Merz auf Rekordtief: Nur 13 Prozent Zustimmung, AfD zieht davon
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PolitikVertrauensverlust

Merz auf Rekordtief: Nur 13 Prozent Zustimmung, AfD zieht davon

Die Unzufriedenheit mit Kanzler Friedrich Merz erreicht historische Dimensionen. Der Union droht der Machtverlust, an der Basis rumort es.

Nur noch 13 Prozent der Wahlberechtigten sind mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz zufrieden – ein nie dagewesener Tiefstwert für einen deutschen Regierungschef. Der ARD-DeutschlandTrend von Infratest dimap belegt einen neuen Höhepunkt der Unzufriedenheit: 85 Prozent der Deutschen lehnen die Performance des Kanzlers ab. Die AfD überholt die Union mit 27 zu 22 Prozent deutlich.

Die Entfremdung begann schon kurz nach der Bundestagswahl 2025. Merz vollzog in den Koalitionsverhandlungen eine Kehrtwende bei der Schuldenbremse, die viele Parteimitglieder als Wortbruch empfanden. Die Basis reagierte verärgert.

Vieles von dem, was wir im Wahlkampf an den Ständen vertreten haben, ist entweder über Bord geworfen worden oder nicht deutlich genug umgesetzt worden
Niklas Frigger (CDU-Stadtverband Brilon)

Chronik des Niedergangs

Bereits im Februar 2026 lag die Zufriedenheit mit Merz bei nur 21 Prozent. Im April stürzte er im INSA-Politikerranking auf den letzten Platz unter 20 Spitzenpolitikern – nur zehn Prozent positive Bewertungen. Selbst unter Unionsanhängern landete er nur auf Rang fünf.

Der Tiefpunkt folgte im Juli: Die Union fiel im ARD-DeutschlandTrend auf 22 Prozent, die AfD erreichte 27 Prozent. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/n-tv zeigte zudem, dass eine Mehrheit von 52 Prozent der Unionsanhänger mit Merz unzufrieden ist – die eigene Klientel kehrt sich ab.

Führungskrise ohne schnelle Lösung

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann drängt auf eine strukturelle Erneuerung: „Wir müssen dem Anspruch gerecht werden, eine Reformregierung zu sein und gut zu regieren, damit Deutschlands Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt.“ Das Vertrauen werde dann zurückkehren.

Doch selbst wenn die Unzufriedenheit an der Basis weiter wächst, ein Sturz des Kanzlers ist äußerst schwierig. Das konstruktive Misstrauensvotum verlangt eine absolute Mehrheit im Bundestag, und eine geschlossene Alternative fehlt.

Die jüngsten Beschlüsse des Koalitionsausschusses zielen auf einen Befreiungsschlag, doch die Umfragedaten wurden vor ihrer Ankündigung erhoben. Die kommenden Wahlkämpfe werden zeigen, ob die Union das Ruder noch herumreißen kann.

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