Grüne-Jugend-Chefin relativiert Mord durch Migranten – Rückzug nach interner Kritik
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PolitikARD-Sendung „Klar“

Grüne-Jugend-Chefin relativiert Mord durch Migranten – Rückzug nach interner Kritik

Mit einer heftig kritisierten Äußerung in der ARD-Sendung „Klar“ löste Jette Nietzard einen parteiinternen Sturm aus. Die Bundessprecherin der Grünen Jugend zieht nun die Konsequenzen und tritt nicht mehr an.

Kernaussage erzürnt eigene Partei

In der ARD-Reportage „Migration: Was falsch läuft" am 9. April 2025 stellte Moderatorin Julia Ruhs die Grüne-Jugend-Chefin Jette Nietzard direkt zur Rede. Auf die Frage, was sie Eltern von getöteten Kindern durch Migranten sage, reagierte Nietzard ausweichend und setzte eine statistische Relativierung dagegen. Wie die Welt berichtete, sagte sie: „Kinder werden nicht mehr von afghanischen Attentätern ermordet als von deutschen Vätern." Eine Beleg für diese Behauptung lieferte sie nicht.

Der Satz sorgte für sofortige Empörung. Parteifreunde sprachen von Unverständnis und heftigen Reaktionen. Die Sendung, die ein kritisches Bild der Asylpolitik zeichnete und Stimmen für Abschiebungen nach Dänemark-Vorbild Raum gab, hatte Nietzard als Kontrastfigur positioniert. Ihre Zuspitzung wurde als unangemessen und faktisch fragwürdig wahrgenommen.

Abschiebungen grundsätzlich abgelehnt

Nietzard machte in der Sendung auch klar, dass sie Abschiebungen kategorisch ablehnt – „vor allem in Kriegs- und Krisengebiete, wie beispielsweise gerade Syrien". Sie ergänzte: „Am liebsten würde ich in einer Welt leben, wo niemand mehr abgeschoben werden muss, weil wir haben genug Platz für alle."

Bereits vor der Sendung war Nietzard mit polarisierenden Äußerungen aufgefallen, etwa zu Israel und Gaza, für die sie sich entschuldigen musste. Auch ihre Kritik an Polizei und „übergriffigen Männern" hatte Gegenwind ausgelöst.

Rückzug aus dem Bundesvorstand

Am 29. Juli 2025 kündigte die 26-Jährige per Instagram an, im Oktober nicht erneut für den Bundesvorstand der Grünen Jugend zu kandidieren. Wie die Tagesschau meldete, wolle sie Parteimitglied bleiben, erklärte aber: „Schon seit einiger Zeit ist klar, dass ich keine Zukunft in diesem Bundesvorstand haben kann." Sie berichtete von Anschreien und Ausbuhen in Fraktionssitzungen und warf dem Realo-Flügel einen zu stromlinienförmigen Kurs vor.

Ihr Ziel sei stets gewesen, „nach oben zu treten" und Ungerechtigkeiten anzuprangern. Die Migrationspolitik mache sie mitverantwortlich für einen „Rechtsruck". Mit dem Verzicht endet eine Amtszeit, die die innerparteilichen Gräben der Grünen Jugend offenlegte.

Die Sendung „Klar" selbst wird weiterhin kritisch debattiert. Jan Böhmermann nannte sie „rechtspopulistischen Quatsch", während die Macher von mehr Meinungsvielfalt sprachen. Die Debatte um das Format dürfte anhalten.

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