gegen sie.

Frühe Kritik bestätigt sich

Bereits im Juli 2025, keine hundert Tage nach Amtsantritt, hatte der stellvertretende CDA-Vorsitzende Christian Bäumler seine Parteikollegin als „Fehlbesetzung“ bezeichnet. Auslöser war Reiches Forderung nach schärferen Sanktionen für Bürgergeldempfänger. In den Folgemonaten geriet die Ministerin mehrfach in die Schlagzeilen: wegen eines als privat deklarierten Gipfeltreffens in Tirol, bei dem sie offiziell als Wirtschaftsministerin geführt wurde, der umstrittenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, interner Personalquerelen und einer drastisch gesenkten Wachstumsprognose. Der „Spiegel“ beschrieb ihren Führungsstil als „schroff, abweisend, beratungsresistent“.

Koalitionsklima vergiftet

Zuletzt war Reiche mit dem Koalitionspartner SPD aneinandergeraten, als sie Vorschläge für Energiepreis-Entlastungen öffentlich angriff. Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Dirk Wiese, nannte ihre Einlassungen „sehr befremdlich“ und warf ihr einen Bruch von Koalitionsvereinbarungen vor. Wirtschaftspolitisch steht die Ministerin damit nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch innerhalb der Regierung isoliert da.

Merkurs Wirtschaftsressort in der Krise

Kanzler Friedrich Merz hatte die Wirtschaftspolitik bei Amtsübernahme zur Chefsache erklärt. Die Umfragen deuten darauf hin, dass die Besetzung des Ministeriums mit Reiche zu einer Belastung für das gesamte Kabinett werden könnte. Offen bleibt, ob die Ministerin angesichts des partei- und klientelübergreifenden Vertrauensverlusts Kurskorrekturen vornimmt – oder ob der politische Druck weiter zunimmt.

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