Erstmals mehr Elektro- als Verbrenner-Neuzulassungen: Druck auf VW und BMW wächst
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WirtschaftChina: E-Autos überholen

Erstmals mehr Elektro- als Verbrenner-Neuzulassungen: Druck auf VW und BMW wächst

Im April 2026 wurden in China 580.000 reine Elektroautos und nur noch 560.000 Verbrenner zugelassen. Der US-Iran-Konflikt lässt die Spritpreise explodieren – deutsche Konzerne streichen Tausende Stellen.

Historische Zulassungszahlen

Erstmals in der Geschichte des weltgrößten Automarktes sind im April 2026 mehr reine Elektroautos (BEVs) neu zugelassen worden als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Nach Daten von Marklines, ausgewertet vom Handelsblatt, standen 580.000 BEVs lediglich 560.000 Diesel- und Benzinern gegenüber. Der Anteil der sogenannten New Energy Vehicles (BEVs und Plug-in-Hybride) an allen Neuzulassungen kletterte auf über 60 Prozent.

Auslöser des beschleunigten Wandels war der eskalierende US-Iran-Konflikt. Die Ölpreise stiegen drastisch, und trotz zweimaliger Preisdeckelung durch die Regierung verteuerten sich Diesel um rund 195 Euro pro Tonne, Benzin um mehr als 200 Euro. Die Kraftstoffnachfrage brach im April um 16 Prozent ein, im Mai um 13 Prozent. Beatrix Keim vom Center Automotive Research erklärte: „Der Konflikt trieb die Preise in die Höhe und veränderte das Kaufverhalten chinesischer Kunden.“

Rekordwerte im Mai

Im Mai setzte sich der Trend fort: Wie der Branchendienst Cleantechnica berichtet, erreichte der Gesamtanteil der Steckerfahrzeuge 63 Prozent, reine Elektroautos kamen auf 42 Prozent der Neuzulassungen. Die zehn meistverkauften Modelle waren erstmals allesamt elektrifiziert – sieben davon rein batterieelektrisch. Chinesische Marken erreichten einen EV-Anteil von 81 Prozent, während ausländische Hersteller weiter überwiegend auf eine schrumpfende Verbrennernachfrage angewiesen blieben.

Deutsche Hersteller unter Druck

Für die deutschen Autobauer wird die Lage zunehmend bedrohlich. China war für Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz traditionell der profitabelste Markt für Verbrenner. Jetzt brechen die Verkaufszahlen ein. Volkswagen baute bis Mitte Juni 2026 rund 28.000 Stellen ab und senkte die Kosten seiner deutschen Werke um 20 Prozent. Im April verlor Volkswagen über die Hälfte seiner Verbrennerverkäufe gegenüber Januar, und Toyota überholte die Kernmarke VW bei den Verbrennerzulassungen – ein Novum.

BMW musste seine Profitabilitätsprognose kappen und verwies ausdrücklich auf die Schwäche in China und die Folgen des Iran-Konflikts. Die Aktie fiel auf ein Fünfjahrestief. Der neue BMW-Chef Milan Nedeljkovic kündigte einen Abbau von bis zu fünf Prozent der globalen Belegschaft an. Mercedes und Porsche verzeichneten die stärksten prozentualen Rückgänge bei den Verbrenner-Neuzulassungen in China.

Wettbewerb um Skalierung und Software

Experten sehen den Wettbewerb zunehmend über Geschwindigkeit, Skalierung und die Fähigkeit entschieden, auch unter hohem Preisdruck Margen zu halten. Der Wandel betrifft längst nicht mehr allein die Antriebsform, sondern die gesamte Fahrzeugarchitektur – von der Batterie über die Leistungselektronik bis zur Softwareintegration mit Over-the-Air-Updates. Laut IEA und BloombergNEF könnte der chinesische Pkw-Markt bis 2030 vollständig elektrifiziert sein – mit tiefgreifenden Folgen für alle Hersteller, deren Geschäftsmodell noch auf dem Verbrennungsmotor ruht.

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