Merz im Popularitätstief – AfD auf Rekordhoch
Nur 14 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit von Kanzler Friedrich Merz zufrieden – und lediglich 16 Prozent trauen ihm die Bewältigung großer Reformprojekte zu. Das zeigt das aktuelle RTL/ntv-Trendbarometer. Die Parteienlandschaft verharrt in einer tiefen Vertrauenskrise: Die AfD erreicht mit 28 Prozent einen neuen Höchststand, während die Union auf 22 Prozent absinkt und die SPD auf 11 Prozent fällt – gleichauf mit der Linken.
Keine Partei mehrheitsfähig – Wirtschaftsangst dominiert
Die wirtschaftliche Lage hat die Zuwanderung als dringendstes Problem abgelöst. 39 Prozent der Bürger nennen die Wirtschaftslage als größte Sorge, nur 12 Prozent glauben an eine baldige Besserung. 67 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. Der Iran-Krieg treibt die Kraftstoffpreise und belastet die Konjunktur zusätzlich. 53 Prozent der Befragten sehen bei keiner Partei ausreichende Kompetenz, um die Herausforderungen zu meistern. Die AfD liegt bei dieser Kompetenzfrage mit 15 Prozent vorn, gefolgt von der Union mit 13 Prozent und der SPD mit nur 5 Prozent.
Kanzler verliert auch die eigene Anhängerschaft
Friedrich Merz' Zustimmungswerte brechen selbst im eigenen Lager ein. 85 Prozent aller Deutschen sind mit seiner Arbeit unzufrieden, unter Unionsanhängern sind es bereits 57 Prozent. 80 Prozent werfen ihm vor, sich nicht ausreichend um die wirtschaftlichen Probleme zu kümmern. Das Trendbarometer bestätigt damit den dramatischen Vertrauensverlust der einstigen Volksparteien.
Bürger fordern Steuerzuschüsse für Sozialkassen
Angesichts steigender Beiträge und der unsicheren Konjunktur befürworten 58 Prozent der Bürger höhere Steuerzuschüsse, um Beitragserhöhungen oder Leistungskürzungen zu vermeiden. Nur 17 Prozent wären bereit, höhere Sozialabgaben zu tragen, unter Berufstätigen lediglich 14 Prozent. Die geringste Zustimmung zu Mehrbeiträgen findet sich bei AfD-Anhängern mit nur 7 Prozent. Gleichzeitig steigen die Belastungen: Der CO₂-Preis wurde auf 45 Euro pro Tonne erhöht, und über die Hälfte der gesetzlichen Krankenkassen hat den Zusatzbeitrag angehoben.
Die FDP fällt auf 4 Prozent zurück, das BSW auf 3 Prozent. 26 Prozent der Wahlberechtigten sind unentschlossen oder wollen nicht wählen – ein Anstieg gegenüber der letzten Wahl. Der Anteil derer, die sich von keiner politischen Kraft vertreten fühlen, ist so hoch wie zuletzt vor zwei Jahrzehnten. Ob die etablierten Parteien das Ruder bis zur nächsten Bundestagswahl noch herumreißen können, erscheint fraglich.





